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50 Millionen Euro investiert die Bahn in den Böhlener Bahnhof

Bauarbeiten nach vier Jahren beendet 50 Millionen Euro investiert die Bahn in den Böhlener Bahnhof

Rund 50 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn in den Bahnhof Böhlen investiert. Die Arbeiten sind ein Baustein im Zuge des Ausbaus der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen dem Markkleeberger Ortsteil Gaschwitz und Böhlen. Gestern sind die Bauarbeiten nach vier Jahren offiziell für beendet erklärt worden.

Die Böhlener Knirpse mit ihren Erzieherinnen, Bürgermeister Berndt (hinten, 2.v.l.) und Bahnbeauftragte freuen sich über die abgeschlossenen Bauarbeiten am Bahnhof Böhlen. Insgesamt investierte die Bahn dort rund 50 Millionen Euro.

Quelle: Julia Tonne

Böhlen. 13 Kilometer neue Gleise, 20 Kilometer Oberleitungsanlagen, neue oder instandgesetzte Weichen, ein neues Brückenbauwerk und ein elektronisches Stellwerk: insgesamt hat die Deutsche Bahn rund 50 Millionen Euro in die Baumaßnahmen am Böhlener Bahnhof investiert. Gestern sind die vier Jahre dauernden Arbeiten offiziell für beendet erklärt worden, die Bewohner der Stadt waren von der Bahn zu einer Dankeschön-Feier eingeladen. Die Arbeiten sind ein Baustein im Zuge des Ausbaus der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen dem Markkleeberger Ortsteil Gaschwitz und Böhlen.

„Böhlen hat sich zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt“, machte Matthias Sieber von der DB Netz AG, Bauherr der Maßnahmen, gestern deutlich. Schmunzelnd fügte er hinzu, derzeit zu überlegen, ob er sich hier nicht selbst ansiedeln solle, um von der guten Infrastruktur zu profitieren. Immerhin brauche die S-Bahn jetzt nur noch 40 Minuten zum Flughafen und eine knappe halbe Stunde bis in die Leipziger Innenstadt.

Im Herbst 2012 hatten die umfangreichen Maßnahmen im und rund um den Bahnhof begonnen, „und mit der Stadtverwaltung hatten wir gleich einen Partner auf Augenhöhe gefunden“, betonte er. Dabei lief der Start alles andere als reibungslos ab: gleich zu Beginn musste eine Sperrpause überzogen werden. Doch obwohl die Bahn des Öfteren auch nachts „rumgerumpelt“ habe, seien kaum Beschwerden von Seiten der Böhlener aufgetaucht. „Wir sind bis auf einige Restarbeiten hier fertig. Daher werden wir Sie hoffentlich nicht mehr mit Staub, Lärm und Straßensperrungen belästigen müssen“, fügte er in Richtung der eingeladenen Bewohner hinzu. Ein echtes Glanzstück sei der Bahnhof mit dem Tunnel geworden, der den Zugang zu den Bahnsteigen barrierefrei ermöglicht.

Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, lobte, dass sämtliche Arbeiten in den vergangenen Jahren sowohl umwelt- als auch bürgerverträglich abgelaufen seien. Mittlerweile gebe es „sehr gute und eng getaktete Verbindungen nach Leipzig und nach Borna“. Der Rathauschef hofft, dass die Zusammenarbeit auch weiter so reibungslos funktionieren werde, denn in den kommenden Jahren würden noch etliche Baumaßnahmen am Haltepunkt Großdeuben anstehen. Berndt plädierte zum wiederholten Male an die Verantwortlichen der Bahn, den Haltepunkt im Böhlener Stadtteil wenigstens stufenfrei auszubauen. „Es muss kein Fahrstuhl sein, aber eine ähnliche Lösung wie in Böhlen wäre für die Großdeubener super, schließlich ist der Stadtteil auch Drehpunkt zwischen den Seen“, erklärte der Rathauschef. Die erhoffte Barrierefreiheit hatte auch Maria Gangloff, vor Berndt Bürgermeisterin der Stadt, noch einmal in den Fokus der gestrigen Veranstaltung gerückt. „Seit Jahren sind wir an dem Thema dran, es wird Zeit, dass es eine Lösung gibt“, sagte sie. Der Tunnel in Böhlen sei auch für Großdeuben ein guter Kompromiss.

Ganz fertig ist die Bahn dennoch nicht. Böhlen selbst bekommt in der Ernst-Thalmann-Straße eine rund 400 Meter lange Ergänzung der Lärmschutzwand, in Großdeuben steht noch der Bau der neuen Brücken bevor. Allein in dem Ortsteil investiert das Unternehmen noch einmal rund 40 Millionen Euro. Fertig hingegen ist seit einigen Tagen die zweigleisige Umleitungsstrecke, „jetzt können die drei Brücken zeitversetzt gebaut werden, dann bleibt immer eine Straße in Großdeuben für den Verkehr frei“, verspricht Sieber. Was während der kommenden Monate Bestand hat: Die DB Netz AG und die Bahnbau Gruppe bleiben Paten der Böhlener Knirpse. „Die Kinder haben doch das Potenzial als unsere Nachwuchskräfte, wir nehmen schon Bewerbungen der Kleinen entgegen“, sagt Andreas Saft von der Bahnbau Gruppe.

Von Julia Tonne

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