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Anne-Frank-Ausstellung in Frohburg

Anne-Frank-Ausstellung in Frohburg

Mit einer eindrucksvollen und zugleich nachdenklich stimmenden Veranstaltung wurde vorgestern Abend die Ausstellung "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte" im Schloss Frohburg eröffnet.

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Ihre erste Bewährungsprobe hatten die jungen Ausstellungsbegleiter gleich nach der Eröffnungszeremonie der Anne-Frank-Ausstellung im Schloss Frohburg.

Quelle: Thomas Kube

Frohburg. Die Schau, die hier bis zum 28. November zu sehen ist, soll vor allem jungen Menschen am Beispiel von Anne Frank die Folgen von Fremdenhass und Antisemitismus des nationalsozialistischen Regimes aufzeigen und sie anregen, daraus Schlussfolgerungen für ihr eigenes Verhalten und Handeln zu ziehen.

Das große Treppenhaus des alten Gemäuers konnte trotz seiner Geräumigkeit die Zahl der Besucher kaum fassen, die die Eröffnung der Anne-Frank-Ausstellung miterleben wollten. Freude darüber auch im Gesicht von Ulrike Läbe vom Flexiblen Jugendmanagement des Kinder- und Jugendrings Landkreis Leipzig. Deren Mitarbeiter hatten sich dafür stark gemacht, diese einzigartige Wanderausstellung in die Region zu holen, hatten Partner gesucht und gefunden. "Toll ist vor allem, dass sich sofort 17 junge Leute der Frohburger Oberschule ,Maxim Gorki' bereit erklärten, als Ausstellungbegleiter zu fungieren", betonte Läbe. Einige von ihnen hatten gleich nach der halbstündigen Eröffnung ihre erste Bewährungsprobe. Sie führten durch die Schau, die in einen historischen und in einen aktuellen Teil gegliedert ist. Ersterer erzählt die Lebensgeschichte Anne Franks von ihrer Geburt in Frankfurt/Main, der Flucht in die Niederlande, ihrer schönen Kindheit in Amsterdam und der schweren Zeit im Versteck bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-­Belsen. Diese persönliche Geschichte wird mit der großen Weltgeschichte verbunden. Die Ausstellung beschäftigt sich zudem in einem großen Teil mit dem Hier und Heute.

"Wichtig sind die Beispiele von Helfen, Engagement und des Nichtaufgebens gegen Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung, Gewalt - damals wie heute", hatte zuvor Thomas Heppener, der Leiter des Anne-Frank-Zentrums Berlin, hervorgehoben.

Nicht nur Konstanze Jurzok, die Leiterin des Museums Schloss Frohburg, betrachtet die Schau als besondere Ehre und Meilenstein. Auch Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch sieht das so: "Es ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg des Schlosses zu einem wirklichen Kultur- und Begegnungszentrum." Für ihn seien das Tagebuch von Anne Frank und diese Schau ein Vermächtnis, dass so ein unmenschliches System nie wiederkommen dürfe.

Passend die Musikstücke des Blasorchesters der Musik- und Kunstschule "Ottmar Gerster", das die Eröffnung umrahmte: Aus dem Gesamtwerk "Kletzmermoresque" trugen die jungen Musiker unter Leitung von Christoph Ullrich drei Stücke vor.

"Schön, dass es jetzt endlich losgeht. Denn wir sind doch ziemlich aufgeregt", beschrieb Clara Wüsten aus Frohburg, eine der jungen Ausstellungsführerinnen, ihre Gefühlslage. "Ich habe bei der Vorbereitung viel gelernt über das Leben dieses Mädchens, das leider nicht älter als 15 Jahre werden durfte. Das berührt einen schon sehr." Ihre Mitstreiterin Emily Steinert aus Benndorf ergänzte: "Genauso wichtig ist aber, dass wir vieles über die geschichtlichen Hindergründe des damaligen faschistischen Systems erfuhren. Das wollen wir weitergeben." In Seminaren von Trainern des Anne-Frank-Zentrums Berlin waren die jungen Leute am Mittwoch und Donnerstag dafür fit gemacht worden.

Gestern rückten um 8.30 Uhr die ersten Besucher an, eine Klasse der Mittelschule Böhlen. "Es ist prima, dass sich bereits 35 Gruppen anmeldeten, ehe die Schau überhaupt losging", so Läbe. Weitere Anmeldungen sind willkommen (Telefon 01578/3 57 16 98).

Thomas Lang

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2013
Thomas Lang

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