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Borna 3000 Besucher beim Kinder- und Familienfest in Borna
Region Borna 3000 Besucher beim Kinder- und Familienfest in Borna
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14:00 19.05.2015
Moderator Michael Franke und Maskottchen Schlingel beim Bornaer Familienfest. Quelle: Jens Paul Taubert

Bei strahlendem Sonnenschein gab es ein abwechslungsreiches Programm.

Auch wenn es nicht das Abschlussbild der Veranstaltung war, es war zweifellos das schönste Bild: die 150 Mädchen und Jungen, die mit zehn Musiklehrern auf den Traversen des Volksplatzes saßen und musizierten. Was an ein mittleres Wunder grenzte. Denn die jungen Musiker und Sänger waren erst kurz vor ihrem Auftritt im Stadtkulturhaus unter Leitung von Klaus-Dieter Anders, dem Leiter der Musik- und Kunstschule "Ottmar Gerster" zur ersten und einzigen Probe zusammengekommen. Die etwa 50 Instrumentalisten unter den Kindern, waren teilweise mit exotischen Klanggeräten wie Cajons - Kistentrommeln - ausgerüstet, wozu Geige, Gitarre und Blockflöte sowie Trompeten und Keyboard kamen. Alles Instrumente, die die Kinder im Rahmen des sächsischen Projekts "Jedem Kind ein Instrument" an den Grundschulen lernen. Was dann erklang, konnte sich hören lassen - neben einem Tanz auch "Au clair de la lune", ein französisches Lied aus dem 18. Jahrhundert und das Pipapopiratenlied. Die Zuschauer, unter ihnen viele Eltern, waren begeistert.

Sie gehören zu Borna wie die Zwiebel, und deshalb heißen sie auch so: die Born'schen Zwiebelgirls, die es seit einer gefühlten Ewigkeit gibt, was in Wahrheit aber erst 15 Jahre sind. Dahinter verbergen sich in jeder Hinsicht gut ausgestattete Damen wie die stadtbekannte Augenoptikerin Iris Hering und Heide Napierski aus dem Rathaus, aber auch Schneiderin Maria Flach, Bärbel Gröll und Maria Sakel. "An sich sind wir eher ein Stammtisch", sagt Heide Napierski, was bedeutet, dass sich die Damen, die so perfekt in die Haut anderer Künstler schlüpfen können, einer speziellen Art von Wirtschaftsförderung verschrieben haben. Sie suchen regelmäßig die örtlichen Gastronomen auf. Und sie stehen, wie gestern, mit großer Leidenschaft auf der Bühne, etwa als Cora ("Komm wir fahren nach Amsterdam").

Wie die Zwiebelgirls sind auch die Bornaer Tanzelfen Stammgäste auf den Bühnen der Stadt. Die Tanzelfen gibt es seit mehr als 20 Jahren, und eine, die schon damals mitgemacht hat, ist Maria Lindner. Die 25-Jährige hat damit das Erbe ihrer Mutter Jaqueline Lindner angetreten, die die Tanzgruppe, die derzeit etwa 40 Aktive zählt, einst mit ins Leben gerufen hat. Geprobt wir dreimal in der Woche in der Turnhalle der Förderschule in der Luckaer Straße. Beim Kinder- und Familienfest stellten sich die Tänzerinnen mit Ausschnitten aus ihrem neuen Programm vor, das den Titel "Unterwasserwelt" trägt. Leiterin Maria Lindner, die ihr Geld als Medienassistentin bei der Leipziger Messegesellschaft verdient, machte klar, dass sie mit ihren Tänzerinnen nach wie vor mithalten kann - beim Rock'n'Roll.

Es ist ein echtes Problem. Nicole Schmidt aus Borna kauft sich immer das Falsche, wenn es um Garderobe geht. Dabei ist die 47-Jährige, die in einer Pension arbeitet, alles andere als uninteressiert an modischen Dingen. Sie gehört auch zu den Konsumenten von Fernsehsendungen wie "Germanys next Topmodel", und da passte es hervorragend, dass sie an der Vorher-Nachher-Show teilnahm. So wie auch Dietmar Zainzinger. Beide begaben sich wie auch die 22-jährige Theresa Hofmann aus Regis in die Hände von Fachleuten: den Profis von Kosmetik Jungmann und Friseurin Tina Heyer von Stylecutforyou aus Borna. Nicole Schmidt zeigte sich vor Beginn ihrer Verwandlung offen für alles. Einzige Ausnahme: "Bloß nicht blond färben."

