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50 Jahre Meisterjubiläum für Pegauer Konditor

50 Jahre Meisterjubiläum für Pegauer Konditor

Ein seltenes Jubiläum feiert Werner Sommer aus Pegau: 1963, also vor fünfzig Jahren, erhielt er seinen Konditor-Meisterbrief. Das Dokument hängt gerahmt genauso lange in seinem Geschäft am Martin-Luther-Platz.

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In der Backstube: Werner Sommer als junger Mann.

Quelle: Privat

Pegau. Aber eigentlich ist er noch viel länger bei seinem Handwerk.

Der 76-Jährige stammt aus einer Bäckerfamilie. Sein Vater hatte einen Laden erst in Meerane, später in Ronneburg. 1939 musste der Vater in den Krieg ziehen, zwei Jahre später fiel er. Werner Sommer wuchs mit seiner Schwester als Halbwaise auf. Als es Zeit war, eine Lehre zu beginnen, schickte ihn seine Mutter zum Onkel, der in Pegau Bäcker war. Dies war nicht unbedingt der Traumberuf des jungen Mannes, er wäre auch gern Lehrer geworden, "aber in den 50er Jahren gab es nicht so viele Möglichkeiten", erinnert sich Werner Sommer. Also Schuster bleib bei deinem Leisten - will heißen: Der Sohn eines Bäckers lernt eben in einer Bäckerei.

Die des Onkels lag am Clara-Zetkin-Platz, früher und heute wieder Schlossplatz. "Damals haben wir nur Brot und Brötchen gebacken. Alles war rationiert, es gab alles auf Marken", erinnert sich der Pegauer. Fleißig hat er als Lehrling diese vielen Marken aufgeklebt - danach wurde die Mehllieferung kalkuliert.

Im Juni 1953 absolvierte er die Bäckermeisterprüfung in Leipzig. Es war die Zeit des Juni-Aufstandes, in der Stadt wurde geschossen. "Das war kritisch. Wir waren froh, als wir wieder im Zug nach Pegau saßen."

Doch dieser Meisterbrief genügte ihm nicht. Aufwendig in der Abendschule wurde er nochmals Geselle, fuhr zweimal in der Woche nach Leipzig, besorgte sich mit riesigem Aufwand Pfirsiche und Bananen für eine Obsttorte. Mit Erfolg: 1963 konnte sich Werner Sommer auch Konditormeister nennen. Ein Jahr zuvor hatte er mit seiner Frau Brigitte das Haus am Martin-Luther-Platz 7 gekauft und im Erdgeschoss sein eigenes Geschäft eröffnet.

Der Laden florierte. Endlich gab es auch wieder mehr und bessere Zutaten. "Wir hatten damals in der Stadt 16 Bäcker und 10000 Einwohner. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen", sagt der zweifache Meister nachdenklich. Bis zu zehn Leute arbeiteten bei ihm. Mehr durften es nicht sein, sonst hätte er eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) gründen müssen.

Die politische Wende 1989 veränderte auch das Leben der Sommers. Bald dachten sie über eine Vergrößerung des Geschäftes nach. Sie bauten im Carsdorfer Gewerbegebiet einen modernen Backbetrieb und eröffneten eine Filiale nach der anderen. Heute sind es zwölf Geschäfte in Pegau, Elstertrebnitz, Neukieritzsch, Lobstädt, Grana, Theissen, Zeitz und Draschwitz. Mehr als 50 Mitarbeiter gehören zum Unternehmen.

Vor Jahren schon übergab der Senior die Geschäfte seinem Sohn Alexander. Doch der Vater schläft auch heute noch nicht morgens aus. Halb drei steht er mit in der Backstube. Der Renner seien zurzeit die Foto-Torten. Dabei erscheint ein Foto des Jubilars auf der süßen Versuchung. Leckereien wie Bismarck-Eiche werden bei Sommers seit Jahrzehnten gern gekauft. "Es gibt Leute, die schon lange im Westen leben, aber wenn sie nach Pegau zu Besuch kommen, kaufen sie bei uns die Bismarck-Eiche", erzählt Brigitte Sommer, die in all den Jahren ihrem Mann immer in der Backstube und im Geschäft half. "Wir haben stets viel gearbeitet, aber zusammen", sagt sie lächelnd. Das sei zwar nicht immer leicht, "aber es ist doch auch sehr schön".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.03.2013

Carell-Domröse, Claudia

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