Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ab Sonntag: MRB statt S-Bahn
Region Borna Ab Sonntag: MRB statt S-Bahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:01 10.12.2009
Anzeige
Borna

 Die Deutsche Bahn verliert neben der Verbindung Borna – Leipzig in der Region die Strecke Geithain – Borna – Leipzig an die private Konkurrenz. Das entschied der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig. Die S-Bahn ist bei den Berufspendlern ein Begriff. Ob sie auch eine geschützte Marke ist, die der Deutschen Bahn AG zusteht, mit dieser Angelegenheit befassen sich Anwälte. Die Mitteldeutsche Regionbahn, eine Tochter des Veolia-Konzerns, vermeidet deshalb den Begriff: Statt der S 2 heißt die schnelle Zugverbindung von Borna in die Messestadt ab Sonntag etwas fantasielos MRB 2. Die Regionalbahnstrecke von Geithain über Borna nach Leipzig firmiert dann unter MRB 70. Abgesehen von eingefleischten S-Bahn-Fans dürfte das die Fahrgäste nur wenig berühren. Eher die Frage, ob denn die neuen Dieselzüge ebenso viel Platz bieten wie die nun ausgemusterter Doppelstockwagen.

Keine Sorge, meint Matthias Neumann, Sprecher des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV): „Die MRB hält ausreichend Kapazitäten bereit und hat vorsichtshalber noch ein paar zusätzliche Fahrzeuge in die Region geholt.“ Er sehe dem Trägerwechsel deshalb entspannt entgegen. Minimal sind Neumann zu Folge auch die Änderungen am Fahrplan. „Zu 95 Prozent bleibt alles, wie es ist. Wenn es ein paar Abweichungen gibt, dann liegen die im Zwei-Minuten-Bereich.“ Der MDV-Tarif gelte unabhängig vom Betreiber der strecken; auch hier gebe es deshalb keine Änderungen.

Die MRB, die bisher bereits die Strecke Leipzig – Bad Lausick – Geithain befährt, vergrößert ab Sonntag ihre Fahrzeugflotte auf geleaste 22 Züge. Die Zahl der dann befahrenen Strecken steigt im Leipziger Raum auf sechs. Die Leistung vervielfacht sich auf dann drei Millionen Zugkilometer. Auf der Verbindung über Bad Lausick sind es aktuell 480 000 Zugkilometer. „Unser Team ist komplett. Wir freuen uns auf die neue Herausforderung“, sagt MRB-Sprecherin Anja Smetanin. Man habe das Personal auf aktuell 160 Mitarbeiter aufgestockt. Smetanin bestätigt, dass es nur marginale Fahrplanänderungen gebe. Anschlüsse und damit der Umstieg zwischen den verschiedenen Nahverkehrszügen seien auch künftig gewährleistet, versichern beide Bahnunternehmen. „Am Morgen oder zum Feierabend fahren sogar zusätzliche Züge, sodass sich eine Information vorab für Pendler lohnt“, sagt Smetanin. Neu sei zudem, dass man bei der MRB Fahrscheine ohne Probleme im Zug lösen könne.

Die Deutsche Bahn AG gibt sich zum Thema Trägerwechsel wortkarg.

„Das Personal von DB Regio wird intern umgesetzt“, meinte Sabine Krüger von der Bahn-Pressestelle in Leipzig knapp. Dass der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der die Zugleistungen bestellt, sechs Strecken der MRB überträgt, hängt mit dem sich immer weiter verzögernden Bau des Citytunnels zusammen. Wer nach Fertigstellung die Linien durch den Tunnel bedienen kann, klärt eine europaweite Ausschreibung. ZVNL-Geschäftsführer Andreas Glowienka hofft, „dass wir Anfang Januar 2010 trotz Finanzkrise alle Angebote auf dem Tisch haben“.

Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er ist knapp 500 Jahre alt, künstlerisch sehr wertvoll und nach Ansicht von Fachleuten gut erhalten: der Altar in der Marienkirche Rötha. Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen wird die Restaurierung vornehmen, um das seltene Stück auch für künftige Zeiten zu stählen.

10.12.2009

 

[image:phpXD2bKL20091209165452.jpg]
Groitzsch. Auf dem Gelände der Gärtnerei Nolte in der Groitzscher Schletterstraße ist am Mittwoch ein Gewächshaus niedergebrannt.

09.12.2009

 

Borna. Die Geschäftsführung von Edeka Nordbayern/Sachsen/Thüringen will sich dem Bündnis zum Erhalt von Edeka in Borna anschließen. Das hat Edeka-Vorstand Stefan Roher gestern erklärt.

09.12.2009
Anzeige