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80 Jahre Freibad: Böhlen feiert im August den runden Geburtstag

Kinoabend, Camping und Partyzelt 80 Jahre Freibad: Böhlen feiert im August den runden Geburtstag

Das Freibad in Böhlen wird 80 Jahre alt. Am 19. und 20. August feiert Badbetreiber Dirk Wagner mit seinem Team und den Besuchern den runden Geburtstag mit einer zweitägigen Sause. Geplant ist neben einem Kinoabend auch Camping für die Festgäste. Anekdoten aus 80 Jahren sind sicherlich auch zu hören. Und davon dürfte es einige geben.

Dirk Wagner sorgt im Freibad Böhlen für ungetrübten Badespaß.

Quelle: Thomas Kube

Böhlen. 80 Jahre alt, aber in den vergangenen Jahren rundum erneuert und verschönert: Dem Freibad Böhlen sieht man sein Alter nicht an. Vielmehr war und ist es ein attraktiver Besuchermagnet für Wasserratten aus der ganzen Region. Am 19. und 20. August feiert Badbetreiber Dirk Wagner mit seinem Team und den Besuchern den runden Geburtstag mit einer zweitägigen Sause.

Neben einem Kinoabend mit einer riesigen Leinwand auf der Insel, über die am Freitag aller Voraussicht nach „Fack ju Göhte II“ flimmert, gibt es außerdem den ganzen Sonnabend über Spiel und Spaß. Ab 10 Uhr treffen die Oldtimer ein, die Verkehrswacht ist vor Ort, an beiden Abenden steht das Partyzelt, in dem die Geburtstagsgäste nach dem Baden noch tanzen können. Wer keine Lust hat, danach nach Hause zu fahren, kann auch durchmachen. Wagner gibt die Grünflächen zum Campen frei. Das detaillierte Programm ist dieser Wochen in Arbeit; ist es fertig, wird es bekannt gegeben.

Der Bau des Freibads ging fast zeitgleich mit der Entstehung des Industriestandorts Böhlen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einher. Mit amerikanischer Kapitalhilfe wurde die Aktiengesellschaft Sächsische Werke (ASW) gegründet, die als Investor für die Errichtung des Wärmekraftwerks auftrat. Was wiederum dazu führte, dass immer mehr Arbeitskräfte hier ansässig wurden, für die die Unternehmen soziale Maßnahmen schufen. Dazu gehörte zum einen die Schule, die 1926 gebaut wurde, zum anderen konnte zehn Jahre später das Freibad eröffnet werden, das Arbeitslose gebaut hatten und das von der ASW finanziert worden war. Das Areal nahe der Pleiße umfasste zu damaliger Zeit insgesamt drei Hektar mit einer Wasserfläche von etwa 3850 Quadratmetern. 1956 ging die neu eingebaute Umwälzanlage in Betrieb, seit Ende der 70er Jahre konnten die Schwimmer dann in beheiztem Wasser planschen. Sanierungen des Bades standen sowohl in den 60er als auch in den 80er Jahren auf der Agenda des Finanzgebers.

1991 – also nach der Wende – übernahm die Stadt Böhlen von den Sächsischen Olefinwerken das Bad und ist seither für sämtliche Kosten verantwortlich. Ein Jahr später erhielt das Freibad eine Chlor- und Dosierungsanlage und eine Modernisierung der Umwälzanlage. 1997 stand der weitere Erhalt des Bades dann mehr als auf der Kippe. Das Betonbecken, mittlerweile 60 Jahre alt, war bis dahin unverändert geblieben und durch die Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden. Es wies Risse auf, undichte Fugen und absinkende Bodenplatten. Durch die Stilllegung der Tagebaue kam es zu einem steigenden Grundwasserspiegel und zum dadurch bedingten höheren Druck von unten und seitlich auf das Becken. Zudem war schon wegen der riesigen Wasserfläche das Bad von der Stadt kaum noch finanziell zu halten. Böhlen hatte daher eine Förderung für die Rundum-Modernisierung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beantragt – und Erfolg. Die Kosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen D-Mark wurden bewilligt, das Bad bekam seine lang ersehnten und dringend notwendigen Reparaturen, Sanierungen, Attraktionen. 1999 eröffnete der damalige Bürgermeister Rainer Krasselt mit einem Sprung ins Becken das neu gestaltete Freibad.

Die Besonderheit im Vorfeld dessen war, dass sich die umliegenden Gemeinden und Kommunen mit einer Einmalzahlung an den Betriebskosten beteiligt hatten. Dazu zählten damals Mölbis, Espenhain, Rötha und Großdeuben, das zu dem Zeitpunkt noch eigenständig war. Ihre Zustimmung begründeten die Großdeubener damit, dass viele Kinder und Erwachsene aus dem Ort seit eh und je in das Freibad fahren, „so dass sich schon hieraus eine Verpflichtung ergibt. [...] Wir können uns eine Unterstützung von 20 000 D-Mark für Ihr Freibad vorstellen und würden diese Summe einplanen“.

Heute umfasst das Freibad eine Wasserfläche von rund 760 Quadratmetern, zwischen 1200 und 1400 Besucher strömen pro Tag hierher, um Abkühlung zu suchen. Eine Besonderheit ist die Barrierefreiheit: Innerhalb des Beckens gibt es keine Stufen, so dass auch Rollstuhlfahrer ungehindert ins Wasser kommen. Die Eintrittspreise liegen derzeit bei einem Euro pro Kind und 2,50 Euro pro Erwachsenen – und das für den vollen Tag.

Von Julia Tonne

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