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Borna Angst vor hohen Kosten: Stadtrat debattiert über Notwendigkeit eines Aufzuges
Region Borna Angst vor hohen Kosten: Stadtrat debattiert über Notwendigkeit eines Aufzuges
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17:03 11.03.2018
Das Rathaus von Kitzscher hat bereits einen Personenaufzug bekommen. Jetzt soll auch an die Oberschule einer angebaut werden. Quelle: Stev Schumann
Kitzscher

Die Stadt Kitzscher will parallel zur vorgesehenen energetischen Sanierung der Oberschule auch einen Aufzug an das Gebäude anbauen lassen. Das ist im Haushaltplan so vorgesehen. Dennoch entbrannte auf der jüngsten Stadtratssitzung am Dienstagabend, als der Auftrag für die Planungen vergeben werden sollte, eine lebhafte Diskussion über die Notwendigkeit eines Aufzuges.

Profilierung als Inklusionsschule

Auslöser war eine Frage von Kristina Oelschlegel (CDU-Fraktion). Sie wollte wissen, wie viele Personen von dem Aufzug profitieren würden und stellte ihn in Zusammenhang mit der möglichen Profilierung der Oberschule als Inklusionsschule. „Sind die Lehrer für dieses Projekt bereit?“

Auch Ex-Bürgermeister Hartmut Harbig und Guido Horn, beide ebenfalls von der CDU-Bank, zweifelten die Investition zumindest an. Harbig ging angesichts der im Raum stehenden Planungskosten von 32000 Euro von Baukosten von bis zu einer halben Million Euro aus. Angesichts dessen und der zu erwartenden Abschreibungen zeigte er sich von der Notwendigkeit eines Aufzuges nicht überzeugt. Horn spielte ebenfalls auf die Kosten an. Er erinnerte daran, „wie knapp der Haushalt in diesem Jahr ist“ und stellte in Frage, ob die Stadt sich so eine Investition leisten solle.

Standard an öffentlichen Gebäuden

Überhaupt keine Frage war das für Bürgermeister Maik Schramm. Der rückte zunächst die Kosten gerade und sprach von Baukosten von 120000 bis 150000 Euro. Für ihn, machte das Stadtoberhaupt klar, stehe außer Frage, dass an das Schulgebäude ein Aufzug angebaut wird, „wenn wir eine Fassade machen, die uns nichts kostet“. Das habe aus seiner Sicht nichts mit der Absicht zu tun, eventuell Inklusionsschule werden zu wollen, und auch nicht mit der Zahl möglicher Nutzer. Vielmehr sei ein Aufzug heute Standard an öffentlichen Gebäuden. Mit den vorgebrachten Argumenten hätte man auch den neuen Aufzug am Rathaus in Frage stellen können, meinte Schramm.

Förderung für Sanierung

Überraschend war eine Zahl, die Schramm in dem Zusammenhang nannte. Für die energetische Sanierung der Oberschule bekommt Kitzscher bekanntlich eine hundertprozentige Förderung von reichlich 2,2 Millionen Euro. Die Stadt, das wurde ebenfalls schon mehrfach deutlich, strebt darüber hinaus auch eine Innensanierung an. Schramm sprach im Stadtrat jetzt von einer Gesamtinvestition von vier- bis viereinhalb Millionen Euro. Gemessen daran müsse man den Aufzug nicht in Frage stellen.

Bezüglich der Kosten versuchte Kämmerin Simone Schubert die Zweifler zu beruhigen. Selbst wenn die vorgesehenen 150000 Euro nicht reichen sollten, gebe es noch einen Puffer. Der Stadt stünden aus einer pauschalen Schulbauförderung noch zusätzlich 70000 Euro zur Verfügung.

Mehrheit für Leistungsvergabe

In der lebhaften Debatte meldeten sich auch Befürworter zu Wort, die die Haltung des Bürgermeisters unterstützten. Die Abstimmung fiel deutlich aus: 16 von 17 Räten stimmten für die Vergabe der Planungsleistung an das Büro Beier, Steiner Architekten und Ingenieure aus Borna.

Von André Neumann

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