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Arbeit mit Feldpostbriefen

Arbeit mit Feldpostbriefen

Für sein Engagement ist Steffen Dorer zum Neujahrsempfang der Stadt Borna mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden. Doch der umtriebige Vorsitzende des Heimatvereins des Bornaer Landes will die Auszeichnung nicht für sich allein wissen, sondern gibt sie an die Mitglieder des Vereins weiter.

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Steffen Dorer und seine Mitstreiter vom Heimatverein des Bornaer Landes wollen 2014 viel anpacken.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Und darauf ausruhen kommt für ihn und seine Mitstreiter auch nicht in Frage, vielmehr sind die Vorhaben für dieses Jahr äußerst umfangreich.

 

 

Unter anderem will der Heimatverein am gesamten Industriekomplex Böhlen/Lippendorf einen Lehrpfad anlegen. "An bestimmten Orten werden Stelen mit Gucklöchern aufgestellt", erklärt Dorer. Dazu gebe es eine Fotografie oder einen Plan darüber, wie es dort zu früheren Zeiten ausgesehen hat. "Und das soll auf jeden Fall in den kommenden Monaten passieren." Um das Vorhaben umsetzen zu können, sind die Mitglieder derzeit dabei, sämtliches Material - ob privat zur Verfügung gestellt oder in Archiven gefunden - zu sichten und auszuwerten.

Ein weiterer Baustein 2014 wird das Schillerfest in Kahnsdorf sein, das im Juni über die Bühne gehen soll. Dafür werde ein Theaterstück entwickelt, das Episoden aus dem Leben Schillers erzähle. "Wer das spielen soll, steht noch nicht fest. Vielleicht Schüler und die Darstellergruppe, die im vergangenen Jahr zum Lutherfest gespielt hat, zusammen", informiert Dorer von den Planungen.

Feldpostbriefe sind ein nächstes Thema, mit dem sich der Heimatverein dieses Jahr ausgiebig beschäftigen will. "Durch Zufall sind wir an Original-Exemplare gekommen", erzählt der Vereinsvorsitzende. Etwa 40 Briefe aus dem Ersten Weltkrieg, die von der Front in die Region Borna geschickt wurden, haben die Mitglieder bereits zusammengetragen. Genauso viele sind es von denen, die aus der Heimat an die Front gingen. Ob daraus dann eine Ausstellung werde, eine Broschüre oder ein Vortrag, sei allerdings noch nicht klar. Zunächst einmal müssten die Schriftstücke transkribiert werden, "weil die meisten in Sütterlinschrift geschrieben sind", begründet Dorer. Anschließend sollen die Briefe aus medizinischer Sicht betrachtet werden, wobei die Bornaer Klinik bei der Übersetzung der medizinischen Fachbegriffe helfe.

Das Sprichwort "Aller guten Dinge sind drei" könnte an der Stelle passen, doch auf den Heimatverein trifft das nicht zu. Er möchte in den kommenden Monaten für das Volkskundemuseum in Wyhra, das er betreibt, neues Mobiliar anschaffen. Dazu gibt es zwischen dem Verein für Gefangenenfürsorge und Entlassenenhilfe Regis-Breitingen und dem Heimatverein eine enge Kooperation. "Die Jugendlichen bekommen das Material und arbeiten im Rahmen einer vorbereitenden Ausbildung im Bereich Holzhandwerk an den Möbelstücken", erklärt Jens Kempe, Vorsitzender des Vereins aus Regis-Breitingen und Abteilungsleiter in der Jugendstrafvollzugsanstalt (JSA). Die ersten Holzarbeiten seien bereits fertig. Die jungen Strafgefangenen hätten neue Holzauflagen für die Bänke im Außenbereich, für den Brunnen eine neue Abdeckung und für den alten Leiterwagen den Boden gefertigt. Die Kooperation beinhaltet auch, dass der Heimatverein in der JSA Vorträge zu bestimmten Themen hält. Der nächste Vortrag wird sich mit der Braunkohlenindustrie befassen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, arbeiten die Mitglieder zudem an der 15. Auflage der Heimatblätter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2014
Julia Tonne

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