Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Alt-Bischof feiert 60 Jahre Kirche in Deutzen und erinnert an bayrische Meisterleistung
Region Borna Alt-Bischof feiert 60 Jahre Kirche in Deutzen und erinnert an bayrische Meisterleistung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 19.12.2016
Alt-Bischof Joachim Reinelt begrüßt Jonathan, den Urenkel eines Miterbauers der Kirche. Quelle: Foto: André Neumann
Anzeige
Neukieritzsch/deutzen

„Die Kirche St. Konrad in Deutzen ist seit 60 Jahren ein Zuhause für Christen, die sich gegenseitig als Menschen gleicher Würde anerkennen, die Frieden und Einheit in diese Welt tragen wollen und die die Last dieser Zeit nicht als lästig sehen wollen sondern als Chance zu helfen, wo Not ist.“ Dies sagte Joachim Reinelt, emeritierter Bischof des katholischen Bistums Dresden-Meißen, am Sonnabendnachmittag in Deutzen. Dort zelebrierte er mit Pfarrer Dietrich Oettler von der katholischen Bornaer Pfarrei St. Joseph und weiteren Geistlichen den Festgottesdienst zur Kirchweihe vor 60 Jahren.

Unter den gut 150 Besuchern, die teils dicht gedrängt auf den Kirchenbänken saßen, waren Christen aus allen Orten der Bornaer Pfarrei, vor allem aber viele heutige und ehemalige Deutzener.

Die Kirche am Rande des Ortes war zwischen Frühjahr 1954 und Dezember 1956 gebaut worden. Eine Bauzeit von über zweieinhalb Jahren, die Pfarrer Oettler als Meisterleistung bezeichnet angesichts der damaligen Mangelwirtschaft und des nötigen Herumschlagens mit DDR-Behörden und auch angesichts der Tatsache, dass Bauholz auf Pferdefuhrwerken und mit der Eisenbahn von Bayern hergebracht worden war.

Schon vor der damaligen Einweihung des Gotteshaues – die Zeremonie dauerte zwei Tage und wurde zuvor fast eine ganze Woche lang vorbereitet – erlebten die Deutzener schon im Sommer 1956 ein Fest. Am 30. Juni 1956 wurden die drei in Apolda gegossenen Glocken feierlich geweiht. Die Glockenweihe leitete schon der damalige Bischof Otto Spülbeck, der ein halbes Jahr später die Weihe der Kirche vornahm.

Joachim Reinelt ist vielen Deutzener Katholiken kein Unbekannter, viele freuten sich am Sonnabend über das Wiedersehen mit ihm. Als aktiver Bischof predigte er vor zehn Jahren beim Fest zur fünfzigjährigen Kirchweihe, das damals noch an drei Tagen gefeiert wurde.

Auch davor war Reinelt schon häufig in Deutzen gewesen, besonders in den 80er-Jahren, als er als Dekan von Altenburg auch für die Bornaer Pfarrei zuständig war. „Hier war viel los“, erinnert sich Reinelt, „weil die Kirche größer ist, als die in Borna.“

Nach dem Festgottesdienst, zu dem der Gemischte Chor Neukieritzsch unter Leitung von Viktor Vetter unter anderem Stücke aus der Deutschen Messe von Franz Schubert sang, wurde an der Wand neben dem Eingang zur Kirche eine Gedenktafel an das Kirchweihfest enthüllt. Vor den Augen der Festgemeinde zog Josef Benkel das Tuch von der Tafel. Auch er ist ein Nachfahre jener Bayern die Anfang des vorigen Jahrhunderts nach Deutzen gekommen waren.

Dass es davon noch etliche in Deutzen gibt zeigte sich, als der Alt-Bischof nach dem Gebet auf die ihm eigene herzliche und leutselige Art aufrief, die Bayern und die Schlesier mögen doch mal die Hände heben. Aus Schlesien stammt auch er selbst. Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft, sagte Reinelt, sei nichts Neues. Nichts, das es erst heute gibt: „Die Vielfalt ist ein Zeichen der Kinder Gottes!“

Wie viele war auch Rudolf Meixelsberger gerührt und angetan von Joachim Reinelts Worten in der Kirche. Anderthalbjährig war er 1938 mit seinen Eltern nach Deutzen gekommen, sein Vater hatte mit an der Kirche gebaut. Sein Sohn Michael der mit seiner Familie im Erzgebirge lebt, gehörte zu den ehemaligen Deutzenern, die dem Kirchweihfest beiwohnten.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Den ganzen Dezember schon können die Bornaer und ihre Gäste auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt Glühwein trinken, naschen und Geschenke kaufen. Aber auch für Kinder gibt es dort allerlei zu erleben – noch bis Mittwoch.

19.12.2016

Es ist seit elf Jahren eine schöne Tradition in der Groitzscher Frauenkirche: Bekannte Bürger lesen im Advent „Meine liebste Weihnachtsgeschichte“. Diesmal waren nicht nur Schulleiter und Buchhändlerin zu hören, sondern auch ein Reverend aus den USA.

18.12.2016

Einmal waren die Räumfahrzeuge in dieser Wintersaison schon unterwegs – am 8. November wurden die ersten 400 Tonnen Salz auf die Straßen gebracht. Alles in allem haben die Straßenmeistereien in Borna, Großbothen, Wurzen und Zwenkau 5000 Tonnen gelagert. Die Technik ist gerüstet, die Schichtpläne besprochen, die Aufgaben klar.

18.12.2016
Anzeige