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Borna Amateurfunker senden von Großdeuben aus in die ganze Welt – bis nach Indonesien
Region Borna Amateurfunker senden von Großdeuben aus in die ganze Welt – bis nach Indonesien
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00:18 08.06.2017
Moderator Bodo Taubert (v.l.), Dietmar Berndt und Kommunalbetreuerin Konstanze Lange feuern den zwölfjährigen Noel Nebe an, der kräftig in die Pedale tritt. Quelle: Gislinde Redepenning
Böhlen/Großdeuben

Zwischen Funkern und Fahrrädern, Mitmachangeboten für die Kleinen und kulinarischen Genüssen hatte der SC Eintracht Großdeuben am Sonnabend zum Pfingstfest unter dem Motto „1000 Jahre Großdeuben“ ein tolles Programm auf die Beine gestellt, das noch viel mehr Resonanz verdient hätte.

„Volle Energie für den guten Zweck“ hieß es beim von enviaM und Mitgas ausgerichteten Städtewettbewerb im Radeln, bei dem auf zwei Ergometern sechs Stunden lang kräftig in die Pedale getreten werden musste, jeweils zehn Minuten die Großen, fünf Minuten lang die Kleinen.

Während sich Flöha, die mit 312 Kilometern derzeit führende Stadt, mit einer im Vorfeld durchdachten Strategie der Unterstützung zahlreicher Mädchen und Jungen aus Sportvereinen und Schulen versichert hatte, gab es beim Nachwuchs in Großdeuben viele Minuten Stillstand. „Da ist beim nächsten Mal noch deutlich Luft nach oben“, betonte Moderator Bodo Taubert. Umso kräftiger traten die Erwachsenen in die Pedale. Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) legte bei schwüler Hitze stolze vier Kilometer vor. Die Fussballer vom Gastgeber SC Eintracht und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr machten mächtig Druck, auch Seniorenrenner Gunter Häntsch vom RV Zwenkau und Andreas Petermann, Ex-Weltmeister und Friedensfahrer, gaben ihr Bestens, den Nachwuchsmangel konnten sie jedoch nicht ausbügeln.

Immerhin wurden von 98 Teilnehmern, darunter 50 Kinder, 226,51 km und aktuell Platz vier erradelt. Die für die Treppchenplätze ausgelobten 8000 bis 3000 Euro sind damit futsch, vier Euro für jeden gefahrenen Kilometer haben die Nachwuchskicker des SC Eintracht Großdeuben für neue Trainingsgeräte jedoch sicher. Die Endabrechnung folgt im Oktober.

Zusätzliche 300 Euro erspielten mit ruhiger Hand Bürgermeister Berndt und Hauptamtsleiterin Petra Kühn beim „heißen Draht“.

Auch bei den Amateurfunkern, die eine imposante Kurz- und Ultrakurzwellenstrecke sowie eine CD-Funkstation aufgebaut hatten, glühte der Draht „von Großdeuben aus in die ganze Welt“. „Wir haben für dieses Event das Rufzeichen „DK 0 SAX“ von der Bundesnetzagentur zugewiesen bekommen“, erklärte Marco Mutschler vom Ortsverband Leipzig.

Markus Hamann, der gleich in der Nachbarschaft wohnt, führte akribisch eine Top-Liste mit den am weitesten entfernten Standorten, zu denen Kontakt hergestellt wurden. In den ersten Stunden notierte er europäische Länder wie Spanien, England, Dänemark, Finnland und Dänemark. „Das sind für uns Ortsgespräche“, schmunzelte er. Da die Kurzwellensignale, immer wieder reflektiert von Ionosphäre und Erdboden, in Abhängigkeit vom Sonnenstand im Multi-Hop rund um die Welt wandern, waren erst am Nachmittag wirklich weite Gespräche möglich. Indonesien machte schließlich mit 10.855 Kilometern das Rennen. Viel gesprochen wurde nicht, es ging mehr um den Austausch technischer Daten. Das ist sonst anders. „Wir zelebrieren unser Hobby über alle politischen oder religiösen Grenzen hinweg. So entstehen Freundschaften mit Gleichgesinnten auf der ganzen Welt“, erklärte Hamann.

Von Gislinde Redepenning

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