Zwei Nachmittage hat Inge Witt gebacken - sechs Bleche mit leckerem Kuchen. Die Frau, einst im Bürgertreff in der Schulstraße aktiv und mittlerweile Rentnerin, betreute den Kaffee-Stand auf den Höhen des Volksplatzes. Ihre Spezialität: Rotkäppchentorte.

Am Stand des Deutschen Roten Kreuzes Geithain konnten Kinder Hasenfiguren aus Ton bemalen. Sie stammten aus der DRK-Behindertenwerkstatt, wie Mitarbeiterin Ivonne Heß sagte. In der DRK-Behindertenwerkstatt werden 250 Menschen mit Behinderung beschäftigt.

Kreativität war auch am LVZ-Stand gefragt. Dort wurden nicht nur Bilder gemalt. Auch Bastelfreunde kamen auf ihre Kosten. Etwa Mutter Cornelia Kunze und Tochter Franziska. Basteln aber durfte die Oma, Karin Schulz, die eine Bommelkatze herstellte. Bei der LVZ ging es auch sportlich zu. So waren Geschwindigkeit und Geschicklichkeit gefragt. Denis und seine Schwester Jennifer Isuki hatten sie. Der Viertklässler war am Ende schneller mit dem Ball am Fuß um die Hütchen im Gras gekommen. Beiden winkten wie anderen auch Gutscheine des Bad Lausicker Freizeitbades "Riff" und der Lichtensteiner Miniwelt.

Selbstredend gab es gestern viel fürs Auge. Speziell bei den Modenschauen der Firmen Takko, Vögele und AWG. Peggy Saupe, Leiterin des Vögele-Marktes Am Wilhelmschacht, schickte 20 Models inclusive mehrerer Kinder auf den Laufsteg. Und sie weiß, wie der Sommer modetechnisch wird: "Bunt." Wobei es durchaus ein wenig Aufregung verursachen kann, gekonnt Mode vorzustellen. Felix Franke (21), von Beruf Industriemechaniker, betrat erstmals den Laufsteg - erfolgreich. Mehr Erfahrung hat da schon Stefanie Jungnickel aus Neukieritzsch. Die hübsche junge Dame aus Neukieritzsch, die in wenigen Tagen 16 wird und ihr Abitur in Leipzig machen will, modelt schon einige Zeit. Eine Art Berufsvorbereitung, schließlich will sie Schauspielerin werden. Vater Stefan und Mutter Chris, die ihre Tochter begleiteten, drücken die Daumen.

Zwei Maskottchen gaben sich beim Familienfest ein Stelldichein. Zum einen der Schlingel, der Namensgeber des LVZ-Familienmagazins. Zum anderen Bully, das Maskottchen des Aufsteigerklubs RB Leipzig. Der hat auch in Borna längst seine Fans. Leute wie David Hofmann und seinen Vater Danilo. Die haben erst am Freitag Härte bewiesen, als sie in Leipzig acht (!) Stunden lang für Dauerkarten für den künftigen Zweitligisten anstanden.

Ohne solche Leute geht es nicht. Ohne die rührigen Mitglieder des Volksplatzvereins, die von Sonnabendnachmittag bis weit in den Sonntagabend im Einsatz waren. Leute wie Volksplatzvereinschef Falk Opelt und sein Vize André Plewnia oder seine Frau Katja. Ob irgendwo eine Leitung fehlte, Getränke verkauft oder Kinder geschminkt werden mussten, ihr Einsatz war die Grundlage für den erfolgreichen Verlauf des Kinder- und Familienfestes. "Ich kümmere mich gern um andere", sagt Katja Plewnia bescheiden.

Der gestrige Tag auf dem Volksplatz hatte sportlich begonnen. Erst- bis Viertklässler der Grundschulen West und Neukirchen kämpften um den Pokal der LVZ. Den hielten am Ende die Neukirchener Schüler mit ihrer Schulleiterin Sylvia Ehritt in den Händen. Sie hatte sich ein Duell mit Sportlehrerin Kristin Winkler von der Westschule im Sackhüpfen geliefert und knapp verloren. Es gab viele lustige Wettkämpfe, die Olaf Kämpfner moderierte. Der Sportlehrer hat Entertainerqualitäten. Den Kindern mache es jedenfalls großen Spaß, wie Zweitklässler Amadeus Solis und Viertklässler Jonas Reiche von der Schule Neukirchen bestätigten. Unterstützt wurden die Mädchen und Jungen von vielen Eltern. Etwa von Holm und Manuela Schuster aus Borna, deren Tochter Paula die erste Klasse in Neukirchen besucht. Warum Neukirchen? Mutter Schuster: "Weil die Schule einzigartig ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.06.2014
Nikos Natsidis

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