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Borna Anwohner kämpft um Barrierefreiheit am Haltepunkt der Bahn in Großdeuben
Region Borna Anwohner kämpft um Barrierefreiheit am Haltepunkt der Bahn in Großdeuben
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07:00 01.01.2017
Anwohner Gerald Rattunde hat sich nun an den Sächsischen Landtag gewandt, um den barrierefreien Umbau des Haltepunktes Großdeuben zu erreichen. Quelle: Julia Tonne
Böhlen/Großdeuben

Gerald Rattunde lebt seit seiner Geburt im Böhlener Stadtteil Großdeuben. Und der 48-Jährige hat auch vor, hier die nächsten Jahrzehnte zu verbringen. Deshalb wird er nicht müde, sich für Belange des Ortsteils einzusetzen. Derzeit steht der Umbau des Haltepunkts im Fokus seiner Bemühungen. Denn die Deutsche Bahn plant hier zwar umfangreiche Erneuerungen, aber keine Barrierefreiheit.

Jetzt hat sich Rattunde, der bereits eine Unterschriftenliste initiiert hatte, an den Petitionsausschuss im Sächsischen Landtag gewandt und auch den Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen kontaktiert, um auf das Thema aufmerksam zu machen. „Die Liste mit fast 500 Unterschriften konnte die Bahn bisher nicht erweichen, die Pläne zu ändern, deshalb müssen wir uns andere Ideen einfallen lassen“, macht Rattunde deutlich. Große Unterstützung erfahre er von Seiten der Böhlener Stadtverwaltung, von den Stadträten hingegen wünsche er sich noch mehr Engagement, sagt er.

Die Bauarbeiten am Haltepunkt haben längst begonnen. Eine Rampe führt derzeit auf den provisorischen Bahnsteig, lediglich einige Stufen müssen Bahnreisende überwinden. „Dass eine Rampe, wie wir sie uns wünschen, durchaus möglich ist, sieht man ja gerade“, erklärt der Großdeubener. Umso unverständlicher sei es, dass die Bahn noch immer auf die bisherige steile Treppe schwöre. Platz genug gebe es, um beide Bahnsteige mit einer Rampe auszustatten. „Wenn es jetzt schon gemacht wird, warum dann nicht gleich barrierefrei?“, fragt er. Er hofft, in den kommenden Tagen Antwort vom Landtag zu erhalten. Vielleicht hat seine Umtriebigkeit dann ja Erfolg.

Rattunde, der kürzlich von Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) für 25 Jahre Dienst beim Bauhof der Stadt ausgezeichnet wurde, erachtet einen barrierefreien Haltepunkt mehr als notwendig. Sämtliche Bauplätze im Böhlener Stadtteil seien mittlerweile an Häuslebauer verkauft oder mindestens reserviert. „Das Anliegen betrifft aber nicht nur die Großdeubener, sondern auch Touristen – und von ihnen gibt es wegen der Seen und der vielen Freizeitmöglichkeiten zunehmend mehr“, betont er. Ob Radfahrer, Familien mit Kinderwagen, Reisende mit schweren Koffern oder Rollstuhlfahrer: Sie alle stünden vor einer unüberwindbaren Hürde, wenn der Haltepunkt wieder mit Treppe ausgerüstet werde. „Wenn Liste und jetzt auch das Schreiben an den Petitionsausschuss nicht helfen, überlegen wir weiter, was wir noch tun können“, verspricht er.

Möglicherweise gibt es ja auch im Januar neue Informationen zum Haltepunkt. Dann informieren Mitarbeiter der Deutschen Bahn bei Bürgersprechstunden über das Vorhaben „Umbau des Streckenabschnitts Markkleeberg-GaschwitzGroßdeuben“. Termine sind die Freitage, 13. Januar, 10. Februar und 10. März von jeweils 10 bis 12 Uhr in der Orangerie in MarkkleebergGaschwitz.

Von Julia Tonne

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