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Ärger über Verzögerung bei A 72

Ärger über Verzögerung bei A 72

Der Bau der Anschlussstelle Frohburg muss neu geplant werden. Das erzwang die Osterland Agrar GmbH mit ihrer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Reaktionen: Schock in der kommunalen Politik, Verständnis bei der vom Autobahnbau gebeutelten Landwirtschaft, Kritik an der Landesdirektion – vor allem aber die Hoffnung, dass der Baustopp für die Autobahn 72 nur von kurzer Dauer ist.

Frohburg. Schockiert zeigt sich Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (Bürgergemeinschaft unabhängiger Wähler): „Die Aussage, dass das Unternehmen den Autobahnbau nicht behindern will, halte ich für scheinheilig.“ Der Kläger, Osterland-Geschäftsführer Siegfried Runkwitz, sei als Stadtrat von Frohburg nicht glaubwürdig – denn da müsse er ja die Interessen der Kommune insgesamt im Blick haben. Es gehe nicht nur um den Neubau der Bundesstraße 7; die gesamte Anschlussstelle Frohburg sei jetzt infrage gestellt. Als sofortige Konsequenz sieht Hiensch, dass alle kommunalen Aktivitäten zur Weiterplanung des „Industriegebiets Schönauer Höhe“ und zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Raum Frohburg vorerst eingestellt werden müssen. „Die Sache ist in doppelter Hinsicht ärgerlich“, meint Landrat Gerhard Gey (CDU). Eine neuerliche Verzögerung des Autobahnbaus wolle niemand. Und: Die Klage hätte vermieden werden können. „Herr Runkwitz und ich wollten beim am 6. März geplanten Baustart an Bundesverkehrsminister Ramsauer herantreten und ihn um Unterstützung bitten“, so Gey. Die Position des Klägers könne er nachvollziehen. Der Flächenverlust bringe die Landwirtschaft in Nöte. Auf alternative Vorschläge sei der Bauherr Deges wohl aber nicht eingegangen, was zu diesem Rechtsstreit führte. Gey: „Ich hoffe, dass wir das Problem nun so schnell wie möglich aus dem Weg räumen können.“ „Die A 72 ist seit Jahren überfällig. Eine schnelle Einigung muss her. Die Autobahn ist für den Wirtschaftsraum zwischen Leipzig und Chemnitz die zentrale Achse“, sagt Klaus Fischer, Kreisgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft im Landkreis Leipzig. Fischer wirft der Landesdirektion vor, die durchaus verständlichen Interessen der Osterland Agrar GmbH nicht im nötigen Maß berücksichtigt zu haben. Von Jubelstimmung war trotz des Erfolgs in der Osterland Agrar GmbH keine Spur. „Dazu ist die Sache viel zu wichtig. Auch wir wollten ja auf der Autobahn schon längst fahren“, sagt Geschäftsführer Siegfried Runkwitz. „Ich hoffe, dass die Landesdirektion nun ganz schnell ihre Hausaufgaben macht.“ Es könne nicht sein, dass allerorts Geld gespart werden müsse, doch hier nicht geschaut werde, wie vielleicht Tausende von Euro eingespart werden können, unterstreicht er auch gestern. Das Agrarunternehmen habe seit Beginn der Planungen darauf aufmerksam gemacht. „Ich bin nicht nur Frohburger, der den Autobahnbau begrüßt, sondern verantwortlich dafür, dass unsere 50 Beschäftigten ihre Arbeitsplätze behalten. Wenn wir immer weniger Ackerland haben, brauche ich weniger Traktoristen, fehlt den Tieren das Futter. Deshalb muss – auch von den Vorbereitern für die Autobahn und die geplante neue B 7 – schon verantwortungsbewusster geplant werden.“

Ekkehard Schulreich und Thomas Lang

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