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Borna Ansturm auf Gymnasien bleibt aus: 46 Kinder ohne Bildungsempfehlung angemeldet
Region Borna Ansturm auf Gymnasien bleibt aus: 46 Kinder ohne Bildungsempfehlung angemeldet
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06:00 18.03.2017
Rund 35 Prozent der Viertklässler entschieden sich im Landkreis bislang für die gymnasiale Schullaufbahn. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Die Lockerung beim Thema Bildungsempfehlung haben nicht dazu geführt, dass es einen Ansturm auf die Gymnasien gab. Erstmals ist es Eltern in diesem Jahr überlassen, ob sie auf das Urteil der Grundschullehrer vertrauen oder ihr Kind entgegen der Empfehlung lieber Abitur machen lassen wollen. Die Zahlen, die bislang für den Landkreis vorliegen, sind allerdings überschaubar: „Ohne Bildungsempfehlung wurden 46 Kinder an den Gymnasien angemeldet“, so Holger Pethke, Leiter des Kultusamtes im Landkreis Leipzig. In den Vorjahren waren die Eltern an die Bildungsempfehlung der Grundschule gebunden. Nur wer in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde mindestens eine 2 erreichte, erfüllte in Sachsen die Anforderungen für eine Abiturschmiede.

Die Bildungsempfehlung gibt es auch weiterhin, allerdings kann sie von den Eltern auch in den Wind geschlagen werden. Voraussetzung ist, dass die Mädchen und Jungen an einer Leistungserhebung teilnehmen, diese fand sachsenweit am vorigen Donnerstag statt. Das Ergebnis dieser Überprüfung ist Grundlage für ein verpflichtendes Beratungsgespräch, das bis 21. März mit den Eltern stattfinden muss. „Empfiehlt der Schulleiter des Gymnasiums bei diesem Beratungsgespräch den Besuch der Oberschule, müssen die Eltern der Schule schriftlich innerhalb von drei Wochen mitteilen, wenn das Kind trotzdem ein Gymnasium besuchen soll“, so das Sächsische Kultusministerium. Bei Kapazitätsengpässen an der Wunsch-Schule sei die Aufnahme an einem zumutbar erreichbaren Gymnasium gewährleistet.

„Bisher betrug der Anteil derjenigen, die sich für eine gymnasiale Schulbildung entschieden, im Landkreis rund 35 Prozent“, so Holger Pethke. Dieser Anteil habe sich nach der Neuregelung nur geringfügig erhöht. Zu Kapazitätsengpässen, wie sie in Leipzig auftreten, komme es ebenfalls nicht. „Bei einem Gespräch mit der Sächsischen Bildungsagentur wurde uns in dieser Woche mitgeteilt, dass voraussichtlich nur vier Fünftklässler nicht entsprechend ihrem Erstwunsch unterrichtet werden können, sondern an eine andere Schule umgelenkt werden müssen.“ Eine steigende Zahl von Schülern besucht Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft. „Mittlerweile zählen wir im Landkreis sechs Freie Gymnasien, so Pethke. Hier wurden nach derzeit vorliegendem Stand 227 Fünftklässler angemeldet. An öffentlichen Gymnasien betrug die Zahl der Anmeldungen 601.

Als nicht mehr bedroht können auch die Oberschulen gelten, auch wenn sie wie Colditz oder Geithain nur auf 29 Anmeldungen für das neue Schuljahr kommen. „Unsere Prognosen gehen davon aus, dass beide Standorte durch die Überarbeitung des Sächsischen Schulgesetzes als gesichert angesehen werden dürfen“, so Pethke Bis zum Schuljahr 2026/2027 würde in Colditz immer eine neue 5. Klasse gebildet werden. Die Zahl der prognostizierten Fünftklässler bewege sich jährlich zwischen 28 und 35 Kindern. Auch für Geithain rechnet das Kultusamt jährlich mit 31 bis 40 Anmeldungen bis zum Schuljahr 2026/2027. Damit würde die für den ländlichen Raum in Zukunft nur noch nötige Zahl von 20 Schülern immer erreicht.

Von Simone Prenzel

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