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Borna Ärger um Parkplatz-Baustelle
Region Borna Ärger um Parkplatz-Baustelle
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14:00 19.05.2015

Doch nach Beginn der Arbeiten Ende Mai entpuppte sich der Bauuntergrund als kontaminiert und nicht tragfähig. Seitdem ist die Baustelle verwaist.

Die mit dem Bau beauftragte Keidel Bauunternehmung GmbH aus Böhlen wurde daraufhin um ein Nachtragsangebot ersucht, um den Untergrund zunächst baufähig zu machen. Das Angebot wurde jetzt dem Bau- und Vergabeausschuss des Kreistages zur Beschlussfassung vorgelegt. Doch die Vorlage ging nicht widerspruchslos durch. Zudem musste sich das Landratsamt die Frage gefallen lassen, warum keine Baugrunduntersuchung vorgenommen wurde.

Helga Preissler (CDU) hinterfragte als Erste eine nicht nachvollziehbare Preisdifferenz. Laut Nachtragsangebot der Firma hätten die Kosten um 83 000 auf 290 000 Euro steigen müssen. In der Beschlussvorlage hieß es aber, dass sich die Gesamtinvestitionssumme auf 305 500 Euro erhöht. Roland Dathe, Sachgebietsleiter Hochbau und Liegenschaften im Landratsamt, erklärte, dass die Differenz durch noch nicht berücksichtigte Kosten für die Labor-Untersuchung von Bodenproben und für ingenieurtechnische Planungsleistungen zustande käme. Vor der Deponierung müsste das kontaminierte Erdreich im Labor untersucht werden. Das Landratsamt habe die Summe um 15 500 Euro erhöht, so Dathe, um eine Reserve zu haben.

Doch die Ausschussmitglieder wollten diesen Blankoscheck nicht unterschreiben. "Wir sitzen doch nicht zum Spaß hier", monierte Frank Rudolph (UWV). "Wir können nicht über eine pauschale Summe bestimmen", das Landratsamt mache es sich zu einfach. Diese Ansicht teilten die anderen Ausschussmitglieder und folgten dem Vorschlag von Anne-Katrin Seyfarth (CDU), lediglich über die 83 000 Euro zu befinden, die durch das Keidel-Nachtragsangebot konkret untersetzt sind. So wurde der Auftrag mit einer Gesamtsumme von 290 000 Euro einstimmig bestätigt.

Zudem wurde kritisch hinterfragt, warum der Baugrund vor der Auftragsvergabe nicht gecheckt wurde. "Warum gab es kein Bodengrundgutachten?", wollte Seyfarth wissen. "Warum lag das Risiko nicht beim Bauherren?" Es sei bekannt gewesen, dass es sich um eine aufgefüllte Fläche handelt, ergänzte Preissler.

Der Landkreis habe das Grundstück, das zunächst als Eigenheimstandort geplant war, von der Stadt Böhlen gekauft, erklärte Dathe. Bei der Sporthalle und dem Ergänzungsneubau, die in der Nachbarschaft entstanden, habe es keine Probleme mit dem Baugrund gegeben. Es sei also nicht zu ahnen gewesen, so Dathe weiter, dass der Baugrund problematisch sein könnte. Dem Landkreis sei bislang aber kein Schaden entstanden. "Bei einer vorherigen Untersuchung wäre der jetzige Preis herausgekommen."

Laut Bauamtsleiter Rolf Löcher befand sich an der Stelle früher ein Tennisplatz. Möglicherweise sei damals beim Bau auch Bauschutt verkippt worden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2014
FrankPrenzel

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