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AZV wartet nicht länger auf die Stadt: Kanalbau in Thierbach beginnt im Sommer

Straßenbau AZV wartet nicht länger auf die Stadt: Kanalbau in Thierbach beginnt im Sommer

Zweieinhalb Jahre ist es her, da wurde in Thierbach der erste Teil eines groß angelegten Bauvorhabens beendet: Grundhafter Straßenbau und gleichzeitig der Anschluss an die zentrale Abwasserentsorgung. In diesem Jahr geht es weiter, aber die Stadt kann mit dem Straßenbau voraussichtlich noch nicht mitziehen.

Da waren alle fröhlich: Im November 2013 wurde in Thierbach der erste Bauabschnitt für Entwässerung und Straßenbau beendet. Bürgermeister Maik Schramm trug das Sperrschild weg.

Quelle: Thomas Kube

Kitzscher/Thierbach. Zweieinhalb Jahre ist es her, da wurde in Thierbach der erste Teil eines groß angelegten Bauvorhabens beendet: Grundhafter Straßenbau und gleichzeitig der Anschluss an die zentrale Abwasserentsorgung. Für den 236 Meter lange Teil der Landstraße zwischen Kastanienallee und dem Ortsausgang an der S 48 brauchten der Abwasserzweckverband (AZV) Espenhain und die Stadt Kitzscher damals fünf Monate. Im nächsten Jahr gehe es weiter, hieß es damals.

Doch weil die Stadt für den Straßenbau keine Fördermittel erhielt, wurde der Weiterbau verschoben. Man wolle nur gemeinsam bauen, war die Devise. Die aber wird jetzt durchbrochen. Die Stadt weiß immer noch nicht, ob, aus welchem Topf und wie viele Fördermittel sie bekommt. Der AZV aber kann nicht länger warten. Im Sommer, das bestätigte Kerstin Kaden, technische Leiterin beim AZV Espenhain der LVZ, soll die Verlegung der Abwasserleitung in der Dorfstraße und im Parkweg beginnen. Auch wenn die Stadt noch nicht mitziehen kann.

Dass die Zeit jetzt drängt, liegt an Festlegungen des Freistaates und an einem öffentlich-rechtlichen Vertrag des AZV mit dem Landkreis. Eigentlich hätten die Abwasserbeseitigungskonzepte nämlich bis Ende 2015 umgesetzt werden müssen. Verbände, die das nicht stemmen konnten, dürfen die Frist überziehen, müssen sich aber in Verträgen mit dem Landkreis auf verbindliche Termine festlegen.

Im Falle des AZV Espenhain heißt das für Thierbach: 2016 zweiter Bauabschnitt für die Dorfentwässerung, dritter und vierter in den kommenden beiden Jahren. Für die Anwohner bedeutet das aller Voraussicht nach, dass sie nach der Zeit, die sie mit der Baustelle leben, Ende dieses Jahres noch keine neue Straße haben, sondern vorerst mit einem provisorischen Deckenschluss auskommen werden müssen. „Das ist alles andere als eine schöne Lösung“, bedauert auch Kerstin Kaden.

Sollte die Stadt in den nächsten Wochen doch noch zu einem Fördermittelbescheid kommen (was nicht sehr wahrscheinlich ist), würde die Zeit bestenfalls noch reichen, um das Rohr für die Ableitung des Niederschlagswassers in den Graben zu legen. Doch darum wird im Moment noch verhandelt und gestritten. Es geht um dessen Größe und darum, wer welchen Anteil bezahlt, wie Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) erläutert.

Laut Schramm müsse sich nämlich jeder, der Niederschlagswasser einleitet, auch an dessen Verlegung beteiligen. Das seien die Stadt, welche für das Regenwasser auf kommunalen Straßen zuständig ist. Der AZV für die Menge an Regenwasser, die seine angeschlossenen Grundstücke einleiten. Der Landkreis für Regenwasser von den Kreisstraßen, der Landstraße und der Kastanienallee. Und, so die Sicht der Stadt, die Landwirtschaft, weil auch von Feldern Regenwasser in den öffentlichen Regenwasserkanal fließe.

Mit dem AZV und dem Kreis, sagt Schramm, sei man sich über den Grundsatz der anteilmäßigen Beteiligung einig. Jetzt müssten Ingenieurbüros nur noch die durchschnittlichen Jahresmengen ermitteln. Anders bei der Landwirtschaft. Hier sitzt der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher mit am Verhandlungstisch, der die meisten Flächen rund um Thierbach bearbeitet. Geschäftsführer Martin Landgraf sieht keinen Anlass dafür, dass sein Betrieb oder die Eigentümer der gepachteten Flächen an den Kosten für den Regenwassersammler beteiligt werden. Denn das Drainagewasser von den Feldern fließe entweder in einen Vorfluter oder direkt in den Teich. Nur an einer Stelle am Ortsausgang Richtung Hainichen fließe ein Teil Feldwasser direkt in die Straße. Dort würde sein Betrieb so umbauen, dass nichts in den Regenwasserkanal läuft. Es gibt also noch einiges an Klärungsbedarf, ehe die Stadt mit ihrem Anteil am Straßenbau in Kitzscher starten kann.

Von André Neumann

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