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Borna Abwasserzweckverband Espenhain will letzte Grundstücke bis 2023 anschließen
Region Borna Abwasserzweckverband Espenhain will letzte Grundstücke bis 2023 anschließen
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13:13 21.02.2018
Im Klärwerk Espenhain werden fast alle Abwässer aus dem Gebiet des AZV Espenhain gereinigt. Quelle: Thomas Lieb
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Borna/Blumroda

Der Abwasserzweckverband (AZV) Espenhain muss noch rund 350 Grundstücke in mehreren Orten an die zentrale, öffentliche Abwasserentsorgung anschließen. Damit hinkt der AZV zwar weit hinter den ursprünglichen europäischen und sächsischen Forderungen und Zielen hinterher, er steht damit aber keinesfalls allein da.

Rund 1000 Grundstücke werden nicht angeschlossen

Denn ursprünglich wollte der Freistaat Sachsen die so genannte europäische Wasserrahmenrichtlinie bis Ende 2015 umsetzen. Bis dahin hätte jegliches anfallende Abwasser nach dem Stand der Technik gereinigt werden müssen. Der AZV Espenhain hatte sein Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) 2010 beschlossen. Damals waren im Verbandsgebiet 2000 Grundstücke nicht an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen. Laut ABK bleiben rund 1000 Grundstücke, bei denen ein Anschluss nicht wirtschaftlich wäre, dauerhaft von der zentralen Entsorgung ausgeschlossen, sagt Verbandsgeschäftsführer Sven Lindstedt. Hier mussten die Eigentümer die eigenen Kläranlagen sanieren oder umrüsten. Das war bis Ende 2016 weitgehend geschehen. Gebaut sind auch fünf Gruppenkläranlagen für 80 bis 180 Einwohner, die einem zentralen Anschluss gleichgestellt sind.

Der AZV habe sich jetzt vorgenommen, sagt der Geschäftsführer, die restlichen Grundstücke bis Ende 2023 anzuschließen. „Das wäre für uns ein realistisches Ziel“, sagt Lindstedt. Allerdings müsse darüber noch mit dem Landratsamt verhandelt werden, denn allgemein gestehe der Freistaat den Verbänden über öffentlich-rechtliche Vereinbarungen nur eine Verlängerung des ursprünglichen Termins bis 2020 zu. „Das schaffen wir aus logistischen und finanziellen Gründen nicht“, sagt Lindstedt.

Firmen sind ausgebucht – Baupreise steigen

Wobei gerade die aktuelle gute wirtschaftliche Lage im Land dem Entsorger Probleme bringt. Baufirmen- und Planungsbüro sind ausgebucht, die Preise gestiegen. Dadurch sind ursprünglich angenommene Kosten nicht mehr zu halten. Was Sven Lindstedt ärgert: „Genau in dieser Konjunkturphase befeuert der Staat den Markt noch mit Fördermitteln, heizt die Nachfrage und damit die Preise an.“

Die Liste der Orte, in denen Grundstücke erstmals angeschlossen werden, ist lang und macht eins der Probleme deutlich: Im ländlichen Raum müssen lange Leitungen gebaut werden, um jeweils nur relativ wenige Grundstücke zu erreichen. So soll im Frühjahr der Bau in der Wyhraer Straße in Neukirchen beginnen, in dem Ort müssen noch 30 Prozent der Grundstücke ans Abwassernetz. In Zedltitz müssen rund um den Gasthof noch Leitungen verlegt werden, in Flößberg in der Straße „Am Berg“. Die Siedlung Kesselshain steht noch auf der Vorhabenliste, ebenso einige Grundstücke in Gestewitz. In Thierbach ist gut die Hälfte der Ortslage gebaut, es fehlen noch die Kastanienallee und die Landstraße. In den kommenden Jahren muss der gesamte Ort Trages an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden. In Prießnitz und Trebishain hat der AZV Espenhain ebenfalls noch zu tun.

Im Gebiet, in welchem der AZV Espenhain die Abwässer entsorgt und in der Kläranlage Espenhaien reinigen lässt, leben rund 37 500 Einwohner. Mit zuletzt wieder steigender Tendenz, was aus wirtschaftlicher Sicht günstig für den Verband ist. 1991 waren es 48 000, der Tiefpunkt war vor rund fünf Jahren mit reichlich 35 000 Einwohnern erreicht.

Von André Neumann

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