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500 Arbeitsplätze und kein Patentrezept

500 Arbeitsplätze und kein Patentrezept

Es ist zumindest sehr ambitioniert, was die Linken in ihr Kommunalwahlprogramm geschrieben haben: Sie wollen in den nächsten fünf Jahren dafür sorgen, dass in Borna 500 neue Arbeitsplätze entstehen.

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Beim LVZ-Wahlforum war der Goldene Stern mit etwa 100 Besuchern gut gefüllt. Fotos (8): Thomas Kube

Quelle: Thomas Kube

BORNA. Moderator Frank Prenzel fragte die Linken-Spitzenkandidatin Ines Graichen deshalb vorgestern beim LVZ-Wahlforum im Goldenen Stern, wie das bewerkstelligt werden soll - angesichts der Tatsache, dass mit dem angekündigten Wechsel der Firma Lekkerland nach Borna zwar 120 neue Jobs verbunden sind, mit dem bevorstehenden Abzug von Edeka und dem Finanzamt aber sehr viel mehr Arbeitsplätze verloren gehen.

Immerhin sei es gelungen, in den letzten fünf Jahren in Borna 300 neue Arbeitsplätze zu schaffen, erklärte die Linken-Frontfrau mit Blick auf die Ansiedlung von Thermic Energy, der Azurit-Gruppe und Erweiterungen im Klinikum Borna, wo etwa die Palliativstation neu entstand, wie auch die Erweiterungen der Lebenshilfe. Die Stadt habe gute weiche Standortfaktoren wie ordentliche Wohnungen, ein gutes Kultur- und Bildungsangebot und moderne Sportstätten.

Erwartungsgemäß sah das Roland Wübbeke weit weniger rosig. "Wenn man Sie so hört, denkt man, alles wäre gut", so der CDU-Fraktionschef zu Graichen. Bei den Firmenansiedlungen müsse aber genauer hingeschaut werden, und dann stelle sich heraus, dass die Standortentscheidung von Thermic Energy für Borna ausschließlich der Nähe zum Geithainer Emaillierwerk geschuldet sei. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass etwa Lekkerland andernorts seine Steuern zahle und die meisten Mitarbeiter von seinem bisherigen Standort mit nach Borna bringe. Wenn aber Unternehmen keine Steuern in Borna zahlten, sei das nicht gut für den städtischen Haushalt. Zwar arbeite die Verwaltung in Borna gut, "aber wir fordern seit Jahren einen Beigeordneten, der Diplom-Volkswirt ist".

SPD-Fraktionschef Oliver Urban verwies auf Ansiedlungen auf dem Gewerbegebiet Espenhain, wobei es sich dabei um Entsorgungsfirmen und Unternehmen handle, die Schrotthandel betrieben. Die einstige Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Leipziger Land (Will) sei sehr erfolgreich gewesen, ob das die neu geschaffene Wirtschaftsförderung von Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen, die dem Kreis sehr viel mehr als die Will koste, ebenfalls schaffe, sei fraglich. Was Borna brauche, sei ein positives Image und Bedingungen, die es etwa einer Familie mit drei Kindern ermöglichten, eine passende Wohnung zu finden.

Der frühere Oberbürgermeister Bernd Schröter (Bürger für Borna/BfB) räumte ein, dass es "keine Patentrezepte gibt". Wichtig sei aber, sich nicht nur für Neuansiedlungen stark zu machen, sondern auch die vorhandenen Firmen zu unterstützen. Die ansässigen Betriebe müssten gefördert werden, und die Vermarktung von Grundstücken, etwa auf dem Gewerbegebiet Espenhain/Thierbach, gehöre in eine Hand.

Gerhard Artelt, FDP-Ortsvorsitzender, erklärte, es gebe in der Stadt "viel zu wenig produzierendes Gewerbe". Es fehle an Fachleuten, was auch an der Bergbaugeschichte der Stadt liege. Die Stadt müsse ihr Image aufpolieren.

Kathrin Weber (Freie Wähler Borna/FWB) sagte, ein Beigeordneter, der sich um die Wirtschaft kümmere, müsse auch einen entsprechenden Unterbau in der Verwaltung vorfinden. Was das Fachkräfteproblem anbelange, so liege Borna in der Nähe von Chemnitz und Leipzig. Weber regte an, Bedingungen zu schaffen, damit Studenten aus den Großstädten vielleicht ihren Wohnsitz in Borna nehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2014
Nikos Natsidis

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