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Abriss der alten Schweinemastanlage Rötha geht voran

Abriss der alten Schweinemastanlage Rötha geht voran

Der Blick durch den Zaun ist eindeutig: Der Abriss auf dem Gelände der ehemaligen Schweinezuchtanlage in Rötha kommt gut voran. „Die Arbeiten liegen im Plan", sagte Architekt Roland Müller auf Anfrage.

Rötha. Sein Ingenieurbüro begleitet das Projekt für die Stadt. Noch laufe der schwierigste Teil der Arbeiten: die Asbestentsorgung. Sie soll voraussichtlich bis 26. Oktober beendet sein.

Unmengen des schädlichen Materials – rund 17 000 Kubikmeter Wellasbestplatten – wurden in den Dächern und Decken der einstigen Hallen verarbeitet. Strengen Vorschriften zufolge wird dieses Material abgebrochen, luftdicht verpackt in Containern zwischengelagert und dann sofort auf zugelassene Spezialdeponien gebracht. Spezielle Schutzkleidung und Masken sind für die Arbeiter vorgeschrieben, die nicht ganz einfachen Arbeiten würden streng von den Umweltämtern überwacht.

Fördermittel von rund 543 000 Euro steuerte der Freistaat Sachsen bei, um die seit vielen Jahren verwahrloste Brache verschwinden zu lassen. Reichlich 60 000 Euro Eigenmittel der Stadt kommen hinzu. Im ersten Bauabschnitt sollen rund 20 Hallen der insgesamt 42 Gebäude abgebrochen werden. Eine mühsame Arbeit, denn die einzelnen Baustoffe müssen fein säuberlich voneinander getrennt werden. Holz, Mineralwolle, Dachpappe, Gas- und Stahlbetonteile – zu DDR-Zeiten wurde so ziemlich alles verwendet, was zu kriegen war. Die einzelnen Haufen werden dann später, nach Abschluss der Asbestentsorgung, abtransportiert.

Drei Baggerfahrer von der Firma Richter Triga aus Zwönitz sind auf dem Areal im Einsatz. Außerdem ein paar Hilfskräfte, die unter anderem für die Benässung sorgen, die bei solchen Maßnahmen erfolgt. Jahrelang war das ausgediente Gelände zum Ärger der Stadt als illegale Müllhalde missbraucht worden. Seit Beginn der Beräumung seien 17 große Container Müll angefallen, berichtet Müller. Hausmüll, Autoreifen, ausrangierte Möbel – die Vorbereitungen auf dem Gelände seien mit mancher Überraschung verbunden gewesen.

Für den zweiten Bauabschnitt, der jetzt ausgeschrieben wird, müsse nochmals ein Drittel der Fläche von Müll beräumt werden. Wenn alles planmäßig läuft, kann sich der zweite Teil des Abbruchs ab 3. Dezember nahtlos anschließen. Bis Ende März sollen alle Arbeiten beendet sein, so das erklärte Ziel. Der Abbruch erfolgt nur bis zur Oberkante des Bodens, Gruben, Fundamente und anderes bleiben zunächst. Alles Weitere fällt dann in die Zuständigkeit des Autobahnamtes. Bekanntlich ist das Areal als zu begrünende Ausgleichsfläche für die A 72 vorgesehen. Im Rahmen der ökologischen Baubegleitung durch die Ökostation Borna-Birkenhain werden Fledermäuse umgesiedelt und Ersatzmaßnahmen für andere geschützte Tiere vorgenommen.

Im Vorfeld sei jede Halle untersucht und der Bestand analysiert worden, so Müller. Um Alternativen zu schaffen, seien 30 Nistplätze an öffentlichen Gebäuden vorgesehen. Um nachhaltig Sauberkeit und Ordnung gewährleisten zu können, soll das Gelände nach dem Abbruch komplett geschlossen werden, erklärte Bürgermeister Ditmar Haym gestern. Darauf habe sich der Technische Ausschuss am Donnerstagabend verständigt. Die Variante eines Zauns entlang der früheren Durchgangsstraße sei verworfen worden.

Saskia Grätz

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