Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna A 72: Spatenstich für das vorletzte Stück
Region Borna A 72: Spatenstich für das vorletzte Stück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 19.05.2015
Beim symbolischen Spatenstich für den A 72-Abschnitt von Borna nach Rötha. Quelle: Thomas Kube

Im Jahr 2017 soll dieses Stück fertig sein, legte sich Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok fest. Rund 89 Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt, das vom Freistaat (etwas mehr als die Hälfte) und Bund finanziert wird.

Die Reden zum feierlichen Baubeginn ähnelten sich ein wenig. Zumindest in der Bewertung des gestrigen Tages. Es sei "ein Tag zum Feiern für Ostdeutschland, die neuen Länder und Sachsen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Jan Mücke (FDP). "Mit dem Bau dieses vorletzten Abschnitts der A 72 kommen wir unserem Ziel, die Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig durch Autobahnen zu verbinden, ein weiteres Stück näher", betonte der Staatssekretär in Vertretung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Auch Morlok (FDP) würdigte das besondere Moment des Tages. "Ich freue mich, dass wir mit dem Bau eines weiteren Abschnitts der A 72 beginnen. Die A 72 ist das prioritäre Verkehrsvorhaben in Sachsen." Der Lückenschluss zwischen Chemnitz und Leipzig sei für die Entwicklung der Wirtschaftsregion bedeutend. Das Teilstück werde auch für die Bürger "eine deutliche Entlastung" bringen.

Letztere ist längst überfällig: Rund 30 000 Autos pro Tag rollen über die viel befahrene B 95, viele davon mitten durch die angrenzenden Orte. Espenhains Bürgermeister Jürgen Frisch (parteilos) kennt die Verkehrsbelastung nicht nur aus eigener Erfahrung. Die Variante, an der vierspurigen B 95 festzuhalten, wie es im Raumordnungsverfahren noch diskutiert worden sei, war "ein Szenario, das für uns Espenhainer mit Schrecken verbunden war", erinnerte er sich. Die Situation für die Menschen habe sich in den letzten Jahren verschärft. Verkehrsdichte und Schwerlastverkehr haben laut Frisch deutlich zugenommen, ebenso die Schadstoffbelastung. Bei endlosen Debatten um Brachpieper und Ödlandschrecken habe er manchmal den Eindruck gewonnen, dass der Mensch völlig vergessen wird.

Auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) schlug ein paar ernstere Töne an. Bei aller Freude über den Baubeginn, er "kommt mit erheblicher Verspätung. Der Entwicklungsvorsprung im Nordraum ist unaufholbar." Auch sie sprach die zunehmenden Verkehrsbelastungen für die Anwohner aus Eula, Kesselshain und Gestewitz an. "Ich hoffe, dass die Lärmschutzmaßnahmen greifen." Zugleich appellierte sie an eine Fertigstellung der B 7, um Autofahrern schnellstmöglich eine Alternative außerhalb des Stadtgebiets von Borna anzubieten.

Gegen das gestern begonnene Teilstück 5.1 sind weiterhin zwei Klagen anhängig. "Sie haben keinen Einfluss auf den Bau", erklärte Sabine Penkawa, Referentin in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, auf Anfrage der LVZ.

Nicht am Anfang, sondern nahezu fertig ist der Abschnitt der A 72 zwischen Rochlitz und Borna. Das über 20 Kilometer lange Teilstück wird laut Morlok im August für den Verkehr freigegeben. Der Bund stehe zu seiner Zusage, die A 72 fertigzustellen. "Ich hoffe bald einen Planfeststellungsbeschluss für 5.2 zu bekommen", sagte Mücke. Dann könne der letzte Abschnitt zwischen Rötha und der A 38 hoffentlich schnell umgesetzt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2013

Grätz, Saskia

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem Bombenfund ist die Bundesstraße 176 nahe Borna zwischen Neukieritzsch und Pödelwitz in beide Richtungen gesperrt. Wie die Polizei am Abend mitteilte, wurde die 250-Kilo-Fliegerbombe gegen 16.45 Uhr etwa 30 Meter von der Straße entfernt gefunden.

03.07.2013

Bundes- und Landespolitiker müssen eine bevorstehende Katastrophe in Sachen Pflegenotstand verhindern. Das fordert in einem offenen Brief die Arbeitsgemeinschaft Privater Pflegedienste Landkreis Leipziger Land / Mittelsachsen.

19.05.2015

Es sind die vielen kleinen traurigen Geschichten, die das Hochwasser Anfang letzten Monats geschrieben hat. Etwa die von Shayenne Thiele. Die Sechsjährige kommt im August in die Schule.

19.05.2015
Anzeige