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8. „Sparkassen Neuseen Classics": Rad-Vielfalt mit Sahnehäubchen

8. „Sparkassen Neuseen Classics": Rad-Vielfalt mit Sahnehäubchen

Die „Sparkassen Neuseen Classics" (NSC) bleiben eine Erfolgsgeschichte. Auch die achte Wiederauflage des Traditionsrennens „Rund um die Braunkohle" bot am Pfingstsonntag jenen sportlichen Mix, der den Nerv eines ganz breiten Publikums trifft.

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Der Nachwuchs startet mit dem gleichen Ehrgeiz wie die Großen. Und erhält seinen verdienten Applaus.

Quelle: Hartmut Karich

Zwenkau. Vom Dreikäsehoch auf dem Dreirad bis zum Profi-Flitzer auf der Rennmaschine waren 6000 Pedalritter in den Zwenkauer Gewerbepark gekommen, wo sie bei Kaiserwetter von Tausenden Zuschauern im Start- und Zielbereich gefeiert wurden.

30 000 Radsport-Fans säumten zudem die Strecken durch den Landkreis, zählten die Organisatoren. Und in deren anfeuerndem Applaus badeten sie alle - die Bambini, die Nachwuchs-Akteure, die 2000 ambitionierten Freizeit-Fahrer auf ihren Jedermann-Touren über 30, 70 und 135 Kilometer, die Promis und natürlich die Profis. Das Sahnehäubchen aus Veranstaltersicht: Zwei Leipziger Lokalmatadoren waren am Ende vorn. Sieger André Schulze (Team CCC Polsat und Steffen Radochla (Nutrixxion Sparkasse) lieferten sich einen packenden Zielsprint.

Einen deutlichen höheren landschaftlichen Genussfaktor als die Wettkämpfer hatten die 3500 Radwanderer im Hinterkopf, die in Leipzig (drei Gruppen), Borna, Naunhof und Rüssen-Klein­storkwitz (mit Seerunde) jeweils gegen 9 Uhr gen Zwenkau aufbrachen. Um die Zeit waren die ersten Aktiven längst im Ziel. Die 30-Kilometer-Jedermänner und -frauen mussten früh raus, denn schon 7.30 Uhr knallte in der Baumeisterallee zum erstmals die Starterpistole.

„Die anderen Strecken sind ein bisschen lang für uns. 30 ist gerade richtig", hatten Sabine und Bernd Kaiser aus Zwickau ein überzeugendes Argument fürs zeitige Weckerklingeln parat. 2010 hatten sie ihre Premiere als Zuschauer erlebt. „Und da war klar: Diesmal radeln wir mit." Für Thomas (49) und Lothar Peukert (60) war es hingegen schon der sechste Start. Die Brüder aus Naumburg lobten die Organisation, die Vielfalt. „Es ist schön familiär, da passt einfach alles. Und deshalb treffen wir uns in jedem Jahr hier wieder."

Ein Respekt einflößender Kanten von 135 Kilometern wartete ab 9 Uhr auf die Jedermann-Sportler, die einige Hundert Meter weiter hinten in der Spenglerallee Aufstellung nahmen. Selbstbewusst schob der 73-jährige Horst Meißner aus Großpösna sein Gefährt an den Start. „Meine sechste große Strecke. Aber ich bin gut eingefahren, schon 11 285 Kilometer in diesem Jahr."

Diese Begeisterung war allenthalben zu spüren. Sie trug den Nachwuchs, der sich mit Feuereifer über 3,1 und 9,3 Kilometer versuchte. Sie sprang über auf Profis, Bambini und Prominente, die Moderator Roman Knoblauch von Radio Leipzig anschließend ebenso flott, kompetent und humorvoll auf die Strecke schickte. Und sie empfing Stunden später die Ausdauer-Athleten mit viel Applaus. Eine große Festwiese lockte zwischendurch mit Musik, Kulinarischem und sportlichen Angeboten zum Verweilen.

„Meine Anspannung lässt etwas nach", gestand am frühen Nachmittag NSC-Renndirektor Harald Redepenning. „Spannende Wettkämpfe, weniger Unfälle als im Vorjahr, tolle Zuschauer und 1500 ehrenamtliche Helfer, die wieder Unglaubliches geleistet haben. So etwas funktioniert nur, wenn alle im Landkreis an einem Strang ziehen. Das ist Teamwork."

Weniger erfreulich waren ein Sturz im Zielbereich, bei dem sich ein Jedermann-Fahrer eine schwere Schulterverletzung zuzog, sowie ein Unfall bei Rochlitz, wo der Rettungshubschrauber gerufen wurde. Dass ein Autofahrer in Eula die Absperrung missachtete und dann sogar einen Streckenposten am Bein verletzte, stand im klaren Widerspruch zur sonst herrschenden sportlichen Fairness.

Hartmut Karich

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