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Borna Altstadtfest in Pegau: Historisches Treiben beim Markgrafen und seinem Gefolge
Region Borna Altstadtfest in Pegau: Historisches Treiben beim Markgrafen und seinem Gefolge
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12:48 05.09.2016
Ritter-Ausbilder Martin Jente zeigt jungen Recken, wie man mit Helm, Schutzschild und Holzschwert kämpft.  Quelle: Gislinde Redepenning
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Pegau

 Die Sonne lachte zwei Tage lang zum alljährlichen Altstadtspektakel im Herzen Pegaus zum mittelalterlichen Treiben, zu Jux, Gaukelei und neuzeitlichen kulinarischen Schmankerln. Die Historie zeigte sich von Wiprecht bis Napoleon von ihrer allerbesten Seite.

Edelfrauen in barocken Festgewändern zogen die Blicke auf sich, blutrünstige Ritter rasselten in authentischen Rüstungen. Viele ambitionierte Akteure sorgten für ein buntes Bild, darunter die Mitglieder des Pegauer Karneval-Klubs (PKK) und die rührigen Damen um Beate Niedzballa mit ihrem historischen Nähkästchen.

Mittendrin Gudrun und Hans-Peter Halbach, seit 22 Jahren Pegauer. Sie fühlen sich in ihrer neuen Heimat pudelwohl. Klar, dass sie sich trotz hochsommerlicher Temperaturen in historische Gewänder geworfen hatten, um zum Auftakt am Freitag beim schweißtreibenden Stadtrundgang dabei zu sein. Rainer und Bärbel Pleß hatten zur „Pegauer Kneipentour anno 1900“ eingeladen. Der Künstler führte mit Charme und Witz rund 200 Gäste an. Die stetig wachsende Zahl seiner Anhänger kommentierte er mit einem Augenzwinkern: „Pegau ist nicht nur die Perle Sachsens, Pegau ist der Nabel der Welt.“

Die musikalische Bandbreite reichte vom Folkore-Duo Liedfass aus Weimar mit Fiedel und Quetschkommode bis zum Country-Rocker Andy, der das Volkshaus zum Kochen brachte. „Er kommt am 5. November wieder her, tolle Stimmung ist garantiert“, sagte Ralf Opelt, Caterer und Veranstalter.

Der Markgraf und sein Gefolge sorgten am Sonnabend traditionell für Aufsehen. Beate und Oliver Niedzballa als Kunigunde von Beichingen und Wiprecht II., Bärbel und Uwe Roth als Hofdame Barbara und Ritter Großmaul und viele andere schmausten mit dem spitzen Schwert servierte Hühnerteile. Das hatten sie sich nach ihrem großen Auftritt mit dem Hofstaat, nach Tänzen und Ansprachen, redlich verdient. Wolfgang Six dozierte traditionell im Kostüm des 1858 verstorbenen Stadtchronisten Friedrich August Fissel.

Susanne Geck, ehrenamtliche Betreuerin, beobachtete das Schauspiel mit ihrem Schützling Hamid Hussein Kazim, Flüchtling aus dem Irak. Ein großes Wiedersehens-Hallo gab es, als Hamid auf Hans-Dieter Hallbach und das Ehepaar Pleß, Gastgeber der Bildhauer-Plenairs, traf. Sie haben bei der diesjährigen Veranstaltung im Klostergarten zusammen gearbeitet, Hamid und Halbach als Gäste zwischen den Profis in der Behandlung von Steinen und Edelhölzern mit Zahneisen und Klüpfel.

Hans-Dieter Hallbach zog es dann zur Präsentation des Pegauer Züchtervereins Rassegeflügel- und Rassekaninchen, hatte er doch einen seiner Goldfasane zur Ausstellung gebracht. „Die Großen fachsimpeln gerne übers Federvieh“, berichtete Vereinschef Steffen Kunert. „Die Kleinen finden die Widder-Kaninchen ganz knuffig. Sie sind ein Magnet für Kinder, Streicheln ist erlaubt.“ Auch Aurora (3), auf dem Arm von Opa und Ex-Bürgermeister Peter Bringer, tätschelte die niedlichen Langohren.

Ob Vokshauschef Opelt, Ex-Bürgermeister Peter Bringer, Rathauschef Frank Rösel, PKK-Präsident und Fest-Gastronom Heiko Günther oder Familie Halbach, alle waren sich einig: „Es ist ein fantastisches Fest. Es passt einfach alles, das Programm ist wunderbar. Das Schönste: Alle ziehen mit viel Idealismus an einem Strang.“

Von Gislinde Redepenning

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