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Borna 30 Grad von der Sonne und 300 Grad vom Lötkolben
Region Borna 30 Grad von der Sonne und 300 Grad vom Lötkolben
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00:19 23.06.2017
Andreas Müller bringt Dachrinnen an der Sporthalle in Eula an. Dabei braucht er ab und zu den Lötkolben, der 300 Grad Wärme produziert. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Meter für Meter montiert Klempner Andreas Müller die Dachrinnen an der Sporthalle in Eula bei Borna. Dabei braucht der 59-Jährige den Lötkolben, der den Zinn schmelzen lässt, um die einzelnen Rinnenstücke zu verbinden. Das ist Routine für den erfahrenen Handwerker, 35 bis 40 Meter schafft er an einem Tag. Nur derzeit ist es hart. „Das ist ein heißer Job, der gerade nicht heiß begehrt ist“, scherzt der Mitarbeiter vom Dachdeckermeisterbetrieb Schmidtchen und Brumme aus Lucka. Über 30 Grad im (nicht vorhandenen) Schatten, 300 Grad Hitze vom Lötkolben in seiner Hand.

„Die jungen Leute stecken das noch besser weg, aber für mich im fortgeschrittenen Alter ist es schon heftig“, meint der Klempner. Bis 28 Grad sei in Ordnung. Wenn das Thermometer jedoch weiter steigt, sei es doch sehr heiß auf dem Dach. „Hinzu kommen die Temperaturextreme. Nach so einer Hitze folgt Regen und dann sind es nur noch 16 Grad. Das ist schon anstrengend.“

Nicht nur fürs fortgeschrittene Semester. Auch die drei jüngeren Dachdecker des Luckaer Betriebes, die derzeit in Eula arbeiten, schwitzen auf dem Sporthallendach. Sie haben alte Schindeln abgetragen, die Schalung nachgenagelt und nun selbstklebende Dachbahnen verlegt. Schwere Arbeit in der knallenden Sonne. Enrico Brühl kann trotzdem noch lachen: „Wir werden schön braun! Und wenn’s so warm ist, fangen wir morgens eine Stunde eher an.“ Also um sechs. Bis 15 Uhr arbeitet der 34-Jährige aus Regis-Breitingen mit seinen Kollegen auf der Baustelle. Dabei ist eine Stunde Mittag im Schatten inklusive.

Die Handwerker müssen viel trinken, allerhand Flaschen stehen auf dem Pausentisch. Die Geschmäcker gehen dabei weit auseinander: Wasser, Cola, Tomatensaft, Pfirsich-Limo... Zeit zum Durchschnaufen. „Naja, das ist schon nicht so ohne da oben, wenn’s so heiß ist", meint Dachdecker René Krübl. Jeder Sommer sei ein bisschen anders. Bei Rekordtemperaturen gibt es auch mal „hitzefrei“, da dürfen die Mitarbeiter schon 13 Uhr Schluss machen. „Bei einer Baustelle im Kindergarten, die schnell fertig werden musste, haben wir auch mal in zwei Schichten gearbeitet, die einen vormittags, die anderen nachmittags“, erzählt der 40-Jährige. Das Traumwetter eines Dachdeckers sei jedenfalls anders, eher „20 bis 25 Grad und leicht bewölkt“.

Von Claudia Carell

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