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Amtsantritt in stürmischer Zeit: Gabriele Hegner wird Managerin der Bläser in Bad Lausick

Kulturraum Leipziger Raum Amtsantritt in stürmischer Zeit: Gabriele Hegner wird Managerin der Bläser in Bad Lausick

Mit Gabriele Hegner hat die Sächsische Bläserphilharmonie jetzt ein Frau an der Spitze des Managements. Sie löst René Geipel ab, der die Funktion zwei Jahrzehnte lang ausfüllte und der jetzt wieder in das Orchester zurückkehrt. Hegner, gebürtige Hessin, für die Bläsermusik ein besonderes Faible: Sie studierte Fagott.

Die Bläserphilharmonie spielt in Bad Lausick.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Eine Fagottistin als neue Direktorin und Managerin der Sächsischen Bläserphilharmonie: Einen besseren Anknüpfungspunkt können Gabriele Hegner und das Orchester gar nicht finden für eine gelingende Zusammenarbeit. Schwerer allerdings als das Kunstverständnis wiegt die berufliche Erfahrung der 52-Jährigen als selbstständige Künstleragentin und ihre zehnjährige Tätigkeit als Managerin der Hofer Sinfoniker. Hegner, seit 1. Juni im Amt, folgt René Geipel, der diese Funktion mit kleinen Unterbrechungen über 20 für das Ensemble ausgesprochen wechselhafte Jahre ausfüllte. Einen Monat lang stand Geipel der gebürtigen Frankfurterin zur Seite. Mit der neuen Spielzeit aber kehrt er in das Orchester zurück, aus dem er, lange Solo-Pauker, einst kam: Er nimmt hinter dem Schlagzeug Platz, denn er hat über all die Jahre – anders als Hegner – sein Instrument nie aus der Hand legen können und wollen.

„Die Leute hier brennen für das, was sie tun.“ Mit diesem Satz beschreibt Gabriele Hegner den ersten Eindruck, den sie vor Wochen von der Sächsischen Bläserphilharmonie gewann – und der für sie umso mehr Gültigkeit hat, da sie nun in der Verantwortung steht. Diese Begeisterung für das eigene Tun treffe auf die Ensemblemitgliedern und das Team der gemeinnützigen Trägergesellschaft, die in Bad Lausick auch die Deutsche Bläserakademie betreut, gleichermaßen zu. Dabei sei sie sich sehr wohl bewusst, dass sie in kulturpolitisch schwierigen Zeiten antrete: „Ich weiß ganz genau, worauf ich mich einlasse. Ein Orchester zu führen, ist immer auch ein Stück politischer Arbeit.“ Seit Jahren schon wird vor allem auf der Landkreis- und der Landesebene um die Finanzausstattung und damit um die Zukunft der beiden großen Orchester im Kulturraum Leipziger Raum – Leipziger Symphonieorchester und Sächsische Bläserphilharmonie – gerungen; Ergebnis offen. Als Orchesterdirektorin bildet sie das Scharnier zwischen der künstlerischen Leitung durch den Chefdirigenten Thomas Clamor und dem Geschäftsführer Heiko Schulze. Konzerte planen, Verträge schließen, Reisen buchen, Noten beschaffen, Programmhefte drucken, Toneinspielungen koordinieren – die Aufgaben sind breit gefächert.

Die neue Spielzeit der Bläserphilharmonie, die am 13. August das Sächsische Blechbläser-Quintett im Torgauer Schlosshof und die gesamte Orchester am 14. August im Bad Lausicker Kurpark eröffnen, wird noch nicht Hegners Handschrift tragen. Der programmatische Vorlauf liegt schließlich bei bis zu zwei Jahren. Angefüllt ist der Jahresplan bis zum Sommer 2017 mit zahlreichen Konzerten und Schülerkonzerten im Leipziger Land und in Nordsachsen, mit Auftritten beim Landeserntedankfest und bei den Festspielen im brandenburgischen Chorin. Holzbläser- und Blechbläser-Ensemble treten im niederländischen Kerkrade auf. Beim „Sauerland-Herbst“ erklingt das „Hymnus“-Projekt. Eingebunden ist das Orchester erneut in die Akademie-Arbeit vor Ort und anderwärts in Deutschland. Bei vielen dieser Veranstaltungen ist René Geipel wieder inmitten der Musiker zu finden. 1987 zum Rundfunk-Blasorchester Leipzig gekommen – wie der gute Name des Ensembles über Jahrzehnte lautete -, hatte er während seiner Manager-Zeit weiterhin Instrumentalunterricht gegeben, hatte als Gast mit anderen Orchestern gearbeitet. „Ich stamme aus einer hoch musikalischen Familie. Das ist mir von Kind an im Blut“, sagt er und freut sich auf seinen Neustart.

Im Gegensatz zu ihm hat Gabriele Hegner ihr Instrument aus der Hand gelegt und – weil es leidet, wenn es nicht gespielt wird – verkauft. Sie hatte Musik mit Hauptfach Fagott studiert und wechselte 1991 von der Folkwang-Hochschule Essen zu den Thüringer Sinfonikern. Hier erlebte sie eine nachwendig-brachiale Orchesterfusion, ging nach Hof, wurde selbstständig. In die Leipziger Region brachte sie jetzt die Liebe, ihre Ehefrau ist Geigerin an der Musikalischen Komödie. „Und jetzt freue ich mich auf die Bläserphilharmonie – umso mehr, als dass es sich um eine Bläserformation handelt.“

Von Ekkehard Schulreich

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