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Borna 780 Jahre Deutzen unterm Weidendach gefeiert
Region Borna 780 Jahre Deutzen unterm Weidendach gefeiert
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14:18 10.07.2018
Die Bornaer Tanzelfen tanzen sich beim Deutzener Parkfest in die Herzen des Publikums. Quelle: Katja Senier
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Neukieritzsch/Deutzen

Das Wetter war einfach prächtig zum Parkfest des Neukieritzscher Ortsteils Deutzen. Unter dem geflochtenen Weidendach des Kulturparks sammelten sich am Wochenende zahlreiche Familien mit Kindern, um den herrlichen Sommer zu genießen - und das trotz Fußball-WM.

Dementsprechend froh zeigte sich der Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam für Deutzen“, Jens Buder: „Zufriedene Menschen, tolle Stimmung – einfach top!“ Seit November 2016 arbeitet der gemeinnützige Verein daran, das kulturelle Leben des Ortes neu zu entfachen. Dabei ist das Parkfest nicht neu: Das erste fand bereits 1970 statt. Mittlerweile zieht es sogar Familien aus Zwickau und Halle an.

Buntes Programm

Das umfangreiche Programm sorgte dafür, dass keiner zu kurz kam: Aus einem großen Planschbecken durften die Kinder Badeenten um die Wette angeln, und am Bungee-Trampolin wurde der Traum vom Fliegen (fast) wahr. Eine kleine Trödel- und Kunsthandwerks-Marktstrecke fehlte nicht, und mit Bratwurst, Kaffee, Kuchen und Bier kam auch der Magen nicht zu kurz. Die Feuerwehr war ebenfalls mit von der Partie.

Zauberei, Tanzelfen und Happy Dancers

Die Höhepunkte des Programms waren jedoch der 14-jährige Zauberwürfelkünstler Falco (übrigens der Sohn des Veranstalters), der jeden verdrehten Würfel in Sekundenschnelle wieder hinbekommt, und das Programm der Bornaer Tanzelfen. Die Abteilung des Sportvereins Einheit Borna besteht aus etwa 20 Mädels im Alter zwischen sieben und 20 Jahren, und ihr Name ist völlig gerechtfertigt: Mit Schwung, Elan und spürbarer Freude tanzten sie sich durch ein abwechslungsreiches Programm, das von Rock ’n’ Roll bis zu Indianergesängen reichte. Mit Line Dance traten die Deutzner Happy Dancers auf.

Spendenaktion

Ein kleiner Stand, der schwarze T-Shirts mit der Aufschrift „Krawallbär“ verkaufte, zog ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Lächelnd erzählten die zwei jungen Mädchen am Stand die Geschichte: Ein Freund von ihnen hatte sich aus Jux als Eisbär verkleidet. Daraus entstand so etwas wie ein kleiner Hit unter den Jugendlichen Deutzens. Nun ist aus der verrückten Idee eine Spendenaktion für das Hospiz „Bärenherz“ in Markkleeberg geworden.

780 Jahre Deutzen

Nebenbei stand das Fest unter dem Motto „780 Jahre Deutzen“. Dazu hatte die Heimatstube, die ein Zimmer der örtlichen Schule nutzen darf, ihre Türen geöffnet. Dort steht Karl-Heinz Feiner bereit, um die Geschichte des Ortes, der stark von der Kohle geprägt war, an Interessierte weiterzugeben. Die Wände sind mit Plakaten in kunstvoller Frakturschrift und Fotos bedeckt, und in der Ecke steht die alte Werkssirene, deren durchdringender, pfeifender Klang für die Nachwelt auf CD festgehalten wurde.

Um das Fest zu finanzieren, konnten die Besucher Lose für zwei Euro erwerben – die „2-Euro-Chance“. Dabei wurden Preise im Wert von 2500 Euro verlost, der Rest geht an den Verein.

Kritische Stimmen

Obwohl die Deutzener sehr glücklich mit ihrem Parkfest sind, waren doch auch kritische Stimmen zu hören. Eine Besucherin aus Neukieritzsch, die mit dem Enkel da war, monierte die in ihren Augen unzureichende Förderung solcher kulturellen Höhepunkte. Auch ein anderer Besucher äußerte sich ähnlich: „Von oben kommt ja nichts. Wenn die Jungs und Mädels das hier nicht selbst in die Hand nehmen würden, täte hier gar nichts passieren.“ Vielleicht steckt im Selbermachen aber auch eine große Chance.

Von Katja Senier

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