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Borna 74 Jahre alte Stromtrasse wird ersetzt
Region Borna 74 Jahre alte Stromtrasse wird ersetzt
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14:19 19.05.2015
Bauleute betonieren auf einem Feld bei Trages das Fundament für einen neuen Freileitungsmast. Quelle: Thomas Kube

Der erste Bauabschnitt führt zwischen Thierbach und Belgershain knapp acht Kilometer durch die Region nördlich von Borna.

Axel Jahn, Baustelleleiter der Firma Bilfinger FRB, kennt jeden der 32 Masten, die er mit seinen Leuten ersetzen muss, mit seiner Nummer. Ein paar hundert Meter hinter Trages zweigt vom Feldweg ein aus Stahlplatten gelegter Weg ins Feld ab. Im Viertelstundentakt fahren darauf Betonmischer durchs Getreidefeld zur Baustelle von Mast Nummer 88. 23 Kubikmeter flüssiger Beton werden ins Fundament gepumpt. Ein Ingenieurbüro und ein Labor prüfen die Bewehrung und den Beton. Nummer 88 ist ein so genannter Abspannmast. Hier treffen später die Enden zweier Abschnitte von stromführenden Seilen aufeinander (die sind nicht über die gesamte Trasse durchgehend), er muss also nicht nur einfach die Last tragen, er muss auch gewaltige seitliche Zugkräfte aushalten können. An die kleineren Tragmasten werden die durchlaufenden Seile nur angehangen.

28 der alten Masten, allesamt 74 Jahre alt, haben Jahns Leute bereits umgelegt und entsorgt. Ein paar stehen noch. Gleich in Sichtweite steht einer, weil in einem Nest auf dessen Ausleger Krähen ihre Jungen aufziehen. "Wir haben eine ökologische Baubetreuung durch die Ökostation Birkenhain", sagt Mitnetz-Projektleiter Chris Pommer. Deren Mitarbeiter schauen zum Beispiel auch nach Kleinlebewesen im Bewuchs am Fuße der Masten.

Knapp 300 Meter nördlich von Nummer 88 liegt ein fertig montierter Tragmast auf dem Feld. Aus hunderten Einzelteilen und einem Sack voll Schrauben und Muttern ist der vor Ort montiert worden, erklärt Axel Jahn. "Da muss alles genau an der richtigen Stelle sitzen, sonst geht es am Ende nicht auf", sagt der Baustellenleiter. Wenn der Beton lange genug ausgehärtet ist, etwa nach drei Wochen, wird der Mast von einem Kran auf das einbetonierte untere Segment gehoben. Vier Monteure klettern dann an vier Ecken nach oben und schrauben den Mast an den Sockel. Zuletzt werden die Seile eingezogen. Die hängen in knapp 20 Meter Höhe an den Masten und dürfen im ungünstigsten Fall - maximale Durchleitung und hohe sommerliche Außentemperaturen - nur so weit durchhängen, dass zum Boden noch mindestens sieben Meter Luft sind.

Die Seile sind - neben dem hohen Alter der Trasse - der wesentliche Grund für den Neubau. Denn heute müssen wesentlich höhere Mengen an elektrischem Strom durchgeleitet werden, was einen höheren Leitungsquerschnitt erfordert. Dadurch werden die Seile zu schwer für die alten Masten, an denen in den vergangenen Jahren schon einige Male repariert und saniert wurde.

Die Trasse zwischen den Umspannwerken in Taucha und Eula ist teil einer Ringleitung, die um die Stadt Leipzig herumreicht. Mit dem Neubau "stellen wir die Versorgungszuverlässigkeit im östlichen und südlichen Umland von Leipzig und im nordöstlichen Teil der Stadt sicher", sagt Uwe Härling, Leiter der Netzregion West-Sachsen bei Mitnetz Strom.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2014
Neumann, André

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