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Borna Ärger in Borna: Verkohlte Tonnen und stinkender Müll bleiben liegen
Region Borna Ärger in Borna: Verkohlte Tonnen und stinkender Müll bleiben liegen
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16:15 14.07.2017
Am Mittwochmorgen brannten diese Abfallbehälter in der Bornaer Kantstraße. Am Freitag sah es hier noch so aus. Quelle: André Neumann
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Borna

Borna ist nicht Hamburg oder Connewitz. Doch auch hier kommt es vor, dass Randalierer Abfalltonnen anzünden. Bewohner der Kantstraße mussten das gerade erleben, und sie wurden gleich noch mit der Frage konfrontiert, wer den stinkenden, angekokelten Müll und die zerschmolzenen Behälter entsorgt.

Am Mittwoch gegen 5 Uhr bemerkten Bewohner der Kantstraße 11 das Feuer und alarmierten die Feuerwehr. Der Brand wurde schnell gelöscht, doch seitdem standen und lagen bis Freitag die Reste der Behälter und deren angebrannter Inhalt auf dem Weg, der zu den Hauseingängen führt.

Für Gerd Harmut aus dem Haus gegenüber viel zu lange. Zumal am Vormittag noch gar nicht absehbar war, ob der stinkende Müll, den der 77-Jährige als Giftmüll bezeichnet, noch vor dem Wochenende verschwinden würde. Das Zeug sei gefährlich, sagt er, besonders für Kinder, die hier wohnen. Er selbst habe schon einiges zusammengekehrt und sich auch mit um Abhilfe bemüht. Das Ordnungsamt der Stadt habe ihm gesagt, es sei nicht zuständig. Auch beim Umweltamt des Kreises sei er nicht weitergekommen.

Der Vermieter des Hauses, die BWS (Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft) hat sich zumindest gleich am ersten Tag gekümmert und um Ersatz für die gelben (Verpackungen) und blauen (Papier) Tonnen bemüht. Für die grauen Abfallbehälter sieht sich die BWS aber nicht zuständig. Warum, das erklärt Geschäftsführer Jan Czinkewitz. „Für die Abfallbehälter haben die Mieter einen Vertrag mit der Kell“, sagt er und schlussfolgert: Die Mieter müssten sich selbst bei der Kell um Ersatz für diese Tonnen bemühen und dafür sorgen, dass der Müll vom Weg verschwindet.

Juliane Struzina, die den Brand als erste bemerkt und gemeldet hatte, hat genau das getan. Ja, sagt sie, die Kell wolle sich darum kümmern. Wann, habe man ihr nicht gesagt. Bei dem kreiseigenen Abfallunternehmen teilt Bereichsleiter Christoph Löber die Sichtweise der BWS nicht so ganz: „Die Tonne steht auf einem Grundstück. Unsere Lesart ist, dass der Grundstückseigentümer sich zuerst kümmern müsste.“

Zugleich sah Löber am Freitag aber auch die Notwendigkeit einer schnellen praktischen Lösung. Deswegen kündigte er auf den Anruf der LVZ hin an, noch am selben Tag einen Trupp Mitarbeiter loszuschicken, der den Müll beseitigt. Was gegen Mittag dann auch geschah, wobei Gerd Harmut von gegenüber zunächst nur sah, das gelbe und blaue Tonnen gebracht wurden, graue noch nicht.

Nacharbeit bleibt für die BWS: Den Müll, der durch die Hitze mit dem Boden verschmolzen ist, nimmt die Kell nicht auf, darum wird sich das Wohnungsunternehmen kümmern, kündigte Czinkewitz an. „Notfalls werden wir für die Reparatur des Weges die Versicherung einschalten“, sagte er der LVZ.

Von André Neumann

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