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50 neue Asylbewerber kommen im Dezember

50 neue Asylbewerber kommen im Dezember

Teilweise hoch her ging es gestern Abend bei einer Informationsveranstaltung über die geplante Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Berufsschule am Königsplatz.

Borna. Etwa 180 Besucher waren dazu in den Goldenen Stern gekommen. Dabei wurde vielfach Unzufriedenheit über mangelnde Informationen laut. Zweifel gab es auch daran, dass die Asylbewerber nur bis Ende März bleiben.

Es gab Meinungsäußerungen von Bürgern sowie zahlreiche Fragen, die keineswegs immer zur Zufriedenheit des Publikums beantwortet wurden oder auch beantwortet werden konnten. Etwa die nach der Gewährleistung der Sicherheit sowohl der Asylbewerber als auch der Anwohner. Nach der Zahl der Asylbewerber und deren Nationalitäten oder warum die neuen Asylbewerber nicht in Grimma untergebracht werden. Katrin Meinig, Inhaberin der stadtbekannten Fleischerei in der Königstraße und damit in unmittelbarer Nähe zu der neuen Asylbewerberunterkunft wollte wissen, was aus der Berufsschule nach dem März 2014 passiert. Hartmut Hieckmann, langjähriger Gewerkschafter, erklärte, "viele Bürger haben Angst, wenn Asylbewerber konzentriert untergebracht werden". Erzählt wurde von Geschäftsleuten rund um den Königsplatz, die "aufrüsten" wollten.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) die Geschehnisse der letzten Wochen erläutert. So habe es zunächst die Anfrage des Landkreises gegeben, die ehemalige Berufsschule zur Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen. Das sei später mit Blick auf die bauliche Mängel wieder verworfen und anschließend erneut ins Spiel gebracht worden. Sie habe ihre Bedenken gegen die Nutzung des Gebäudes immer wieder artikuliert, sei aber nun, nachdem ihr der Landkreis am Freitag per Bescheid die Nutzung des Gebäudes angekündigt habe, nur noch zur kurzfristigen Einberufung der Veranstaltung gestern Abend in der Lage gewesen. Prinzipiell bräuchten Asylbewerber Hilfe, was in einem Heim aber problematisch sei.

Thoms Voigt (SPD), Zweiter Beigeordneter im Landratsamt, erklärte, Anfang Dezember werde mit einer neuerlichen Zuweisung von Asylbewerbern aus den zentralen Unterkünften in Chemnitz und Schneeberg gerechnet, die dann am Königsplatz einquartiert werden. Es sei noch unklar, aus welchen Ländern die kämen. Bisher stammten die Asylbewerber aus Tschetschenien, Indien und Pakistan. Diese Menschen seien froh über eine entsprechende Aufnahme. Die derzeit vier Heime in Elbisbach, Thräna, Bahren und Hopfgarten seien bis auf den letzten Platz belegt. Voigt bekräftigte ebenso wie Landrat Gerhard Gey (CDU) klar, dass die Unterbringung der etwa 50 Asylbewerber in Borna nur bis zum 31. März vorgesehen sei. Dann soll das ehemalige Berufliche Gymnasium in Espenhain als neue zentrale Unterkunft genutzt werden. Das sei möglich, weil sich die einstige Schule nicht im Industriegebiet befinde, in dem tatsächlich eine entsprechende Nutzung nicht möglich sei, sagte der Erste Beigeordnete im Landratsamt, Wolfgang Klinger (CDU). Zuvor hatte Landrat Gey auf die Bredouille verwiesen, in der Landkreis und die Kommunen gemeinsam stecken: Sie müssen Asylbewerber aufnehmen, weil das gesetzlich so vorgeschrieben sei. Und weil der Landkreis nur zwei eigene Immobilien habe, greife er jetzt auf die Ex-Berufsschule zurück. Gey machte keinen Hehl daraus, dass er nennenswerte Teile der deutschen Asylpolitik, etwa die lange Bearbeitungsdauer von Asylanträgen, für unbefriedigend hält.

Superintendent Matthias Weismann kündigte an, er wolle sich in der evangelischen Kirchgemeinde für eine Willkommenskultur stark machen. Es gehe darum, Borna als freundliche und offene Stadt zu zeigen.

Die Gefühle vieler Besucher dürften auch nach dem Ende der Veranstaltung zwiespältig bleiben. Es gehe immer nur um die Befindlichkeiten der Asylbewerber. Dabei, so die Kritik aus dem Publikum, müsse es auch um die Befindlichkeiten der Anwohner gehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.11.2013
Nikos Natsidis

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