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Amphibien aus dem Tagebau Profen siedeln nach Groitzsch um

Ex-Pumpstation in Maltitz wird Biotop Amphibien aus dem Tagebau Profen siedeln nach Groitzsch um

Der Groitzscher Ortsteil Maltitz ist neue Heimat für tausende Amphibien. Sie lebten bisher im Vorfeld Domsen des Tagebaus Profen und werden von Mibrag, Nabu und Ökostation umgesiedelt.

Amphibien aus dem Tagebau Profen finden auf dem Gelände der ehemaligen Pumpstation im Groitzscher Ortsteil eine neue Heimat.

Quelle: Jakob Richter

Groitzsch. Luise wird sich hier sicherlich wohlfühlen, genauso wie Otto, Fritz, Lene – und weit mehr als 1000 weitere Amphibien. Sie kamen in der vergangenen Woche aus dem Vorfeld Domsen des Tagebaus Profen in den Groitzscher Ortsteil Maltitz und dürften sich schon eingelebt haben. Das Bergbauunternehmen Mibrag hat zusammen mit der Ökologischen Station Borna-Birkenhain und der Regionalgruppe Südraum Leipzig des Naturschutzbundes (Nabu) Sachsen Teichmolche, Erdkröten, Grasfrösche und Teichfrösche in zwei Sedimentationsbecken der ehemaligen Pumpstation Maltitz umgesiedelt.

„Ein drittes Becken wird gerade mit einer Tonschicht abgedichtet, ein viertes Becken ist im Bau“, erklärt Annett Bellmann von der Ökostation. Die Tiere, die aus einem Weiher auf dem Gelände der ehemaligen Ortslage Großgrimma und aus dem Becken Bösau abgefangen werden, finden in Groitzsch ideale Lebensbedingungen vor. „Unter anderem gibt es hier zahlreiche Wasserinsekten, die Nahrungsgrundlage der Amphibien“, wie Martin Graichen von der Ökostation ergänzt.  

Das Gelände der früheren Pumpstation hat die Nabu-Regionalgruppe von der Mibrag gepachtet. Dass das Areal nun als Habitat für die Tiere dient, ist eher einem Zufall geschuldet. Denn nach Stilllegung hatte die Mibrag zunächst überlegt, das Areal nach Abriss der Industrieanlagen zu verfüllen.

Sozusagen in letzter Sekunde hatte Nabu-Mitglied Jörg Geier vorgeschlagen, die Sedimentbecken für Molche, Frösche und Co. aufzuwerten. Gesagt, getan. Das Konzept für das Anlegen der Teiche und die Umsiedlung kam von der Ökostation, die notwendigen landschaftlichen Umbauten nahm die Mibrag-eigene Tochter Gala-mibrag-service GmbH vor, Pächter und sozusagen Adoptiveltern der unzähligen Tiere sind nun die Nabu-Mitglieder. „Die Kooperation ist wirklich gelungen“, sagt Peter Jolas, beim Bergbauunternehmen Leiter für Umweltschutz und Geotechnik. Die Mibrag habe nach wie vor Interesse an Ausgleichsflächen, „ein beachtlicher Teil der Bergbaufolgelandschaften wird vorrangig dem Natur- und Artenschutz gewidmet“, macht er deutlich. Denn Aufgabe und Herausforderung sei es auch zukünftig, Betriebsabläufe im Tagebau mit den Belangen des Naturschutzes zu harmonisieren.  

Noch immer sammeln die Mitarbeiter der Ökostation Amphibien und auch Eidechsen ein. Dafür haben sie am Weiher 62 und am Becken 138 Auffangbehälter in die Erde gegraben. Die beiden Gewässer sind laut Bellmann mit einem Spezialzaun umgeben, die den Amphibien auf ihrer Wanderung keinen anderen Ausweg oder Durchgang erlauben. Täglich würden die Behälter kontrolliert und die Tiere ins 25 Kilometer entfernte Maltitz gebracht. Dort ist die neue Heimat noch dabei, sich weiter zu entwickeln. Laut Geier werde als Endergebnis ein eingezäuntes Biotop vorzufinden sind – „mit einer verbuschten Randzone, vier Amphibienbecken, Lesestein und Totholzhaufen für Eidechsen sowie Nistmöglichkeiten für Brutvögel“.

Von Julia Tonne

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