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Andreas Röhr ist verschwunden - Ehefrau: "Gib uns ein Lebenszeichen"

Andreas Röhr ist verschwunden - Ehefrau: "Gib uns ein Lebenszeichen"

Seit einer Woche wird in der Lobstädter Glück-Auf-Straße der Familienvater und zweifache Opa Andreas Röhr vermisst. Am 7. April muss der 48-Jährige in aller Frühe aufgestanden sein, hat vorsorglich den Handywecker seiner Frau ausgestellt, um ungestört zu sein, und im Computer schnell ein paar E-Mails gelöscht.

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Von Andreas Röhr aus Lobstädt fehlt jede Spur.

Quelle: Privat

Lobstädt. Es ist zwischen 4.30 und 7 Uhr, als Andreas Röhr in seine Jeans und das karierte Holzfällerhemd schlüpft, die hellgrüne Windjacke darüber zieht - und sang- und klanglos verschwindet. Das Portemonnaie mit der EC-Karte hat der gelernte Eisenbahner mitgenommen, den Wohnungsschlüssel lässt er zurück. Einen Tag später sehen Bekannte ihn noch kurz in Altenburg, aber seitdem verliert sich jede Spur des Lobstädters.

Am Abend zuvor, es ist der Ostermontag, hat die Familie Besuch. "Da war alles noch ganz normal", erinnert sich die Ehefrau. Ihre Enkelin bleibt wie schon oft über Nacht bei den Großeltern und sie bemerkt am Morgen auch als Erste, dass ihr Opa nicht mehr da ist. Manuela Röhr denkt zunächst, dass ihr Mann kurzfristig auf Arbeit gerufen wurde - er arbeitet stundenweise für einen Hausmeisterdienst in Borna - doch seine Arbeitssachen liegen unangerührt in der Wohnung. Ein beklemmendes Gefühl steigt in ihr auf. Die Lobstädterin erkundigt sich schnell bei Andreas' Chefin nach ihm, doch diese hat den 48-Jährigen auch nicht gesehen. Sein Handy hat der Familienvater bis heute ausgestellt.

Manuela Röhr (42) ist völlig verzweifelt. Die schwerbehinderte Frau kann sich das Verhalten ihres Mannes nicht erklären, in Gedanken geht sie immer wieder die Osterfeiertage und ihre letzten Gespräche durch. "Mir schwirrt so vieles durch den Kopf, aber mir ist nichts eingefallen, wo er sein könnte. Die ganze Familie ist geschockt. Wir wissen einfach nicht, woran wir sind." Es gibt keinen Abschiedsbrief, keine Andeutungen oder Streit im Vorfeld, keinen noch so kleinen Hinweis, wo sich der Lobstädter aufhalten könnte. Seine Eltern sind beide verstorben, Geschwister hat der gebürtige Grimmaer keine und alle Freunde sind bereits abtelefoniert. Seit einer Woche hat die Mutter von drei erwachsenen Kindern kaum ein Auge zugetan und sich regelrecht in ihre Wohnung verkrochen. Ihr Mann könnte ja jederzeit wieder vor der Tür stehen. Stundenlang sucht die 42-Jährige im Internet und Facebook nach einer Spur von Andreas, hat Bekannte und Arbeitskollegen angeschrieben, im Krankenhaus nachgefragt, eine Vermisstenanzeige aufgegeben - doch niemand hat etwas von dem 48-Jährigen gesehen oder gehört. "Es ist und bleibt ein Rätsel", sagt die Frau in Tränen aufgelöst.

Sie glaubt an eine Kurzschlusshandlung ihres Mannes, dass er möglicherweise mit ihrer Pflege, dem Haushalt und Alltag überfordert war und keinen anderen Ausweg sah. Ihr jüngster Sohn (19) vermutet aber, dass er es von langer Hand geplant hat. "Aber wir feiern doch am 17. Mai Silberhochzeit, er hat sich so darauf gefreut", erzählt Manuela Röhr. "Er hat sich noch im Sportlerheim wegen einer Feier erkundigt." Andreas sei ein "absoluter Familienmensch" und "nicht der Typ zum Abhauen." Das Paar habe trotz vieler Höhen und Tiefen eine gute Ehe geführt, sei im Sommer oft baden gegangen, ins "Riff" nach Bad Lausick oder an einen See, und in den Zoo gefahren. In den Sommermonaten haben sich beide gerne in ihrem Garten aufgehalten.

Verzweifelt und mit letzter Kraft wendet sich die dreifache Mutter nun über die Zeitung an ihren Mann, in der Hoffnung, dass er diese Zeilen liest: "Bitte melde dich. Wir vermissen dich alle schrecklich und machen uns große Sorgen. Gib uns bitte ein Lebenszeichen, damit wir wissen, dass es dir gut geht."

Die Ehefrau bittet zugleich um die Mithilfe der Bevölkerung. Andreas Röhr ist etwa 1,65 Meter groß, von normaler Statur und hat hellbraune, kurze Haare. Körperschmuck oder Tattoos trage er keine. Er sei ein ruhiger Typ, finde aber schnell Kontakt zu anderen Menschen. Wer hat den Familienvater seit dem 7. April gesehen? Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015

Haase, Kathrin

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