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Borna Aldi will an Bornas Breiten Teich
Region Borna Aldi will an Bornas Breiten Teich
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18:32 06.04.2018
Bisher wurde das Areal am Breiten Teich für den Borna City Beach und den Jahrmarkt genutzt. Nun hat Aldi an der Fläche Interesse bekundet. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Der Discounter Aldi zeigt in Borna Interesse an dem Grundstück Breiter Teich, Ecke Sachsenallee. Das geht aus Plänen hervor, die der LVZ vorliegen. Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) bestätigt, dass es Kontakte diesbezüglich bereits gibt. Das Unternehmen plant, im Gegenzug die beiden Märkte an der Deutzener Straße (Borna-West) und in der Leipziger Straße (Borna-Ost) zu schließen. Erste Interessenten wiederum an einem dieser zwei Grundstücke gibt es auch schon.

Luedtke hatte kürzlich den Ältestenrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Konzern ein Auge auf die Freifläche am Breiten Teich geworfen habe. Zudem waren Mitarbeiter von der Aldi-Projektentwicklung schon in Borna unterwegs, um Klinken zu putzen und bei den einzelnen Stadtratsfraktionen vorzufühlen. Rückmeldungen von Seiten der Fraktionsvorsitzenden mit möglicher Zustimmung oder Ablehnung sind bei der Rathauschefin jedoch noch nicht angekommen.

Seit Jahren liegt die Fläche brach, auch wenn der städtische Masterplan aus dem Jahr 2010 das Areal als Erholungsbereich ausweist und dort unter anderem ein Wasserspiel und Lichtstelen vorsieht. Investoren sind Mangelware, erst recht, wenn es um Überlegungen geht, auf dem Gelände ein Café zu eröffnen, wieder Boote über den Teich fahren zu lassen oder gar ein Hotel bauen zu lassen. Vieles war bisher im Gespräch, nichts konnte umgesetzt werden. Von daher kommt Aldi nicht ungelegen, wie auch Luedtke sagt. Denn das Grundstück sei nicht gerade ein Filetstück – bedingt durch die Explosion der Gasanstalt in den 30er Jahren an der Stelle. Seitdem ist der Boden kontaminiert, wird regelmäßig von den Städtischen Werken (SWB) begutachtet. Den SWB gehört ein Teil des Grundstücks, auf dem Aldi einen Markt eröffnen will, der insgesamt so groß werden dürfte wie die beiden jetzt existierenden zusammen. Bei SWB-Geschäftsführer Jan Hoppenstedt haben sich die Projektplaner noch nicht gemeldet, „aber die Stadt hat uns darüber informiert“, sagt er. Und er macht deutlich, dass sich der Stromversorger Plänen der Stadt nicht in den Weg stellen wolle, sollte das Vorhaben befürwortet werden. Allerdings hätte sich Hoppenstedt durchaus eine eher touristische Nutzung vorstellen können – eben mit Gastwirtschaft, Biergarten und Hotel.

Geben die Stadträte für das Vorhaben grünes Licht, würden die beiden anderen Märkte schließen. Für das Grundstück an der Deutzener Straße gibt es bereits einen ersten Interessenten: die Lebenshilfe. Der Verein, der sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen einsetzt und Am Wilhelmschacht seit Februar einen Förder- und Betreuungsbereich betreibt, überlegt, einen Seniorenwohnpark zu schaffen – „eine Kombination aus behindertengerechten Wohnungen, Senioren- und Pflegeheim“, wie Uwe Drechsler, Geschäftsführer der Lebenshilfe Borna, erklärt. Zwar habe der Verein mittlerweile einige Angebote an zu verkaufenden Grundstücken erhalten, unter anderem in Neukieritzsch, „aber Borna ist unser Favorit, eben wegen der Werkstätten und der Geschäftsstelle“, macht Drechsler deutlich. Etwa 8000 bis 10 000 Quadratmeter Fläche seien für das Gesamtkonzept notwendig, und das solle möglichst auch vollständig an einer Stelle umgesetzt werden. „Denn wir wollen nicht stückeln und stattdessen alles an einem Ort haben.“

Dass Aldi einen größeren Markt eröffnen will, könnte laut Bornas Oberbürgermeisterin unter anderem am Standort des Marktes in der Leipziger Straße liegen. „Viele Wohnblöcke dort stehen zum großen Teil leer, vielleicht lohnt sich der Standort schlicht für Aldi nicht mehr“, spekuliert Luedtke. Sie wartet nun zunächst einmal die Rückmeldungen der Fraktionsvorsitzenden ab, ehe das Thema im Stadtrat behandelt werden könne. Was hingegen schon recht sicher scheint: im Sommer dürfte es auf eben jener Fläche die nächste Auflage des Borna City Beach geben, den SWB und BWS gemeinsam auf die Beine stellen.

Von Julia Tonne

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