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Borna Alarm bei Feuerwehr: Kaum Aktive vor Ort
Region Borna Alarm bei Feuerwehr: Kaum Aktive vor Ort
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11:42 29.09.2018
Ein neues Drehleiterfahrzeug gibt es in Groitzsch. Die Feuerwehr hat aber Personalprobleme. Quelle: Olaf Becher
Groitzsch

Die Groitzscher Feuerwehrspitze schlägt erneut Alarm. „Die Einsatzbereitschaft wackelt“, erklärte Ortswehrleiter Mario Zetzsche in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend. „Es muss dringend etwas getan werden.“ Es heiße doch bei vielen Gelegenheiten, dass Druck von unten gemacht werden soll. Das nun sei ein weiterer Anlauf.

Überraschender Auftritt im Stadtrat

Es war ein überraschender Besuch von Zetzsche und seinem Stellvertreter Torsten Heinig, beide in der dunkelblauen Dienst- beziehungsweise Ausgehuniform. Stand doch kein Feuerwehrthema auf der Tagesordnung. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) vermutete als Grund zunächst die 1000-Euro-Spende des CDU-Abgeordneten Andreas Zielke, der mehrere Gruppierungen der Floriansjünger der Kommune unterstützte. Doch nicht der tatsächliche Dank („Ein Zuschuss ist immer schön“, so Zetzsche.) hatte die zwei hierher kommen lassen.

Der Groitzscher Ortswehrleiter Mario Zetzsche Quelle: Mike Köhler

Vielmehr legte der Ortswehrleiter, als er sich schließlich zu Wort meldete, sofort den Finger in die Wunde. „Bei einem Wohnungsbrand kürzlich im Stadtgebiet sind nur vier Kameraden ausgerückt“, sagte Zetzsche. Zwar gebe es reichlich Aktive in der Einsatzabteilung. „Doch im Gegensatz zu früher haben fast alle einen Job, und die meisten arbeiten außerhalb von Groitzsch.“ Dadurch können sie in der Regel einer Alarmierung nicht folgen.

Bei dem Vorfall Ende August, als ein Wäschetrockner das Feuer ausgelöst hatte, waren weitere Ortsfeuerwehren geordert worden. Die Kameraden hatten den Brand zügig unter Kontrolle bekommen. Kunzes Anmerkung „Das war aber ein Sonnabend“ blieb ohne Antwort.

Aktionen für mehr Personal

Schon vor gut einem Jahr hatte Zetzsche die Personalnot öffentlich gemacht. Seitdem hatte die Truppe nicht bloß abgewartet. Eine extra Informationsveranstaltung im Gerätehaus warb um Zugänge, sechs Groitzscher wurden gewonnen. Der Tag der offenen Tür, die Vorstellung des neuen Drehleiterfahrzeugs sowie ein Stand zum Tag des offenen Denkmals waren weitere Aktionen, auf das besondere und eben auch recht fordernde Ehrenamt aufmerksam zu machen.

Zetzsche: Es ist viel versprochen worden

„Wir hatten gar mal den Innenminister da“, erinnerte Zetzsche an den Besuch von Ex-Amtsinhaber Markus Ulbig (CDU) 2014. Es sei viel versprochen worden. Und er gehe davon aus, dass demnächst wieder vieles versprochen wird – im Frühjahr stehen in Sachsen Landtagswahlen an. Viel getan habe sich nicht. „Ich muss das hier ansprechen, damit es mal, wenn es schief geht, nicht heißt ,Hättet Ihr doch mal was gesagt!‘“ Sonst werde ja immer der kleine Mann bestraft. Eine Lösung habe er allerdings nicht.

Bürgermeister: „Werde im Namen des Stadtrates nach oben treten

„Das Problem ist bekannt“, sagte der Bürgermeister. Wobei Stadtrat Mario Bliß (CDU) einwarf, dass das nicht nur in Groitzsch so ist. „Wir sind ja ständig im Gespräch mit Euch“, so Kunze weiter zum Feuerwehrduo. Der Stadtrat habe verschiedene Stellschrauben bewegt, erinnerte er an neue Fahrzeuge, Gerätehäuser, Ausstattung. „Aber ja, in Sachsen wird das Ehrenamt bei der Feuerwehr nicht genug gefördert.“ Er habe das beim Städte- und Gemeindetag angesprochen und werde es weiter tun. „Doch auch Ihr müsst dranbleiben. Eure Werbung war doch ein Erfolg. Und ich werde im Namen des Stadtrates nach oben treten.“ Das habe er hören wollen, meinte Zetzsche.

Von Olaf Krenz

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