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Angebot im Landkreis Leipzig etabliert: 50 Tagesmütter betreuen 200 Kinder

Tagespflege Angebot im Landkreis Leipzig etabliert: 50 Tagesmütter betreuen 200 Kinder

Den Begriff Tagesmutter findet Ingrid Leutelt nicht so recht passend. „In der Fachpraxis sprechen wir von Kindertagespflegepersonen, denn die Rolle der Mutter des Kindes übernehmen die Fachkräfte nicht“, sagt die langjährige Fachberaterin des Jugendamtes. Knapp 50 Frauen und Männer betreuen im Landkreis Leipzig rund 200 Kinder anderer Familien.

Das Betreuungsangebot für Kleinkinder hat sich verbessert:  Im Lankdreis Leipzig werden 200 Kinder von Tagesmüttern betreut.

Quelle: dpa

Borna. Den Begriff Tagesmutter findet Ingrid Leutelt nicht so recht passend. „In der Fachpraxis sprechen wir von Kindertagespflegepersonen, denn die Rolle der Mutter des Kindes übernehmen die Fachkräfte nicht“, sagt die langjährige Fachberaterin des Jugendamtes. Knapp 50 Frauen und Männer betreuen im Landkreis Leipzig in ihren eigenen vier Wänden rund 200 Kinder anderer Familien.

Das zuvor in Ostdeutschland unbekannte Modell setzte sich erst nach und nach durch. „Die erste Frau, die dies in Markkleeberg Anfang der 90er Jahre anbot, hatte es schwer“, erinnert sich die Mitarbeiterin. Weder Akzeptanz noch gesetzliche Grundlagen waren vorhanden. Erst langsam wuchs die Kindertagespflege im Leipziger Land. Seit etwa zehn Jahren sei das Modell gut in der Region angekommen und auf fast 50 Angebote gestiegen.

Die sind verschieden verteilt. In manchen Städten gibt es mehrere – Markkleeberg als absoluter Spitzenreiter mit neun Kindertagespflegeleuten und 45 Plätzen – und in anderen Kommunen gar keine. Meist sind die Steppkes zwischen ein und drei Jahren alt. Es kommt jedoch auch vor, dass sie bis zur Schule dort betreut werden.

Für Ingrid Leutelt ist der Blick aufs Kind und die Bedürfnisse der Eltern das Wichtigste, deshalb sei es gut, dieses Modell im Bedarfsplan, der die Betreuung der Kleinen in Kindertagesstätten regelt, mit aufzunehmen: „Bestimmte Familien entscheiden sich bewusst dafür, weil sie die familiäre Atmosphäre und individuelle Begleitung schätzen. Jedoch muss man klar sagen, dass die meisten Eltern ihre Kinder in eine Einrichtung geben wollen.“ Zur Einordnung: Den 200 Kindertagespflegplätzen stehen im Landkreis rund 3200 Krippenplätze gegenüber.

Die Amtsmitarbeiterin lobt ihr Kinderpflegepersonal in den höchsten Tönen: „Diese Frauen und Männer verdienen die vollste Hochachtung. Sie sind mit viel Liebe und Engagement dabei und begleiten die kleinen Menschenkinder ganz wunderbar.“

Oft kommen sie aus Berufsbranchen, die nichts mit Erziehung zu tun haben. Sicher, die Qualifizierung sei wichtig, „aber noch mehr ist es die Haltung gegenüber dem Kind“. Jeder Bewerber werde auf seine persönlichen und fachlichen Erfahrungen geprüft, auch spiele eine Rolle, ob kindgemäße Räume zur Verfügung stehen. Zudem ist ein Lehrgang notwendig, bevor die Erlaubnis vom Amt erteilt wird. Maximal fünf Kinder dürfen betreut werden.

Was den Elternbeitrag betrifft, gibt es keinen Unterschied, ob der Knirps in der Krippe oder in der Tagespflege betreut wird. Zur Bezahlung der Tagesmütter gab es in der Vergangenheit oft Kritik. Das ist in Sachsen aktuell ein Thema. Die Bornaer Fachberaterin geht davon aus, „dass es noch in diesem Jahr auch im Landkreis Leipzig zu Überlegungen kommen darf, die Geldleistungen für die Betreuung in der Kindertagespflege zu verbessern“.

Was neue Angebote zu diesem Betreuungsmodell betrifft, ist sie jedoch zurückhaltend. In Leipzig nahen Kommunen wie Markranstädt, Zwenkau und Markkleeberg sei dies zum Teil denkbar, im südlichen Teil des Landkreises jedoch sieht sie derzeit kaum Bedarf.

Dringend sucht allerdings das Amt Erzieherinnen für Kindereinrichtungen. Einige kommen zu diesem Beruf, indem sie sich zunächst für Tagespflege interessieren, dann aber als Assistenzkraft in einer Kita beginnen und berufsbegleitend zum staatlich anerkannten Erzieher werden.

Von Claudia Carell

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