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Borna A 72 zwischen Borna und Rötha soll 2020 fertig sein – Kostenpunkt: 125 Millionen Euro
Region Borna A 72 zwischen Borna und Rötha soll 2020 fertig sein – Kostenpunkt: 125 Millionen Euro
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08:00 19.06.2016
Rund sieben Meter tief liegt die künftige A 72 im Norden Bornas, wo auf einem ersten Abschnitt schon die Tragschicht aufgebaut wird. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna/Rötha

Der künftige Verlauf der A 72 zwischen Borna und Rötha ist fast überall auf der knapp zehn Kilometer langen Route schon deutlich zu erkennen. Besonders am derzeitigen Autobahnende in Borna-Nord. Hier sind auf einem rund 500 Meter langen Stück die beiden Fahrbahnen schon als graues Band zu erkennen. Das ist zwar noch nicht der Asphalt, aus dem die Trasse zwischen Borna und Rötha durchgängig gebaut wird, hier wird in rund sieben Metern Tiefe unter dem Gelände gerade die Tragschicht aufgebaut. Das geschieht vor allem deshalb, damit der Baugrund vor Nässe geschützt wird.

In beide Richtungen geht es vorerst nicht weiter. Auf der einen Seite ist ein gut zehn Meter hoher Erdwall im Weg, auf der anderen der Abzweig von der B 95 nach Borna. In den nächsten zwei Jahren wird sich hier einiges ändern, dann soll zwar noch nicht die Autobahn fertig sein, aber die Anschlussstelle Borna-Nord.

Bei einer Befahrung mit Medienvertretern erläuterte Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), jetzt, wie sich der Bau in der kommenden Zeit entwickelt. Das jetzige Autobahnende bei Borna muss umgebaut werden. Denn so wie die A 72 aus Chemnitz im Norden der Kreisstadt ankommt, passt sie nicht mit dem nächsten Abschnitt zusammen. Bevor die Arbeiten zum Verschwenken und Absenken der Trasse beginnen können, muss der Verkehr auf die B 95 geführt werden. Dazu wird eine im vorigen Herbst in Richtung Gewerbegebiet Borna-Ost fertiggestellte Straße weitergebaut. Ab dem 4. Juli kommt es deswegen zu Einschränkungen auf der A 72 in Richtung Chemnitz. Ab der Ampelkreuzung Borna-Nord wird zunächst der Standstreifen gesperrt, ab 26. Juli auch der rechte Fahrstreifen.

Parallel zur eigentlichen Autobahn wird auch an der B 176 gebaut. Die Verkehrsführung der aus Bad Lausick kommenden Bundesstraße ändert sich grundlegend. Dort wo jetzt noch der große Erdwall steht, wird voraussichtlich ab Oktober eine Brücke gebaut, auf der die B 176 über die künftige A 72 führt. Das wird zugleich die Anschlussstelle Borna-Nord. Gleich dahinter in nördlicher Richtung beginnt dann auch der Bau einer Brücke für die Autobahn über die Eula.

Die gesamte Anschlussstelle mit Anbindung der B 176 an die Leipziger Straße in Borna soll laut Siebert bis Mai 2018 fertig sein. Erst dann wird der Verkehr ganz auf die Neubaustrecke umgeleitet und die Autobahn in diesem Bereich komplettiert.

Auf dem gesamten Abschnitt bis Rötha dauern laut Lasuv noch bis Ende 2016 die Erdarbeiten an. Die sind vor allem im Bereich des Hainer Sees, wo die Trasse dicht an die Böschungsränder herankommt, sehr aufwendig. Hier wird deutlich mehr Material benötigt, als an anderen Stellen des Abschnitts ausgegraben wird. Entwarnung gibt es vorerst dennoch für die so genannte Innenkippe am Hainer See. Die Landmasse auf der Südseite des Hainer Sees war eigentlich als Abbaufeld für Baumaterial vorgesehen. Das wird vorläufig nicht in Anspruch genommen, weil die beauftragten Firmen sich das Material anderswo günstiger besorgen. Die Zusage an den Seebetreiber, das Gelände zu verschonen, gelte laut Siebert zunächst nur für dieses Jahr.

Die Kosten für den Autobahnabschnitt bis Rötha betragen laut Lasuv insgesamt rund 125 Millionen Euro. Als Fertigstellungstermin wird derzeit vom Jahr 2020 gesprochen. Parallel bereitet die Straßenbaubehörde den folgenden und letzten Abschnitt der A 72 bis zum Knoten mit der A 38 vor. Mittlerweile stehen auch die Namen für die beiden Parkplätze mit WC-Anlage fest, die sich auf beide Bauabschnitte verteilen. In Fahrtrichtung Leipzig wird der Rastplatz den Namen „Hainer See“ tragen, in der Gegenrichtung können Autofahrer künftig am „Röthaer Holz“ pausieren und ihre Notdurft verrichten.

Erst wenn der Abschnitt bis Rötha fertig ist, wird mit der Verkleinerung der Bundesstraße 95 auf nur noch zwei Fahrspuren begonnen.

Elf Brücken zwischen Borna und Rötha

Elf Brücken werden Autofahrer auf der A 72 im Abschnitt zwischen Borna und Rötha künftig über- oder unterqueren. Fünf sind schon fertig, eine ist noch im Bau, fünf müssen noch gebaut werden.

Brücke über den Wirtschaftsweg von Borna nach Eula nahe des Wasserwerkes

Brücke der Ortsverbindung Eula – Haubitz über die A 72

Brücke über den Goldenen Born bei Gestewitz

Brücke über Ortsverbindung Espenhain (Margarethenhain) – Rötha

Brücke der Ortsverbindung Espenhain – Rötha über die A 72

Brücke der alten B 95 bei Rötha über die A 72, soll im Sommer fertig werden

Geh- und Radweg über die A 72 zwischen Borna und Kesselshain

B 176 über die A 72 / Anschlussstelle Borna-Nord

Brücke über die Eula

Brücke S 48 über die A 72

Brücke S 48 über die alte B 95

Von André Neumann

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