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Borna Aldi: Unzureichende Information der Bornaer ist problematisch
Region Borna Aldi: Unzureichende Information der Bornaer ist problematisch
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07:00 17.03.2017
Die Informationen, die aus dem Rathaus zum Thema Aldi nach außen dringen, sind für viele Bornaer zu dürftig. Quelle: Andreas Döring
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Borna

In der ganzen Debatte um den möglichen Verkauf der Fläche am Breiten Teich in Borna hat sich ein Beteiligter bisher kaum zu Wort gemeldet: Aldi selbst. Jetzt teilt das Unternehmen mit, dass die Pläne nach wie vor aufrecht erhalten werden, es allerdings zu einer zeitlichen Verzögerung kommen werde. Wie die LVZ berichtete, liegt der Stadt ein Kaufangebot von Seiten Aldis bereits vor, seitdem ist eine heftige Diskussion darüber entbrannt, ob das Areal für den Einzelhandel genutzt werden soll oder nicht.

„Das größte Problem für das Unternehmen ist es, dass die Bornaer über die Pläne nicht ausreichend informiert sind“, begründet Friedmar Thiele, Inhaber der Firma ESF Immobilien & Projektentwicklung und in der Funktion für Aldi tätig. So sei erst recht spät bekannt geworden, dass nicht nur ein Supermarkt geplant ist, sondern auch eine Drogerie. „Das alles erzeugt Unsicherheit“, macht Thiele deutlich. Dabei seien die Pläne unter anderem bei den Stadtratsfraktionen längst vorgestellt worden. „Und die Ansiedlung von Einzelhandel ist für die Bornaer an der Stelle eine gute Idee“, wie Thiele deutlich macht.

Um die Kreisstadtbewohner mit dem ganzen Vorhaben vertraut zu machen, will Aldi demnächst die Pläne vorstellen. Das allerdings musste zeitlich noch einmal verschoben werden. „Die Verzögerung hat nichts mit dem Projekt selbst zu tun, sondern mit internen Mechanismen“, erklärt Thiele. So gebe es von Seiten der Firmenführung neue Vorgaben für die räumliche Aufteilung neuer Märkte.

Viele Bornaer hatten sich in den vergangenen Wochen darüber beklagt, dass sich gerade die Stadtverwaltung Borna bei dem Thema bedeckt gehalten hat. Erst bei der Stadtratssitzung im Februar hatte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) noch betont, das Thema gehöre nicht in die Öffentlichkeit, weil es bis dato „nichts Greifbares“ gebe. Stadträtin Brigitta Ast (Freie Wähler Borna) hatte zur selben Sitzung erklärt, sie sei bisher unzureichend über die Pläne informiert worden. Katrin Kräcker, Bewohnerin der Kreisstadt und wenn möglich Gast der Sitzungen, ist ebenfalls von der Kommunikationspolitik der Verwaltung enttäuscht.

„Bürger müssen bei Themen, die viel in der Öffentlichkeit diskutiert werden, auch Informationen von allen Beteiligten bekommen“, fordert sie. Bewohner, die sich einmischen, würden nicht nerven, sondern zeigen, dass ihnen die Stadt am Herzen liegt. „Uns ist Borna nicht egal, deshalb haken wir immer wieder nach“, macht sie deutlich. Dass der Bürgerentscheid vom Stadtrat abgelehnt wurde, kann sie nicht nachvollziehen. „Den Bürgern ist die Entwicklung der Stadt nicht egal, sie wollen nicht querschlagen und reingrätschen, sie wollen sich vielmehr aktiv an der Entwicklung beteiligen.“ Das erfordere aber auch Vertrauen von Seiten der Stadtverwaltung in die Bürger. Und umgekehrt. „Das Vertrauen in die Verwaltung, aber auch in den Stadtrat, ist bei vielen mittlerweile weg“, sagt Kräcker. Verwunderlich findet sie das nicht in Anbetracht der Informationen, die „eben nicht“ aus dem Rathaus kommen.

Von Julia Tonne

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