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Borna Albert Hammond: „Meine Songs sind wie meine Kinder: Ich liebe sie alle“
Region Borna Albert Hammond: „Meine Songs sind wie meine Kinder: Ich liebe sie alle“
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19:16 24.08.2018
Für Albert Hammond ist es kein Unterschied, ob er in kleinen Orten oder großen Städten spielt. Was zählt, ist die Show. Quelle: Dirk Knofe
Borna

Ein Weltstar ist zu Gast in Borna. Albert Hammond („It Never Rains in Southern California“, „One Moment in Time“) und das Leipziger Symphonieorchester geben ein Konzert auf dem Volksplatz.

Hits über Hits, mit denen andere Musiker riesige Erfolge feierten. Stört es Sie nicht, im Hintergrund zu bleiben?

Oh nein. Ich bleibe manchmal im Hintergrund, stehe aber auch oft genug auf der Bühne im Vordergrund. Und wenn ich im Hintergrund bleibe, habe ich ja dennoch die Titel geschrieben, spiele also eine große Rolle für die Songs. Wenn großartige Künstler deine Songs aufnehmen, bleibst Du nicht im Hintergrund. Ob Diana Ross, Tina Turner, Whitney Houston, Jonny Cash, Roy Orbison, Neil Diamond, Joe Cocker: Es ist eine wundervolle Sache, wenn deine Songs von so großartigen Künstlern aufgenommen werden. Auch Aretha Franklin nahm zwei Lieder von mir auf, ein Duett mit Elton John und ein Duett mit Whitney Houston. Es ist fantastisch zu wissen, dass sie es getan hat. Ich würde nie Nein zu so großen Künstlern sagen.

Warum wollen Sie es noch einmal wissen und touren durch die Lande?

Ich genieße die Konzerte, die Leute genießen sie. Ich zaubere den Menschen ein Lachen ins Gesicht. Wenn wir zusammen sind – das Publikum und ich – vergessen wir all die Probleme dieser Welt. Klar bin ich ein Teil der Show, aber wenn die Menschen da sind, lachen, tanzen und singen, sind sie ebenfalls ein großer Teil der Show – es ist nicht nur Albert Hammond. Wenn du großartige Zuhörer hast, kannst du nicht verlieren. Wenn sie vor dir stehen – ich mit ihnen, sie mit mir – sagst du: Ok, lasst uns einen tollen Abend haben. Und den haben wir.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, mit einem Orchester aufzutreten?

Oh Gott, ja die große Herausforderung besteht darin, das zu spielen, was in den Noten steht. Da sind keine Improvisationen möglich. Der Dirigent hat die Partitur vor sich, er muss dirigieren, was die Noten vorgeben. Ohne Orchester kann ich entscheiden, was ich alleine oder mit der Band mache. Da kann ich auch sagen, wir machen ein dreiminütiges Solo, wir können also improvisieren. Wenn du ein Orchester hast, muss du spielen, was geschrieben steht. Es ist ein Unterschied, ob du mit einer Band unterwegs bist oder mit einem Symphonieorchester. Wichtig ist vor allem, dass die Musiker im Orchester gute Laune haben, also gehe ich hin und sehe zu, dass es ihnen gut geht. Ich laufe herum, ich hüpfe herum. Aber die Hauptsache ist auch, sich etwas zurücknehmen zu können.

Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Symphonieorchester zustande?

Ich wollte ein Symphonie-Album schon lange machen und stand dazu vor Jahren mit einer Schweizer Plattenfirma in Kontakt, wir trafen uns also in Leipzig. Mir wurde damals gesagt, ich solle das junge Leipziger Orchester kennen lernen. Doch erst einmal wurde nichts daraus. Ich ging nach London, es gab einen Studiotermin in der Abbey Road mit dem London Royal Philharmonic Orchestra. Aber nach der Aufnahme kam ich auf die Idee mit der Tour, da kam dann das Leipziger Symphonieorchester wieder ins Spiel. Das Problem bei den großen Symphonieorchestern ist, dass sie so manches Mal die Musiker wechseln, es sind also nie die gleichen Leute. Weil das in Leipzig nicht so war, entschieden wir uns für die Leipziger Musiker.

Was zeichnet das Leipziger Symphonieorchester aus?

Die Musiker sind jung, sie spielen populäre Songs, aber auch klassische Stücke. Als ich mich mit dem Arrangeur traf, sagte ich, dass ich mir vorstelle, Mozart neben „It Never Rains in Southern California“ zu hören oder Beethoven neben „When I need you“. Wenn du das einstudierst, bekommst du tolle Arrangements. Wenn Du anfängst, diese zu spielen, wird es nie langweilig. Ich liebe es, die Musiker lieben es. Das ist es, was die Zusammenarbeit ausmacht. Wenn du etwas liebst, wird es erfolgreich.

Sie spielen in Borna, sind sonst in großen Städten unterwegs, was ist anders?

Es gibt keinen Unterschied. Ob du auf der Bühne stehst, ob Open-Air oder in einem Opernhaus, du machst deine Show. Es ist auch egal, wie viele Leute da sind, ich tue das, was ich gerne tue – eine Show abliefern. Weil ich es liebe. Und wenn du nur einen Menschen mit dem Konzert glücklich machst, tust du etwas Gutes.

Welche Hits, die Sie geschrieben haben, sind Ihre Lieblingslieder?

Ich habe keine Lieblingstitel, weil meine Songs wie meine Kinder sind. Ich liebe meine Kinder alle gleich, das ist bei meinen Liedern nicht anders. Ich hatte etliche Songs, viele waren Hits. Ich hatte aber auch Songs, die keine Hits wurden, dennoch waren es wunderschöne Lieder.

Mit welchem Stück begrüßen Sie Borna am Sonnabend?

Es wird eine Ouvertüre von vier oder fünf Liedern sein, aber das erste ist: „Give A Little Love“.

Von Julia Tonne

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