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2500 Gothic-Fans färben Kulturpark Deutzen schwarz

Nocturnal Culture Night 2500 Gothic-Fans färben Kulturpark Deutzen schwarz

Die Nocturnal Culture Night in Deutzen lockte von der Warm Up-Party bis zum letzten Konzert am Sonntagabend weit mehr Besucher als der Ort Einwohner hat. Rund 2500 Gothic-Fans färbten den Kulturpark schwarz. Für viele ist dieses Festival ein Geheimtipp.

Beim Konzert-Publikum dreht sich kleidungstechnisch alles um die Farbe Schwarz – mal mehr, mal weniger.

Quelle: Gislinde Redepenning

Neukieritzsch/Deutzen. Die Nocturnal Culture Night (NCN) lockte von der Warm Up-Party am Donnerstag bis zum letzten Konzert am Sonntagabend weit mehr Besucher als der Ort Einwohner hat. Rund 2500 Gothic-Fans färbten den Kulturpark schwarz. Nieten und Netzstrumpfhosen, Sonnenschirme aus Spitze zur Rokoko-Robe, Leder und Latex – das soziokulturelle Zentrum in Festival-Hand wurde zur Flaniermeile und zum Laufsteg.

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Das Nocturnal-Culture-Night-Festival erfreute auch in seiner 11. Auflage mit abwechslungsreichem Musikangebot und einer dennoch familiären Atmosphäre im Grün des Kulturparkes Deutzen. Am Sonntag blieben die Besucher allerdings kurzzeitig nicht vom Regen verschont.

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Die Leipziger feiern seit einem Vierteljahrhundert ihr Wave Gotik-Treffen, in Deutzen trifft sich die Szene seit elf Jahren. Rund um den kleinsten gemeinsamen Nenner, die Farbe Schwarz, inszenierten sich Anhänger der verschiedensten Strömungen, modisch und musikalisch ein sehens- und hörenswertes Spektakel.

Auf vier Bühnen spielten weit mehr als 50 Bands einen Mix aus elektronischen und alternativen Musikrichtungen, darunter Punk, Rock und Elektro-Wave, vom Geheimtipp – der schwedischen Band Me The Tiger – über namhafte Künstler bis hin zu Newcomern. Die beeindruckende Bandauswahl lobte auch Andreas Behnke, der im Ruhrgebiet den Veranstaltungskalender „Nachtplan“ herausgibt. Seit mittlerweile sechs Jahren mit skurril-witzigen T-Shirts und Buttons verschiedenster Bands vor Ort, freute er sich über viele bekannte Gesichter an seinem Stand.

Henning Volk, Designer aus Passion, liefert Gothic Fashion und Lifestyle von Duisburg aus in die ganze Welt. „Bisher waren wir nur auf größeren Festivals“, sagte der Modemacher. „Wir sind zum ersten Mal in Deutzen, und ich bin sehr beeindruckt. Das Gelände ist wunderschön, die Stimmung relaxed und chillig.“ Auch Doreen und Raoul Bochmann aus Dippoldiswalde stöberten in den Kollektionen. Die Überschaubarkeit des Events ist für beide das ganz große Plus des NCN: „Hier ist es viel persönlicher als bei den großen Festivals, das gefällt uns.“

Das empfanden auch Lydia Liebich und Cyber-Punker Markus Schmidberger aus Mönchengladbach so. „Wir sind auf Empfehlung von Bekannten hier, ganz sicher nicht zum letzten Mal. Wir werden Wiederholungstäter“, sagte die junge Frau.

Verschiedene Labels unter einem Dach, auch das funktionierte in Deutzen ganz entspannt. „Wir sind befreundet, deshalb bietet sich das an“, sagte Gothic-Designerin Nika Schönewolf. „Wir helfen uns gegenseitig, wenn einer mal weg will.“ Im letzten Jahr war sie alleine im Kulturpark. „Ich habe die total schöne Atmosphäre genossen. Das Gefühl hier passt, man kommt mit den Leuten ins Gespräch, das ist weit mehr als eine Verkaufsveranstaltung.“ Sie möchte ihre Faszinationen und Träume in kreative Ideen aus Leder umwandeln. Angeboten wurde auch Ausgefallenes aus Stoff, possierliche Fledermäuse mit putzigen Kulleraugen, weder gruselig noch dämonisch, eher zum Kuscheln.

Das NCN ist nicht nur eine Veranstaltung für Hardcore-Fans, die ganze Familie ist willkommen. Deutschlands nach eigenen Angaben größte Eltern-Community der schwarzen Szene – Die-Schwarze-Familie.net – war unter Regie von Stefan Markus-Köller mit allem, was Kindern Spaß macht, vor Ort. Sie boten von der Betreuung der ganz Kleinen über eine bunte, kindertaugliche Playlist bis hin zu Seifenblasen-Schwertern alles an, was Jungen und Mädchen Spaß macht. „Wir haben auch Kopfhörer, falls es zu laut wird. Der Veranstalter spendiert Süßigkeiten und Getränke, die Ordner arbeiten eng mit uns zusammen, falls ein Dreikäsehoch mal ausbüchst“, berichtete Markus-Köller.

Von Gislinde Redepenning

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