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Borna Als Borna den Kreissitz verlor
Region Borna Als Borna den Kreissitz verlor
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16:41 19.05.2015

Dennoch warnt der damalige Bürgermeister Lutz-Egmont Werner vor einer schleichenden Aushöhlung des Kreissitzes.

"Es war ein schwarzer Tag", erinnert sich Werner an die Entscheidung im Dresdner Landtag, mit der nicht nur die erste von insgesamt zwei Kreisreformen im Freistaat beschlossen wurde, sondern Städte wie Eilenburg, Wurzen und eben auch Borna ihren Status als Kreisstadt verloren. Die einstigen DDR-Kreise Borna und Geithain, die im Jahr 1993 bereits eng miteinander verzahnt waren, wurden mit dem damaligen Kragenkreis der Stadt Leipzig zusammengelegt - mit der "Kreisstadt" Leipzig. Dagegen hatte sich Werner, wie er sagt, namens der Stadt Borna gewehrt.

Etwa innerhalb der CDU, der der erste im Zuge einer freien Wahl ins Rathaus eingezogene Bürgermeister der Stadt Borna seinerzeit noch angehörte. Mittlerweile ist der 67-Jährige der inoffizielle Chef der Freien Wähler Borna (FWB), die mit den zwei fraktionslosen Stadträten Sebastian Stieler und Brigitta Ast im aktuellen Stadtrat vertreten sind. Bei seinem Kampf um den Kreissitz Borna hatte Werner aber einen schweren Stand. Nicht nur, weil sich der zuständige CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Laue nicht für Borna starkmachte. Herbert Goliasch, erster CDU-Fraktionschef im Landtag, reagierte nach Werners Erinnerung regelrecht "überheblich", als sich der Bornaer Stadtchef für den Erhalt des Kreissitzes Borna starkmachte.

Ein Jahr später, am 1 August 1994, war es dann soweit, und der neue Landkreis Leipziger Land wurde gebildet - und die wesentlichen Teile der Kreisverwaltung befanden sich von Borna weit entfernt am Leipziger Tröndlinring. Immerhin: Die Staatsregierung hatte Städten mit Kreissitzverlust Ausgleichsgelder in Aussicht gestellt, so Werner. Dass der Kreissitzverlust der Stadt geschadet hat, steht aber für ihn außer Frage.

Immerhin gelang es bekanntlich vor einem halben Jahrzehnt, den Status gegenüber den ambitionierten Grimmaern zu behaupten. Aber das, befürchtet Ex-Bürgermeister Werner, müsse nicht für die Ewigkeit gelten. "Wenn ich sehe, welche Institutionen von Borna weggehen", verweist er auf den avisierten Umzug des Finanzamtes nach Grimma, aber auch auf die Verlagerung des kreiseigenen Gesundheitsamtes an die Mulde. "Irgendwann", befürchtet er, "wird auch das Gericht verschwinden." Für ihn gehört das alles zu Bestrebungen, langfristig doch wieder Grimma als Kreissitz zu etablieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2013

Nikos Natsidis

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