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Borna Anwohner fürchten Milchviehanlage
Region Borna Anwohner fürchten Milchviehanlage
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13:15 02.07.2010
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. In einem Brief an Landrat Gerhard Gey (CDU) beklagen Anwohner, dass sie in der Sache kein Mitspracherecht gehabt hätten. Besonders in der Kritik steht das prognostizierte Verkehrsaufkommen von 169 landwirtschaftlichen Fahrzeugen täglich.

Es ging vergleichsweise schnell, als der städtische Bauausschuss vor Beginn der Stadtratssitzung im Mai die Weichen für das Ansinnen des Landwirtschaftsunternehmens stellte und grünes Licht für die Errichtung einer Milchviehanlage mit 3000 Rindern und 450 Kälbern auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik Thräna gab. „Wir sehen uns nicht ausreichend informiert", heißt es dazu in einem Schreiben an Landrat Gey, das Anwohnerin Renate Mitschke „im Auftrag der Bürger" verfasst hat.

Der Landrat solle „gegen diesen Gigantismus" entscheiden. Die Anwohner bezweifelten, dass bei den prognostizierten Fahrzeugen die Leerfahrten der Transporter mit einbezogen wurden. Vielmehr gehen die Bürger, heißt es in dem Brief, von einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von 338 Fahrzeugen täglich aus. „Das sind täglich zusätzliche 48 Fahrzeuge mehr." Die Dorfstraßen seien dafür nicht ausgelegt. Teilweise seien überhaupt keine oder nur schmale Gehwege vorhanden. „Für diese Verkehrslast sind die Straßen nicht gebaut." Fazit der Anwohner: Sie zweifeln die ordnungsgemäße Prüfung des Antrags des Agrarbetriebs an.

Der liege noch beim zuständigen Umweltamt, so Gey. Sollten die Unterlagen vollständig sein, dauere eine Prüfung etwa ein Vierteljahr. Es existiere allerdings ein Teilflächennutzungsplan für die ehemalige Gemeinde Wyhratal, der eine Nutzung wie von der Osterland Agrar GmbH gewollt möglich mache. Im Zuge der Erarbeitung dieses Plans hätten die Anwohner ein Mitspracherecht haben müssen. Ein Bebauungsplan sei dafür allerdings nicht nötig. Sollten keinerlei Planungen gegen das Vorhaben des Frohburger Betriebs sprechen, sei dessen Ansinnen genehmigungsfähig. Gey: „Zumindest grundsätzlich."

Die Genehmigung sein ein Akt reinen Verwaltungshandelns, bei dem es um den Emmissionsausstoß gehe. Die Anwohner hatten auch die zu erwartende große Geruchsbelästigung kritisiert. Sollte es Probleme damit wie auch mit dem Verkehrsaufkommen geben, könnten Auflagen an das Unternehmen die Folge sein, sagte der Landrat weiter. „Aber vom Planungsrecht her ist das zulässig." Die entsprechenden Flächen seien für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen, „und da ist Tierproduktion prinzipiell möglich."

Immerhin hat Gey eine Empfehlung an das Unternehmen. „Die Firma sollte mit den Anwohnern Kontakt aufnehmen."

Nikos Natsidis

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