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Borna 420 Euro für zwei Flaschen Bier
Region Borna 420 Euro für zwei Flaschen Bier
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18:38 26.02.2012
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. Die war denen allerdings völlig unbekannt. Weiterhin: Angeblich habe der sich nun beleidigt Gefühlte nur einen normalen Einkauf machen wollen, als die beiden jungen Leute plötzlich mit weiteren miesen Bemerkungen die Situation angeheizt und ihn in der Schlange an der Kasse erneut provoziert hätten. Nachdem nach angeblich weiteren Beleidigungen durch die Widerparts an der Kasse das Gekaufte nacheinander von allen bezahlt worden war, habe er die beiden noch im Vorraum zur Rede gestellt. „Sie hatten Bierflaschen in der Hand, ich fühlte mich bedroht und habe dann sofort zugeschlagen", so der Angeklagte.

Die Opfer, zwei Ladenbauer, haben eine ganz andere Version des Geschehens. Sie, so sagten sie vor Gericht aus, hätten sich nur jeder zwei Flaschen Feierabendbier gekauft – ohne irgendjemand zu beleidigen. Beim Hinausgehen aus dem Geschäft sei dann der Angeklagte aufgetaucht, habe unbedingt eine der Bierflaschen haben wollen. Um den Frieden zu erhalten – möglicherweise war auch Angst vor dem gedrungenen, kahlköpfigen Mann im Spiel – habe man die Flasche abgegeben. Doch dann wollte er noch eine zweite. „Und die nahm er sich dann einfach, haute unvermittelt mit der Faust in mein Gesicht, so dass ich zwischen die Einkaufswagen geschleudert wurde. Eine Bierflasche ging noch im Kaufland-Gebäude zu Bruch. Dann verfolgte er noch meinen Kollegen über den ganzen Parkplatz", gibt einer der Geschädigten zu Protokoll.

Die Frau des Schlägers, zusammen mit den Kindern im Auto wartend, schaffte es schließlich, den Schlagwütigen – 0,44 Promille Alkohol im Blut stellte die Polizei wenig später fest – zum Einsteigen und auf den Nachhauseweg zu bringen, ohne dass noch Schlimmeres passierte und die Verletzungen bei den 26-jährigen Opfern andere Ausmaße annehmen würden. Geplatzte Augenbrauen, Risswunden am Mund, geschwollene Lippen und Schürfwunden bei den Opfern reichten schon.

Doch ob sie an der Auseinandersetzung ganz so unschuldig waren, wie sie vor Gericht erklärten, schien dem Gericht zumindest fraglich. Nachweisen lässt sich das allerdings nicht. Mit der Zahlung von 420 Euro Schmerzensgeld, in 30-Euro-Raten, zeigte sich der arbeitslose Angeklagte einverstanden. Außerdem stellte das Gericht die Einstellung des Verfahrens in Aussicht, wenn der Deutzener 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit absolviert. „Die Aktion war eine Dummheit von mir", gab der Verurteilte abschließend noch zu Protokoll.

Hellmut Mauersberger

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