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Borna Abschied nach 41 Jahren: Bornas Mediothek-Chefin geht in den Ruhestand
Region Borna Abschied nach 41 Jahren: Bornas Mediothek-Chefin geht in den Ruhestand
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14:03 19.05.2015
Elvira Pertermann, die langjährige Leiterin der Mediothek in Borna, geht nun in den Ruhestand. Quelle: Andreas Doering

Denn wie sie selbst sagt, sucht man große Bücherwände in ihrem Haus vergebens. "Ich bin nicht bibliophil", so Pertermann. Es gebe nur wenige ausgewählte Titel, die sie wirklich besitzen wolle. Auch der Bibliotheksverein der Stadt wird auf ihre Mitarbeit nicht verzichten müssen.

Aber aus der Spitze des profilierten Medienzentrums im Herzen Bornas, das Leser im gesamten Landkreis Leipzig mit Lektüre versorgt, zieht sich die profilierte Bibliothekarin jetzt zurück. Ab 1. März wechselt sie in den Ruhestandsmodus. "Ich hab die Arbeit geliebt", sagt Pertermann ohne Pathos. Aber es gebe auch ein Leben nach der aktiven Laufbahn. Sie sehne sich danach, endlich Dingen Zeit geben zu können, die bislang unter Zeitdruck erledigt worden sind. Drei Enkel würden darauf warten, ihre Oma endlich mehr genießen zu können. Eine Fernreise zu den Ausgrabungstätten der Majas spuke in ihrem Kopf, für die sie und ihr Mann noch fit sein wollen.

Während andere Vertreter ihres Jahrganges mit Wendebrüchen in ihrer Vita umgehen mussten, hat Petermann eine lückenlose Karriere hingelegt. Als Absolventin des renommierten Leipziger Studienganges der Bibliothekswissenschaften musste sie sich Mitte der 70er Jahre um die Vermittlung in die Bornaer Bibliothek keine Sorgen machen. Hier lernte sie Literatur zu kategorisieren, ohne zu ahnen, dass die Branche in den kommenden Jahrzehnten einen gravierende Wandel erfahren wird.

An die Herausforderung der 90er Jahre erinnert sie sich mit einem Leuchten in den Augen. "Das war eine Aufbruchzeit, in der sehr viel möglich war", stellt sie fest. Wenn sie heute von der Bereinigung des Bücherbestandes in Ost- und den ersten Besuchen in West-Bibliotheken spricht, dann mit Stolz und Ernsthaftigkeit. Nicht alles hätte aus den angestaubten Ostregalen entfernt werden müssen, "schließlich hatten wir in der DDR auch Weltliteratur", behauptet sie burschikos. Über die Fülle der Unterhaltung in den Regalen der Altbundesländer hätten sich hiesige Bibliothekare nur gewundert.

Aber viel Zeit zum Wundern blieb nicht. Denn die Sanierung des historischen Gebäudes der Stadtbibliothek Borna, die Schaffung neuer Strukturen, die 2010 in der Mediothek und 2012 im Magazin der Kreisbibliotheken mündeten, hielten Petermann und ihr Team auf Trab. Aber Arbeitspensum und der Druck durch die rasante Entwicklung neuer Medien warfen die ausgeglichene Frau nicht aus der Bahn. Sie habe eigenen Angaben zufolge immer ein gutes Team hinter sich gewusst. "Fachkompetenz und ein guter Altersdurchschnitt", sagt sie kurz. Nach einer Ausschreibung werde jetzt eine jüngere Kollegin ihre Nachfolge antreten. "Ein Generationswechsel kann der Bibliothek nur gut tun", so Petermann ohne Neid. Wenn sie sich nun vielleicht etwas rar macht, heißt das nicht, dass sie weniger liest. Denn sie ist überzeugte Nutzerin des E-Book-Readers und der Onleihe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.02.2015
Birgit Schöppenthau

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