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Andrang bei Bornaer Versammlung – Flüchtlinge kommen in Witznitz an

Asylproblematik Andrang bei Bornaer Versammlung – Flüchtlinge kommen in Witznitz an

Sie sehnen sich nach etwas Privatsphäre, einer Dusche und Ruhe. Unter den 50 Asylbewerbern, die am Dienstagnachmittag aus dem Bus steigen, sind Ehepaare mit Kindern, junge Männer mit ihren Eltern und alleinstehende Männer. Sie stammen aus Syrien, zwei Familien haben Albanien als Heimat hinter sich gelassen.

Hunderte Menschen sind am Montagabend in Borna zur Einwohnerversammlung in den Ratssaal vom Goldenen Stern gekommen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Schon vor der Ankunft haben Mitglieder von Bon Courage und den "Weltennachbarn" ein kleines Buffet mit Kuchen, Kaffee und Keksen angerichtet. "Wir wissen aus Erfahrung, dass bei der Ankunft eine Wartezeit entsteht", sagt Franziska Litwinski, Projektkoordinatorin bei der Diakonie im Leipziger Land. Später schleppen die Ankömmlinge ihre wenigen in blauen Säcken verstauten Habseligkeiten in die obere Etage. Der 17-jährige Fidaa lotst seine Mutter Ajusch (44) und seinen Vater Mustafa (53) in das Zimmer mit fünf Betten. Seine Brüder Abdul Rahman (15) und Achmed (25) kümmern sich ums Gepäck. Die Familie aus Syrien ist froh über die Unterbringung. Hier seien nicht so viele Menschen wie im Erstaufnahmelager in Schneeberg, sagt der grauhaarige Vater. "Wir hatten Angst vor Krankheiten", so Mustafa. Die Polizei, die die Ankunft der Asylbewerber sichert, rückt bald ab. Es gibt keine Proteste, sogar die Schmierereien an den Gebäuden der Augsburger Lehmbaugesellschaft, Vermieter der Immobilie, waren beseitigt.

50 Asylbewerber – Ehepaare mit Kindern, junge Männer mit ihren Eltern und Alleinstehende aus Syrien und Albanien sind am Dienstag in Borna eingetroffen. Die Asylunterkunft in Witznitz war am Montag zudem Thema einer Versammlung, in der das Landratsamt Details der Unterbringung vorstellte.

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Dennoch nahm das Landratsamt als zuständige Behörde für die Unterbringung von Asylbewerbern die Sorgen der Anwohner ernst und besserte das Sicherheitskonzept für die Gemeinschaftsunterkunft nach. "Wir werden in der Anfangsphase mit vier Leute mehr operieren", sagte Landrat Henry Graichen (CDU) auf einer Einwohnerversammlung im Ratssaal des Bürgerhauses Goldener Stern am Montagabend. So seien die Mitarbeitern des Wach- und Sicherheitsdienstes - die für die Asyl-Betreuungs- und Beherbergungsgesellschaft Leipzig (Abub) vor Ort sind - in der Anfangsphase von zwei auf vier aufgestockt worden. Zudem soll die Sächsische Sicherheitswacht mit zwei ortsansässigen Bürgerpolizisten zum Einsatz kommen. Außerdem sei eine erhöhte Bestreifung des Objektes und der Umgebung seitens des Polizeireviers Borna zugesichert worden. "Die Erfahrung zeigt, dass dies gar nicht notwendig ist", so Graichen weiter.

In einer zweistündigen, unaufgeregten Diskussion hatte das Landratsamt die Details der Unterbringung vorgestellt. Nachdem gestern die ersten Flüchtlinge angekommen sind, erwartet Landrat Graichen in diesem Monat weitere 50 pro Woche. Im November soll sich die Zahl auf 100 pro Woche verdoppeln. Bis zum Jahresende habe aus seiner heutigen Sicht die Unterkunft in Witznitz bei 280 Bewohnern ihre Kapazität erreicht. Im Betreiberkonzept der Abub sind neun Beschäftigte – ein Heimleiter, zwei Sozialarbeiter, drei Hausmeister, zwei Reinigungskräfte und eine Hauswirtschaftskraft - am Standort tätig.

Viele Fragen und kaum Antworten rankten sich um die Zukunft der Unterbringung von Flüchtlingen sowohl auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik in Witznitz, als auch in Borna und Umgebung. Auf die Forderung der Eigenheimbesitzer in der Grünen Harfe nach einer Obergrenze für Flüchtlinge in ihrem Wohngebiet ging Graichen nicht ein.

Er machte dagegen die Herausforderung des Landkreises deutlich, der in den verbleibenden Monaten des Jahres noch 1750 Personen unterbringen muss. Auch zur geplanten Außenstelle eines Erstaufnahmelagers in Borna gab es keine neuen Erkenntnisse. "Uns sind noch keine konkreten Pläne bekannt", sagte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Von den einst thematisierten Standorten wie der Wiese hinter dem Landratsamt, dem Gewerbegebiet Eula und der ehemaligen Brikettfabrik Cult sei keiner offensichtlich akzeptabel. "Zielstellung ist eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge", so Graichen. Vor diesem Hintergrund könne Borna kein Standort für ein Erstaufnahmelager sein. Die Stadt hat bereits 331 Asylbewerber (Stand 1. September), davon 222 in Wohnungen, 139 zentral in Heimen, aufgenommen.

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