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Adoptivstorch hat in Pegau ein neues Nest

Adoptivstorch hat in Pegau ein neues Nest

Die Adoption ist in der Welt der Störche deutlich einfacher als in der Welt der Menschen. Während es bei den flugunfähigen Zweibeinern Monate dauert, geht es im Horst deutlich schneller vor sich: elternloses Storchenbaby rein, Eltern des leiblichen Tieres drehen ein paar Runden und gucken sich die neue Szenerie in ihrem Nest an, landen, und dann ist alles gut.

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Blick ins Pegauer Nest. Das neue Stiefgeschwisterchen (li.) erkundet schon den Horst, während der Pegauer Jungstorch noch die Deckung der Nestkrone sucht.

Quelle: Olaf Becher

So gerade geschehen auf dem Schornstein der Pegauer Ziegelei Erbs.

Erst vor einem Monat hatten das den Schornstein bewohnende Männchen, laut Beinring ein Tscheche, und sein Weibchen Nachwuchs bekommen, seit Sonntag sind sie nun sogar zweifache Eltern. Der kleine Adoptivstorch ist in etwa gleich alt wie das leibliche Jungtier, stammt aus der Gegend um Dresden und war Ende Juni aus seinem 23 Meter hohen Nest gefallen. Auf dem Storchenhof Lohburg sei das Federknäuel wieder aufgepäppelt worden, sagt Beringer Dietmar Heyder, der dem Pegauer Neuankömmling gleich sein Markierungszeichen verpasste. Unterstützung bekam Heyder wieder von der Pegauer Feuerwehr, die ihre Drehleiter für die Aktion zur Verfügung stellte.

Die Methode der Adoption wird laut Heyder oft angewandt, um verstoßene oder gesund gepflegte Jungstörche weiter artgerecht aufzuziehen, "denn die Aufzucht von Menschenhand wird nicht gern gesehen, weil sich die Tiere sonst zu sehr an den Menschen gewöhnen", sagt er.

"In den meisten Fällen klappt die Adoption durch die Elterntiere problemlos. Es gibt aber manchmal Umstände, dass die Altstörche den Neuling als Fremdkörper ansehen und aus dem Nest werfen", erklärt der für Borna zuständige Storchenbeauftragte Andreas Fischer. Und auch in Pegau sah es zunächst so aus, dass es nicht klappen würde. Lange umkreiste das Storchenpaar den Horst und brach mehrmals Landeversuche ab. Letztlich ließen sich Vater und Mutter aber doch nieder und akzeptierten das Geschwisterkind. jto

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2015
Julia Tonne

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