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Borna 38 Jahre für den Kindergarten
Region Borna 38 Jahre für den Kindergarten
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13:56 19.05.2015
Karl und Anita Prößdorf sind beide ab Montag nicht mehr im Kindergarten Kitzen. Für die Kinder und die Erzieher ein großer Verlust. Quelle: Julia Tonne

inem Frühstück. Denn mit ihrem Jahrestag beendet die Jubilarin auch die Arbeit im Kindergarten.

Heute ist ihr letzter Arbeitstag, dann schließt sich nach 38 Jahren in der Einrichtung die Tür hinter ihr. Auch ihr Mann, Karl Prößdorf, der seit mehr als zehn Jahren Hausmeister in der Kita der Volkssolidarität war, geht mit ihr. Für die Kollegen, die Eltern und die Kinder ein schmerzlicher Verlust. "Die beiden sind aus unserem Alltag gar nicht wegzudenken", sagt die stellvertretende Leiterin Margit Schirmer. "Was sie hier geleistet haben, muss erst einmal jemand leisten."

Sie spielt damit vor allem auf die Bemühungen von Anita Prößdorf an, ein neues Gebäude für den Kindergarten zu bekommen. Bis 2007 waren die Kinder noch in dem Barackenbau in der Ernst-Thälmann-Straße untergebracht, "doch das Haus platzte aus allen Nähten, wir brauchten dringend einen Neubau", erinnert sich die Jubilarin. Sie musste lange bei der damals noch eigenständigen Gemeinde Klinken putzen, bis ihr Wunsch erhört wurde. Seit rund sieben Jahren nun toben und spielen die Ein- bis Sechsjährigen auf dem Gelände in der Schulstraße. "Und unsere Anita war dabei immer der Motor, der das alles am Laufen gehalten hat", macht Erzieherin Denise Wenzeck deutlich.

Dass Prößdorf zeitgleich mit ihrem Mann in den Ruhestand geht, sorgt auch bei den Kindern für Tränen. Der dreijährige Kolja will seine Anita nicht gehen lassen und guckt mehr als traurig, als sich die Leiterin verabschiedet. Für traurige Kindergesichter sorgt auch der Abschied von Karl Prößdorf. "Er hat hier aus einer Baustelle ein richtiges Kinderparadies geschaffen", betont seine Frau. Und Margit Schirmer ergänzt, dass viele Kinder immer wieder bei "Onkel Karl" in der Werkstatt geholfen hätten.

Weinen wollte Anita Prößdorf bei ihrer Rede eigentlich nicht, dennoch rollten die Tränen, als ihr klar wurde, dass nun "mein ganzes Leben im Kindergarten vorbei ist". Wie es ab Montag bei ihr weitergeht, weiß sie noch nicht. Zu groß wird die Veränderung für sie sein. "Sie war all die Jahre mit Herz und Seele erst Erzieherin und dann Leiterin der Kindertagesstätte", erklärt Ute Sossna vom Kreisverband Leipziger Land/Muldental der Volkssolidarität. Sie erlebe es nicht sehr häufig, dass jemand bis zum letzten Tag mit "unglaublich viel Spaß, Liebe und Engagement" seine Arbeit mache.

Nachfolgerin wird ab August Heike Hußner, die bisher in der Kita "Bunte Schmetterlinge" in Rüssen-Kleinstorkwitz gearbeitet hat. Sie weiß, in welch große Fußstapfen sie tritt, hofft aber, die Kita im Sinne ihrer Vorgängerin weiterführen zu können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2014
Julia Tonne

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