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19:09 12.10.2012
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Bad Lausick

Wer fündig werden will, muss mindestens früh aufstehen. Unverändert hoch ist dagegen die Ignoranz mancher Pilzsucher, die Rettungswege verstellen, im Wald rauchen und sogar Zäune um Neuanpflanzungen öffnen.

„Das ist das schlechteste Pilzjahr, das ich je erlebt habe", sagt Hans-Joachim Kronbiegel. Seit 43 Jahren ist der Colditzer ehrenamtlicher Pilzberater. Länger noch ist er im Colditzer Forst den Pilzen auf der Spur. Kronbiegel führt über Jahrzehnte schon exakt Buch, und er hat festgestellt: „Wenn der April trocken ist, wird es ein schlechtes Pilzjahr." 2012 bestätige diese Beobachtung. Dennoch finde man durchaus genug für eine Mahlzeit. Vor allem der Edelreizker, auffällig wegen seiner orange-grünen Färbung und seines beim Anschneiden sichtbaren möhrenroten Saftes, der im Colditzer und Glastener Forst in der Vergangenheit allenfalls vereinzelt gefunden wurde, „der ist dieses Jahr häufig".

Ob es tatsächlich eine Menge Pilze gibt oder nur die Hoffnung auf reiche Ernte, Falkhard Dau kann das schlecht beurteilen, wenn er Dutzende von Autos sieht, die vor allem an den Wochenenden an Waldzufahrten und sogar mittendrin – etwa am Weißen Stein – abgestellt sind. Aber er weiß, dass diese Autofahrer, die nicht die offiziellen Parkplätze nutzen, die Konsequenzen nicht bedenken. „Waldwege und natürlich auch die Einfahrten sind für Autos tabu. Wir brauchen sie als Rettungswege und für den Holztransport", sagt der Förster des Reviers Waldmühle. Spreche er Falschparker an, heiße die Standard-Antwort: Wir haben keinen Parkplatz gefunden. Kaum möglich, sagt Dau; an der Parthenquelle und auf dem Pappelparkplatz gebe es immer Raum. Wer den Wald und Pilze schätze, sollte auch bereit sein, ein paar Schritte zu laufen.

Doch selbst vor der neuen Rasthütte am Weißen Stein stellte er in den vergangenen Tagen Karossen fest. Ein klarer Fall von Ordnungswidrigkeit, die kostet. Der Staatsbetrieb Sachsenforst, aber auch das Landratsamt würden angesichts der gehäuften Verstöße in den nächsten Tagen und Wochen durchgreifen und auch Knöllchen hinter die Scheibenwischer klemmen. Mit einem teuren Hinweis müssen auch jene rechnen, die so gerne auf einem kleinen Platz am Waldrand nahe des Ebersbacher Wasserwerkes parkten. „Das ist ein Polderplatz, extra für den Holzabtransport angelegt", sagt Dau. Die Transporter kämen demnächst. Wer dann mit seinem Wagen blockiere, riskiere sogar, abgeschleppt zu werden.

„Eine neue Unsitte ist, dass Pilzsammler den Maschendraht um unsere neu gepflanzten Kulturen öffnen oder herunterdrücken", sagt Falkhard Dau. Rehe und Damwild könnten so ohne Probleme hineingelangen und fräßen die jungen Bäume ab. Obendrein sei es ein Problem für Förster und Waldarbeiter, die Tiere wieder hinauszubringen. Für solche Waldbesucher hat Konrad Naundorf aus Bad Lausick kein Verständnis. „Ich bin sehr gern und oft im Colditzer Forst unterwegs", sagt er. Sein Auto stellt er dann zumeist auf dem Parkplatz an der Waldmühle ab.

Den Pilzkorb hat er dabei, doch Mitte der Woche eine nur geringe Ausbeute: „Selbst an Stellen, wo wir in den vergangenen Jahren viel gefunden haben, wächst dieses Jahr fast nichts." Daran wird sich kaum noch etwas ändern. Davon ist Hans-Joachim Kronbiegel überzeugt. Doch was der Herbst an Pilzen vorenthalte, das könne mit Glück der Winter zumindest in Teilen nachliefern. „Im letzten Januar, und das ist ungewöhnlich, hatte ich sechs Beratungen", sagt der 82-Jährige. Viele wüssten gar nicht, was bei günstigem Wetter im Colditzer Forst auch zu dieser Zeit Schmackhaftes heranreife: Austernseitlinge zum Beispiel oder Samtfußrüblinge.

Ekkehard Schulreich

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