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"Andere wären in der Mitte zerbrochen"

"Andere wären in der Mitte zerbrochen"

Deutzen. Am 25. Oktober soll Bagger 1554 wieder Kohle für die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) fördern. Wenn dann beim Probebetrieb alles rundläuft, werden nach insgesamt 14 Monaten die Folgen des Böschungsrutsches vom 29. August 2012 beseitigt sein.

Damals kippten im Tagebau Vereinigtes Schleenhain der Schaufelradbagger und ein Bandwagen auf die Seite.

 

 

Es gibt angenehmere Arbeitsplätze, als die an einem eingerüsteten stählernen Ungetüm mitten im Tagebau, wo der kalte Wind schwarzen Staub aufwirbelt. Hier repariert ein Montagetrupp der Firma FAM Förderanlagen Magdeburg gemeinsam mit Leuten von Siemens und der Mibrag seit Anfang Juli den knapp 950 Tonnen schweren Bagger. Dem hatte der langsame Sturz in etwa 49 Grad Schräglage übel mitgespielt. Eine der fünf Tonnen schweren Ketten war zerrissen, das Fahrwerk demoliert, der 27 Meter lange Ladeausleger verzogen, das 18 Tonnen schwere Gelenk zwischen Fahrwerk und Aufbau des Baggers deformiert. Dazu geborstene und gerissene Leitungen, deformierte Hydraulikzylinder und etliche Schäden am stählernen Rahmen

Dabei hatte die Mibrag offenbar noch Glück. Nicht nur, weil bei dem Ereignis nahe des Ortes Deutzen kein Mensch zu Schaden kam, sondern auch, weil der aus den 1990er Jahren stammende Bagger im Gelenk von einem sogenannten Fangring gehalten wird, wie FAM-Bauleiter Waldemar Friesen erklärt. "Andere Bagger", und dabei deutet Friesen auf Geräte im weiten Tagebaurund, "wären in der Mitte zerbrochen und hätten verschrottet werden können". So aber konnten die Spezialisten von FAM zum Zuge kommen, der Firma, die den Bagger 2005 in einem anderen Tagebau in der Lausitz demontiert und hier wieder aufgebaut hatte. "Wir hatten damals nicht gedacht", sagte Bernd Petermann von FAM gestern, "dass wir so schnell wieder daran arbeiten würden."

Gestern ging in 15 Meter Höhe eine der letzten größeren Reparaturen über die Bühne. Die rund zwei Tonnen schwere Aufhängung des Verladeauslegers wurde montiert. Darüber laufen die Haltebänder, die den Ausleger heben und senken. Im Moment würde er einfach auf den Boden fallen, würde er nicht auf massiven Stützen ruhen.

Für den letzten Monat bleibt dennoch viel zu tun. Die Ketten, die in einer Mibrag-Werkstatt gerade repariert werden, müssen noch aufgezogen werden, vorher ist ein überholtes Antriebselement zu montieren. Die 18 Tonnen schweren Ausgleichsgewichte müssen noch abmontiert und deren Halterungen gerichtet werden. Mitarbeiter einer Firma aus Gera reparieren derweil alles, was mit Hydraulik zu tun hat. Und das ist viel an diesem Bagger, den Bauleiter Friesen als "kleine Wunderwaffe" bezeichnet. Um das Gerät pünktlich am 25. Oktober zu übergeben, arbeiten seine acht Männer täglich zehn Stunden und wenn es sein muss auch am Wochenende.

Wenn SRs 702-1554, so die genaue Bezeichnung, wieder rollt und Braunkohle schürft, wird seine Reparatur "eine kleine siebenstellige Summe" gekostet haben. Genauer wollte Jürgen Korth Direktor Technische Dienste der Mibrag, die Kosten gestern nicht beziffern. Zumal das Geld für Bergung und Reparatur nur die eine Seite der Medaille sei. "Das Gerät hat uns dann 14 Monate gefehlt", sagt Korth. Und Torsten Wenke, seit Mai Leiter des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain, pflichtet ihm bei: Zwar habe man die Kunden auch so vertragsgemäß beliefern können, doch: "Wir brennen darauf, den Bagger endlich wieder einsetzen zu können". Im fünften Schnitt, rund zwei Kilometer vom Reparaturplatz entfernt, wartet schon eine große Menge Kohle auf ihn.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Neumann, André

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