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Anne-Frank-Ausstellung in Borna eröffnet

Bis Ende September zu sehen Anne-Frank-Ausstellung in Borna eröffnet

Anne Franks Tagebuch bewegt bis heute. Die Wanderausstellung über dieses Mädchen ist jetzt in Borna zu sehen. Besonders ist, dass Jugendliche durch die Ausstellung führen. 25 Schüler aus Borna werden in den nächsten vier Wochen vor allem Gleichaltrigen die Fotos, Texte, Filme und auch das nachempfundene Zimmer Anne Franks zeigen.

Hier wird das Zimmer des Mädchens im Amsterdamer Versteck nachempfunden. Fotos zeigen, wo die Familie gekocht und gegessen hat.

Quelle: Thomas Kube

Borna. „Wer meint, historische Erinnerung sei von gestern, wird nach dem Besuch der Ausstellung anders denken“, sagte Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) am Donnerstagabend zur Eröffnung von „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Bürgerhaus Goldener Stern. Einfühlsam wird in der Wanderausstellung das Schicksal jenes Mädchens gezeigt, dessen Tagebuch zu den meist gelesenen Büchern zum Zweiten Weltkrieg gehören soll.

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„Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ – eine große Ausstellung über das Leben der Anne Frank wird noch bis 29. September im Bürgerhaus Goldener Stern am Markt in Borna gezeigt. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Flexiblen Jugendmanagements beim Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie. Der Inhalt der Ausstellung geht weit über eine einfache Retrospektive des Lebens eines außergewöhnlichen jungen Mädchens während des Dritten Reiches hinaus. Anne Frank ist zu einem Symbol geworden, ihr Name steht noch heute für Sorgen, Bedrängnis, Ängste und Nöte, die im Moment wieder aktueller denn je sind.

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Erzählt wird die Geschichte der jüdischen Familie Frank, die sich 1929 in Frankfurt am Main über die Geburt ihrer Tochter Anne freut, sich wenig später um den wachsenden Nationalsozialismus sorgt, schließlich nach Amsterdam flieht und einige Jahre sicher ist, bevor auch dort ein Versteck ihre letzte Chance ist. Anne schreibt Tagebuch. „Der englische Sender spricht von Vergasungen, vielleicht ist das noch die schnellste Methode zu sterben“, notiert sie am 9. Oktober 1942. Die Familie wird verraten, kommt in verschiedene Konzentrationslager. Nur der Vater überlebt. In der Hoffnung, seine Frau und die beiden Töchter wiederzufinden, kehrt er nach Kriegsende nach Amsterdam zurück, erfährt dort von ihrem Tod – und erhält das Tagebuch. Nach anfänglichem Zögern kommt er dem Wunsch des Mädchens, das Schriftstellerin werden wollte, nach und lässt es veröffentlichen. Anne wurde nur 15 Jahre alt.

Besonders ist, dass Jugendliche durch die Ausstellung führen. 25 Schüler aus Borna werden in den nächsten vier Wochen vor allem Gleichaltrigen die Fotos, Texte, Filme und auch das nachempfundene Zimmer Anne Franks zeigen. Es gibt zudem Bezüge zur Gegenwart: Wer sind wir? Wen schließe ich aus? Bornas Stadtchefin findet das Projekt wesentlich „in einer Zeit, in der alte Feindseligkeiten wieder aufflammen und Historie vergessen zu werden droht“.

Die Oberbürgermeisterin und Landrat Henry Graichen (CDU) sind Schirmherren der Ausstellung. „Man lernt die Menschen erst gut kennen, wenn man einmal richtigen Streit mit ihnen gehabt hat. Erst dann kann man ihren Charakter beurteilen!“, zitierte der Landrat Anna Frank. Mit 13 Jahren habe sie sich verstecken, mit sieben Menschen geheim auf 50 Quadratmetern leben müssen. „Das wird sicher nicht ohne Streit abgegangen sein, verschärft durch die Angst, entdeckt zu werden“, so Graichen.

Was den Streit betrifft, habe das Mädchen bis heute recht. Die Streitkultur in Deutschland habe sich „erheblich verändert“. Sie nehme mitunter Ausmaße an, die Straftatbestand sind, „dabei kann man auf den Charakter der Personen schließen“. Der CDU-Politiker sagte: „Wir sollten dankbar sein für die Freiheit, in der wir heute leben können. Die wird uns aber nicht geschenkt, dafür müssen wir uns einsetzen, damit sie erhalten bleibt.“

Anne-Frank-Ausstellung im Goldenen Stern Borna bis 29. 9., geöffnet Di bis Fr 10 bis 17 Uhr, Sa 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei. Gruppenbegleitung möglich – Anmeldung beim Flexiblen Jugendmanagement unter Tel. 034345/559736. Begleitprogramm, z. B. 4. 9., 14 Uhr, Stadtführung Jüdisches Leben in Borna, Treffpunkt Museum; 4. 9., 17 Uhr, Lesung von Küf Kaufmann „Wodka ist immer koscher" im Stadtkulturhaus.

Von Claudia Carell

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