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3. Bornaer Guggefestival

3. Bornaer Guggefestival

Sie wippten und klatschten mit, es hielt niemanden mehr auf seinem Platz: Zu fortgeschrittener Stunde tobte am Sonnabend das voll besetzte Festzelt am Breiten Teich mit ausgelassenen Gästen.

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3. Bornaer Guggemusikfestival

Quelle: Jakob Richter

Borna. Die Guggemusik Überdosis hatte zu seiner zehnten Geburtstagsparty eingeladen.

Mit Gebrüll zogen schon am Nachmittag die ersten Fans ins Festzelt ein: „Reißt die Hütte ab", johlten rund 20 Kemnitzer mit „K", wie sie lautstark betonten. Die Gastgeber des größten Oktoberfestes in Ostdeutschland haben die Bornaer als Vorband des Schlagerbarden Matthias Reim kennengelernt. „Klar, dass wir unsere Freunde unterstützen", meinten Thomas Kneschke und „Wiesn-Wiesel" Kerstin Rabe. Gratulanten aus dem Genre kamen viele: die Rasselbande aus Meerane, die Elbscheechen aus Dresden und sogar ein Quartett der „nördlichsten Gugge in Deutschland". Mandy Hermann von den Spreeschepperern und ihre Begleiter waren rundum begeistert. „Das Musikprogramm und der Fanfarenzug aus Westewitz waren phänomenal, DJ Michael Wagner als Moderator klasse, das ist unbedingt wiederholungsbedürftig", fanden sie, als sie beim Frühschoppen am Sonntag der Big Band Geithain lauschten. „Schräg, schief, krach – mit Bornas Guggis fliegt das Dach", lautete das Motto, perfekt für das, was geboten wurde.

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Borna. Sie wippten und klatschten mit, es hielt niemanden mehr auf seinem Platz: Zu fortgeschrittener Stunde tobte am Sonnabend das voll besetzte Festzelt am Breiten Teich mit ausgelassenen Gästen. Die Guggemusik Überdosis hatte zu seiner zehnten Geburtstagsparty eingeladen.

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Der Boden vibrierte, die Stimmung kochte und schon zum Einzug der Gastgeber, gab’s Applaus und Riesenjubel, der seinen Höhepunkt erreichte, als mit Katja Plewnia und Mario Röschke die musikalischen Leiter auf die Bühne stürmten. „Wir waren die Letzten", stapelte Röschke tief. „Einer muss ja den Finger heben, aber wir sind nur zusammen stark." Um den Nachwuchs müssen sich die Bornaer jedenfalls nicht sorgen. Mit der vierjährigen Jule, die schon mit zwei Jahren genau wusste, dass sie wie Mutti Christine Seidel Trompete spielen wollte, rockte die Jüngste der Band am Blasinstrument aus Plastik kräftig mit. Mit „Gugge-Mugge aus dem Vorland der Schwäbischen Alb" setzten die Rommdreiber aus Rechberghausen den bunten Querschnitt aus allen Facetten der Guggemusik fort, zu dem allein 340 Musiker angereist waren.

Mit höchstem körperlichen Einsatz haute Frontmann und „Nodachef" Daniel Timme auf die Pauke. Aus Thüringen kamen die Gugge-Vertreter Apoldas in den Stadtfarben Gelb, Grün und Schwarz, aus Österreich waren die Staaplattaflözer Sattaas und die Vorarlberger Schneggahüsler Frastanz in prächtigen Kostümen angereist. Deren Präsident Bernhard Spiss verriet schmunzelnd: „Das zweitbeste Erlebnis in meinem Leben war, Vereinschef Andreas Neubert kennenzulernen und lieben zu lernen. In allen Auftrittsorten entstehen Freundschaften." Gugge-Devise der Schneggen: Niemand muss bei uns ein Instrument beherrschen und niemand muss Noten lesen können. Wir wollen musizieren und unseren Spaß haben! Den hatten definitiv Musiker und Publikum.„Es ist einfach gigantisch, die Leute waren von Anfang an super drauf", freute sich Neubert. „Dass wir als relativ kleiner Verein so etwas gestemmt bekommen, kann uns stolz machen." Ohne tatkräftige Unterstützung und Sponsoren funktioniere das natürlich nicht. Die Freiwillige Feuerwehr Zedtlitz war ebenso im Helfereinsatz wie die Freizeitfußballer von Eintracht Zedtlitz und die Kicker des TSV Lobstädt. Einen Riesen-Anteil am Gelingen hatte die Feuerwehr Borna, die über das Herrichten des Platzes bis hin zum Auf- und Abbau des Festzeltes im Einsatz war. Der Fackelumzug am Freitag fand unter Aufsicht der Jugendfeuerwehr in ihren neuen Uniformen statt. In Erinnerung an die lange Lichterkette geriet Feuerwehrchef Kai Noeske richtig ins Schwärmen: „Das Bild mit den vielen Fackeln und Lampions war einfach gigantisch."

Gislinde Redepenning

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