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Borna "Alles im grünen Bereich"
Region Borna "Alles im grünen Bereich"
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19:06 02.02.2012

. Auf bis zu minus 20 Grad müssen sich auch die Mitarbeiter des Klärwerks Espenhain in den kommenden Nächten einstellen. Abwässer von zurzeit etwa 50 000 Menschen werden in der Anlage, die auf dem Industrie- und Gewerbegebiet Mölbiser Landstraße steht, gereinigt. Der kleinste Fehler hätte katastrophale Folgen.

6,4 Grad Celsius liest Bernd Neumann am Monitor in der Leitzentrale ab. Dieser Wert gilt für den Auslauf des Reaktors. „Alles im grünen Bereich", so der Betriebsleiter. Es sei kaum möglich, die über 20 000 Kubikmeter Abwasser zum Gefrieren zu bringen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass alle Kreisläufe der Anlage ständig in Bewegung sind. Nur ein Stromausfall größeren Ausmaßes könnte den Prozess zum Stocken bringen. Laut Neumann geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null. „Wir hängen an einem doppelten Stromnetz", erklärt der Diplom-Ingenieur. Sollten alle Stränge reißen, springt ein 350 Kilowatt starkes Notstromaggregat an, das den Betrieb der Klärung aufrecht erhält. Der Dieselmotor musste in seiner Zeit als Chef des Klärwerks allerdings noch nie ernsthaft eingesetzt werden, nur zu Zwecken der Überprüfung der Funktionstüchtigkeit. „Wir hatten in den letzten Jahren schon Temperaturen bis weit unter 25 Grad Celsius, die kaum Auswirkungen auf den Klärprozess hatten", erzählt Bernd Neumann weiter.

Der Leitstand der Anlage ist auf dem modernsten Stand. Der nächtliche Bereitschaftsdienst wird im Falle einer Havarie über das Telefonnetz per Notebook alarmiert. Die wichtigsten Parameter sind über die spezielle Software auf dem Rechner zu erkennen. „Wir können also zu jeder Zeit reagieren", versichert Bernd Neumann.

Für Dennis Sachse ist es der zweite Winter, den er hier erlebt. Der 23-jährige Frohburger absolviert für drei Jahre die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik. Er muss auch lernen, bei Reparaturen im Abwasser selbst Hand anlegen zu können. Laut Bernd Neumann kann das nicht jeder. „Im Ernstfall muss der Klärwerker sich überwinden, bis zum Hals in den Abwässern zu stehen", so der Betriebsleiter mit einem Augenzwinkern. Doch das sei eher selten.

 

 

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Peter Krischunas

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