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Borna Als Linker bei den „Bürgern für Borna“ – kein Grund für einen Parteiausschluss
Region Borna Als Linker bei den „Bürgern für Borna“ – kein Grund für einen Parteiausschluss
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19:18 13.10.2017
Blick in den Bornaer Stadtrat. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Manchmal stimmt die politische Farbenlehre nicht so ganz. Etwa dann, wenn jemand die Fronten wechselt. So geschehen vor einen halben Jahr, als sich Gunther Sachse, der frühere Chef-Linke im Bornaer Stadtrat, der Fraktion „Bürger für Borna“ (BfB) anschloss. Damals war er Parteimitglied bei den Linken. Das ist der Mann vom Jahrgang 1963 immer noch, „und das will ich auch bleiben“.

Gunther Sachse Quelle: Thomas Kube

Zwar hatte ihn sein Parteifreund Frank Feldmann seinerzeit öffentlich zum Parteiaustritt aufgefordert, aber das kommt für Sachse auch weiterhin nicht in Frage. „Ich bin mit den Grundsätzen der Linken weiterhin einverstanden“, sagt Sachse und bezieht sich dabei auch auf Spitzen-Linke wie Gregor Gysi oder Sarah Wagenknecht. Allerdings: Zu den Parteiversammlungen seiner Partei geht er nicht mehr. Zugleich fühle er sich wohl bei den BfB, „und ich habe das Gefühl, dass ich dort vielleicht mehr bewegen kann als früher“.

Sachse hatte den Bettel bei den Linken im Stadtrat, deren Fraktionsvorsitzender er war, hingeschmissen, als kurz vor dem Bürgerentscheid über den Wiederaufbau des einstigen Freibades An der Wyhraaue neue Zahlen aufgetaucht waren. Bis zu seinem Eintritt in die BfB-Fraktion saß er als Fraktionsloser im Stadtrat.

Bei den BfB gehe es weniger um Politik, sagt deren Fraktionschef Bernd Schröter. „Bei uns werden Sachthemen behandelt.“ Und dabei sei jemand wie Gunther Sachse durchaus willkommen. Auch als Linker, der er vermutlich weiter bleiben kann, wie Holger Luedtke, seines Zeichens Kreisvorsitzender der Linken Westachsen, klarmacht. An sich gebe es nur zwei Gründe für einen möglichen Parteiausschluss. „Wenn jemand seinen Parteibeitrag nicht bezahlt.“ Oder es könne ihm „parteischädigendes Verhalten vorgeworfen werden. Darüber müsse jeweils das Landesschiedsgericht der Partei befinden. Dazu gebe es aber keinen Anlass, sagt Luedtke. Ohnehin solle die Angelegenheit nicht so hoch gehängt werden, weshalb es für ein Parteiausschlussverfahren keinen Anlass gebe.

Theoretisch könne das abtrünnige Parteimitglied Gunther Sachse sogar an den Sitzungen seiner früheren Fraktion teilnehmen, so Luedkte weiter. „Die sind öffentlich, da kann jeder hinkommen.“

Von Nikos Natsidis

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