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Abschied vom Finanzamt Borna: „Das ist schon ein komisches Gefühl“

Fusion mit Grimma Abschied vom Finanzamt Borna: „Das ist schon ein komisches Gefühl“

Die Zeit des Finanzamtes Borna geht zu Ende. Am 17. Juni ist Schluss. Seine 93000 Steuerfälle werden danach im Finanzamt Grimma betreut, das dafür erweitert wurde. Gut 100 Mitarbeiter wechseln mit dorthin.

In drei Wochen ist das Finanzamt Borna Geschichte. Seine Arbeit wird dann vom Finanzamt Grimma weiter geführt.

Quelle: Thomas Lieb

Borna/Grimma. Wenn das Finanzamt Borna am Freitag, 17. Juni abgeschlossen wird, dann nicht nur für ein Wochenende, sondern für immer. Die Behörde wird mit dem Finanzamt Grimma zusammengelegt. Der Freistaat Sachsen ließ die einstige Husarenkaserne am Westrand der Muldenstadt in den vergangenen Monaten weiter ausbauen. Ab 27. Juni sollen von dort aus alle im Landkreis Leipzig veranlagten Steuerzahler betreut werden. Für mehr als 100 Mitarbeiter der Bornaer Finanzbehörde heißt es umzuziehen, für einen Großteil der Steuerpflichtigen des Amtes bedeutet das, weitere Wege zu akzeptieren. Immerhin soll das Finanzamt Grimma in Borna im Rahmen von Servicetagen präsent bleiben. Das Gebäude in der Kreisstadt wird vom Landkreis genutzt.

„Viele Dinge fanden in den vergangenen Tagen zum letzten Mal statt. Das ist schon ein komisches Gefühl", sagt Ronald Jurchen. Dabei wusste der Vorsteher des Finanzamtes Borna, als er vor knapp drei Jahren antrat, dass er der letzte in dieser Funktion sein würde. Die Beschlüsse, pro Landkreis nur noch ein Finanzamt zu betreiben und deshalb den Standort Grimma auszubauen, hatte die sächsische Staatsregierung damals schon getroffen gehabt. Für Maritta Heinrich, Bornas Geschäftsstellen-Leiterin, ist das nicht der erste Umzug. Als die Behörde in der Leipziger Straße 67 eingerichtet worden war, war sie dabei, ebenso, als 1996 der Wechsel ins neue Behördenzentrum unmittelbar hinterm Rathaus am Markt kam. Der Personalbestand wuchs, als anno 2000 das Finanzamt Leipzig IV im Zuge der Kreisgebietsreform aufgelöst und Kommunen wie Markranstädt, Markkleeberg und Großpösna der Bornaer Behörde zugeschlagen wurden. Dass die Mitarbeiter künftig in Grimma arbeiten, dürfte in der Kreisstadt zu spüren sein. Ob Einkauf oder Arztbesuch: Die Stadt profitierte bisher. 105 Frauen und Männer ziehen mit um, 19 wechseln an andere Finanzämter.

Vom Umzug unmittelbar betroffen seien 93 000 Steuerfälle, sagt Ronald Jurchen. Das betreffe Arbeitnehmer, Freiberufler, Unternehmer und Rentner gleichermaßen. Zudem gehe es um 80.000 Bewertungsfälle, welche für die Kommunen als Grundlage für die Erhebung der Grundsteuer herangezogen werden. 6600 Meter Akten inklusive des Archivs müssen binnen einer Woche nach Grimma gebracht werden, ebenso Möbel und Computertechnik. Ein straffer Zeitplan, zudem ein Transport sensibler Daten: „Die Spediteure werden auf das Steuergeheimnis verpflichtet. Datenschutz spielt eine große Rolle.“

Die Steuerbürger, deren Steuernummer bisher mit der Ziffernfolge 235 für Borna beginnt, müssen sich nicht nur an die Grimmaer 238 gewöhnen; die Nummern ändern sich darüber hinaus. „Jeder erhält Ende Juni eine Mitteilung über seine neue Steuernummer“, so der Vorsteher. Arbeitgeber, Notare, Gerichte seien über die Veränderung informiert. Die Daten zu allen 93.000 Steuerfällen werden zentral über das Rechenzentrum in Dresden umgestellt – mit der Konsequenz, dass im Laufe des Juni das Finanzamt Borna keine neuen Bescheide erstellen kann, so Jurchen. „Das führt zwangsläufig zu Verzögerungen. Aber wir sind bemüht, den Zeitverlust so gering wie möglich zu halten.“ Er empfiehlt, dringende Angelegenheiten möglichst bis zum 17. Juni zu klären. Wer die Finanzbehörde in der Umzugsphase erreichen müsse, könne aber bereits ab 20. Juni in der Informations- und Annahmestelle in Grimma vorsprechen – allerdings seien dann die Akten noch nicht verfügbar.

In Borna verbleibt in der Umzugswoche lediglich ein Briefkasten. Spätestens ab 27. Juni, so sehen es die Pläne vor, können alle Steuersachen, die bisher auf Bornaer Tischen lagen, an der Mulde bearbeitet werden. „Servicetage des Finanzamtes Grimma soll es künftig in Borna geben. Offen ist, wie häufig und wo.“ In die Erweiterung des Finanzamt-Komplexes auf dem einstigen Militärgelände, das bis in die Neunziger Jahre die sowjetische Armee nutzte, investierte der Freistaat rund zehn Millionen Euro. In Borna war das Finanzamt nur eingemietet. Das Gebäudeensemble erwirbt der Landkreis.

Von Ekkehard Schulreich

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